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Wildtierbeauftragter

Der Wildtierbeauftrage beantwortet Ihnen gerne Fragen zu den Wildtieren im Enzkreis. Aber auch im Falle eines Konfliktes zwischen Mensch und Tier, steht er Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Die Aufgaben des Wildtierbeauftragten

Wildtiere im Enzkreis

Im Wildtierportal Baden-Württemberg erhalten Sie in sehr gut aufbereiteten Tierprofilen Informationen zu unseren Wildtieren in Baden-Württemberg.

Allgemeines Wissen zum Thema Wildtiere gibt es auch auf den folgenden Internetseiten:


Wolf

Wolf

Am 8. Januar 2018 hatte ein Jäger aus dem Auto heraus bei Wiernsheim-Iptingen einen Wolf beobachtet und dies an den Landesjagdverband gemeldet. Am 30. April drang ein anderer Wolf bei Bad Wildbad in eine Schafsherde ein; 44 Tiere starben.

Inzwischen haben die Fachleute dieses Tier mit dem Kürzel GW 852m ("m" steht dabei für männlich) als im Nordschwarzwald sesshaft ("resident") erklärt. Es handelt sich um einen Jährlingsrüden aus der Wolfspopulation in der Schneverdinger Heide in Niedersachsen.

In Baden-Württemberg wurden 2018 bislang (Stand 1. Oktober) 470 Meldungen auf Wolfsverdacht von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) bearbeitet; davon wurden 22 als absolut sichere Nachweise eingestuft. Es wurde bisher kein Nachweis eines weiteren Wolfes im Gebiet des Wolfsrüden GW852m gefunden. Mit anderen Worten: Es gibt derzeit keine gesicherten Erkenntnisse für ein Wolfsrudel im Nordschwarzwald.

Die letzten acht eindeutigen Wolfsnachweise durch genetische Untersuchungen lagen im Bereich Gernsbach, Forbach und Baiersbronn, allesamt Gemeinden im Murgtal.

Im Enzkreis gingen 2018 bisher 22 Meldungen über Wolfsverdacht ein. Lediglich ein genetischer Nachweis (in Iptingen) wies eindeutig auf einen Wolf; er trägt das Kürzel GW 883m und stammt aus der sogenannten italienischen Linie.

Alle eingehenden Meldungen wie Fotos, Trittsiegel, Losung, Sichtung oder Risse werden von der FVA sorgfältig überprüft und entsprechend eingestuft.

„Die Rückkehr des Wolfes ist zunächst ein gutes Zeichen: Es bedeutet nämlich, dass wir in einer naturnahen und vielgestaltigen Kulturlandschaft leben, die sorgsam gepflegt und entwickelt wird“, sagt die zuständige Dezernentin im Enzkreis, Dr. Hilde Neidhardt: "Sonst nämlich wäre sie nicht attraktiv für Arten, die sich in menschenärmere Gebiete Europas zurückgezogen hatten."

Was sollten Bürgerinnen und Bürger beachten?

  • Bei einem Aufeinandertreffen mit einem Wolf begegnen Sie ihm mit Respekt (wie bei anderen Wildtieren auch), halten Sie Abstand und gehen Sie nicht auf die Tiere zu und bedrängen sie.
  • Wölfe dürfen auf keinen Fall angelockt oder gar gefüttert werden.
  • Hundebesitzer sollten ihre Tiere im Wald immer an der Leine führen.

Für den Fall, dass ein Wolf ein auffälliges Verhalten zeigt, dass er sich zum Beispiel ohne Scheu Menschen in aggressiver Weise nähert, kann das Tier gefangen oder sogar geschossen werden. Derartige notwendige Maßnahmen können auf Grundlage des Bundesnaturschutzgesetzes unverzüglich umgesetzt werden. Die naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung zum Abschuß eines auffälligen Wolfes erteilt die Höhere Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium.

Weitere Informationen

An wen kann ich mich wenden, wenn ich etwas beobachtet habe?

Wer einen Wolf gesichtet zu haben glaubt, kann sich an die Forstliche Versuchsanstalt (FVA) in Freiburg wenden unter Tel. 0761 4018-274 oder per E-Mail an felix.boecker@forst.bwl.de

Wichtig: Bitte geben Sie bei Meldungen Ihre Kontaktdaten (zumindest in Form einer Telefonnummer) an, damit im Falle von Nachfragen mit Ihnen Kontakt aufgenommen werden kann.

Ansprechpartner im Enzkreis ist der Wildtierbeauftragte Bernhard Brenneis, E-Mail Bernhard.Brenneis@enzkreis.de, Tel. 0172 7617624.

Welche Maßnahmen wurden bislang ergriffen?

Im Mai hat das Umweltministerium eine Förderkulisse "Wolfsprävention" eingerichtet. In diesem Gebiet werden Präventions-Maßnahmen zum Schutz vor Schäden durch den Wolf gefördert. Die Förderkulisse umfasst alle Gemeinden, die in einem 30 km-Radius um den Mittelpunkt der von der FVA ausgewerteten Wolfsnachweise im wahrscheinlichen Aufenthaltsgebiet des residenten Einzelwolfes liegen.

Im Enzkreis liegen die Gemeinden Straubenhardt, Engelsbrand und die Stadt Neuenbürg im Wolfsland. In diesem Gebiet erhalten die Halter von Ziegen, Schafen und Gehegewild für vorbeugende Maßnahmen wie z.B. wolfssichere Zäune, Elektrozaungeräte, Erdungsstäbe 90% der Materialkosten erstattet.

Informationen für Nutztierhalter/innen

Zum Herdenschutz gibt es vor allem zwei Möglichkeiten. Dies ist das Ergebnis eines gemeinsamen Projekts von Landesschafzuchtverband und NABU-BW.

1. Schutz durch Zäune und Netze

Zäune und Netze sollten folgende Anforderungen erfüllen:
  • Elektrifizierbare Zäune müssen fest im Boden verankert sein und stabil stehen