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Aktuelles

Hier finden Sie unsere Aktivitäten und Projekte zum Thema Inklusion im Enzkreis.

„Schwer in Ordnung“ statt „Schwerbehindert“ –Landratsamt setzt mit Ausweishüllen ein Zeichen

Inhaberinnen und Inhaber eines Schwerbehinderten-Ausweises in Scheckkartenform können ab sofort die Kopfzeile von „Schwerbehindert“ in „Schwer-in-Ordnung“ umtaufen – dank einer speziellen Ausweishülle, die kostenlos im Versorgungsamt erhältlich ist.

Die Idee zur neuen Bezeichnung hatte eine mit Down-Syndrom lebende Schülerin aus Schleswig-Holstein, die 2017 mit ihrer selbstgebastelten Hülle ein starkes Medienecho auslöste. Wie viele andere Verwaltungen in ganz Deutschland übernimmt auch der Enzkreis diese Idee. „Wir sind ganz begeistert, dass wir der Bürgerschaft die Hüllen anbieten können“, freut sich Sabine Schuster, Leiterin des Sozial- und Versorgungsamts. „Wir hoffen, dass wir mit diesem kleinen kreativen Beitrag die Menschen in ihrer Selbst- und Fremdwahrnehmung positiv stärken“, ergänzt Sozialdezernentin Katja Kreeb.

Besonders der häufig negativ assoziierte Begriff der ‚Schwerbehinderung‘ solle damit entkräftet werden: „Der Fokus liegt dabei eher auf den Defiziten und dem Handicap statt auf der Person“, meint Emma Volkert, Inhaberin des neuen Ausweis-Etuis: „Mit der Hülle ist das anders, deshalb empfinde ich sie als eine sehr schöne Idee.“ Die veränderte Bezeichnung setze ein klares Statement, betont auch Anne Marie Rouvière-Petruzzi, Behinderten-Beauftragte im Enzkreis: „Menschen mit Behinderung machen oft Erfahrungen mit Diskriminierung und Ausgrenzung, das kann den Selbstwert beeinflussen. Die Hülle sagt dagegen: Ich bin in Ordnung, so wie ich bin.“ 


5. Mai 2021: Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Gemeisam mit der Lebenshilfe Vaihingen-Mühlacker e.V. und dem Inklusionsbeauftragten der Stadt Pforzheim fand der Protesttag auf den Straßen von Mühlacker statt. Mit bunten Punkten aus Sprühkreide und einem stillen Protest machten die Teilnehmer*innen auf das Thema Inkusion und Vielfalt aufmerksam. Lesen Sie hier den Artikel im Mühlacker Tagblatt.


Coole Socken - Der Inklusionsbeirat der Stadt Pforzheim/ Enzkreis folgt der Sockenaufforderung


Am 21.03.2021 findet der Welt-Down-Syndrom-Tag statt. Der 21. Tag des dritten Jahresmonats soll auf die charakteristische Besonderheit des Down-Syndroms aufmerksam machen. Bei Menschen mit Down-Syndrom ist das Chromosom 21 dreifach vorhanden, daher wird das Down-Syndrom auch Trisomie 21 genannt. In Deutschland leben ca. 30 000 bis 50 000 Menschen mit Trisomie 21.

Das zusätzliche Chromosom ähnelt der Form einer Socke, daher engagieren sich zu diesem Anlass Menschen weltweit auf eine sehr kreative Art und Weise: Mit bunten Socken. Diese sollen die Einzigartigkeit und Diversität der Menschen repräsentieren. Frei nach dem Motto: "We are all different, our socks should be too!" tragen demnach Unterstützer*innen an diesem Tag zwei verschieden farbige Socken und teilen ihre bunten Beiträge in Zeitungen, Blogs, auf Social Media…Jeder Mensch ist anders, das macht uns besonders und einzigartig. Diversität und Vielfalt sind ein Grund zum Feiern.

Dieses Jahr möchten auch wir uns erstmalig an dieser Aktion beteiligen und haben Sockenbilder unserer Mitglieder gesammelt.


3. Dezember 2020 - "Barrierefreiheit statt Hindernislauf": Inklusionsbeauftragte von Kreis und Stadt werben mit Postkarten für mehr Barrierefreiheit

Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember machen die Behindertenbeauftragte des Enzkreises und der Inklusionsbeauftragte der Stadt Pforzheim auf Alltagsbarrieren aufmerksam. Fotopostkarten zeigen verschiedene Hindernisse, welchen Menschen mit Behinderung gegenüberstehen sowie Lösungsmöglichkeiten. Als Expert*innen in eigener Sache standen Menschen mit Behinderung Modell. Die Postkarten sind zur freien Verteilung und auf Anfrage per Telefon unter 07231 39 22 12 oder per E-Mail an inklusion@enzkreis.de erhältlich.

Es wurden leider keine Medien gefunden.


Erklärung der Fotomotive

Kommunikation

In der Kommunikation mit hörgeschädigten, beziehungsweise gehörlosen Menschen ist vor allem der Austausch mit hörenden Menschen oftmals durch Missverständnisse geprägt. Ein großer Schal/Bart vor dem Mund oder kein Augenkontakt behindern das Verstehen, da das Mundbild klar erkennbar sein muss. Bei einem übertriebenen lauten, überdeutlichen Sprechen (Schreien) verzieht sich dieses. Zudem überschlägt sich das Gesagte in der Hörhilfe.

So klappt es barrierefrei/ barrierearm:

  •  Alles abnehmen, was das Mundbild stört
  •  Deutliches Sprechen in normaler Lautstärke
  •  Vor der Kommunikation, Kontaktaufnahme sicherstellen (nicht einfach anfassen, beispielsweise winken/ Licht an- und aus schalten…)
  •  Kommunikation über 2-Sinne (beispielsweise mit Hilfe einer Transkriptionsapp, Zettel und Stift, zusätzliches Zeigen)

Behindertenparkplatz

Blinde und mobilitätseingeschränkte Menschen benötigen zum Ein- und Aussteigen mehr Platz, einen barrierefreien Zugang zur Einrichtung sowie einen „berollbaren“ Untergrund (z.B. kein Kopfsteinpflaster). Daher sind sie auf behindertengerechte Parkplätze angewiesen. Diese sind speziell ausgewiesen und finden sich auf allen Parkplätzen. Mit der Parkberechtigung in der Frontscheibe (blau) macht die betreffende Person deutlich, dass sie berechtigt ist, auf diesem Parkplatz zu parken. Nach der StVO erhalten Autofahrer*innen, welche ihr Auto fälschlicherweise auf einem Behindertenparkplatz abstellen, ein Bußgeld bis zu 55€ (Stand: November 2020) und werden kostenpflichtig abgeschleppt.

Stufenloser Zugang

Gebäude, welche ausschließlich über Stufen zu erreichen sind, verhindern den Zugang von Menschen mit Gehbehinderung, beziehungsweise von Menschen im Rollstuhl. Nach Artikel 9 der UN-Behindertenrechtskonvention muss der gleichberechtigte Zugang zu Gebäuden, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, gewährleistet sein.

So klappt es barrierefrei:

  • Von einem Aufzug oder einer Rampe profitieren nicht nur Menschen mit Behinderung: Auch Reisenden mit Koffern, Familien mit Kinderwägen und älteren Menschen wird mit Hilfe von stufenlosen Zugängen das Betreten ermöglicht.
  • Eine mobile Rampe ist eine kostengünstige Möglichkeit zur Überwindung von 1-2 Stufen.

Freie Gehwege

Ist der Gehweg nicht passierbar, müssen gefährliche Umwege über die Straße genommen werden. Besonders parkende Autos und Mülltonnen/-säcke blockieren häufig den Weg.

So klappt es barrierefrei:

  • Parken Sie ihr Auto nur auf ausgewiesenen Stellen und nicht auf dem Gehweg
  • Achten Sie bei der Bereitstellung Ihrer Mülltonne/ Ihres Müllsacks oder Ihres Sperrmülls darauf, dass der Gehweg passierbar bleibt (auch für Rollstuhlfahrer*innen und Familien mit Kinderwägen)
  • Stellen Sie nur das auf den Gehweg, was zwingend notwendig erscheint (z.B. Mülltonne am Abend vor der Leerung) und achten Sie darauf, dass ausreichend Platz zur Verfügung steht, um das Hindernis zu umgehen, ohne auf die Straße ausweichen zu müssen

Zugestellte Leitlinien

Blinde, beziehungsweise sehbehinderte Menschen sind auf die Bodenindikatoren angewiesen. Meistens werden taktile (tastbare) Bodenleitsysteme eingesetzt. Diese helfen ihnen bei der Orientierung und gewährleisten ein sicheres Vorankommen im Straßenverkehr. Können diese allerdings nicht wahrgenommen werden, da beispielsweise ein Auto oder ein Gegenstand darauf abgestellt ist (z.B. Koffer, Werbe-Aufsteller, Mülltonne, etc.), so ist der betroffene Mensch dazu angehalten, gefährliche Umwege auf sich zu nehmen.
Leitstreifen können mit dem weißen Stock ertastet werden und leiten die Person zu bestimmten Zielen (z.B. zu einem Bahnhof)
Bodenindikatoren mit Noppen (Aufmerksamkeitsfelder) weisen die betroffene Person auf eine mögliche Gefahrenquelle hin oder eine Abzweigung.

So klappt es barrierefrei:

  • Vergewissern Sie sich, dass Sie nicht selbst auf einem taktilen Bodenleitsystem stehen.
  • Stellen Sie keine Gegenstände auf das Leitsystem
  • Kontrollieren Sie nach dem Abstellen Ihres Autos, ob Sie nicht versehentlich auf einem taktilen Leitsystem geparkt haben

5. Mai 2020: Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Wie erleben Menschen mit Behinderung aus Pforzheim und dem Enzkreis eigentlich die Corona-Krise? 

Anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung hat die Pforzheimer Zeitung zusammen mit den beiden Inklusionsbeauftragten, Anne Marie Rouvière-Petruzzi und Mohamed Zakzak, die Gelegenheit genutzt, um Betroffene in den Fokus zu rücken. Lesen Sie hier den Artikel...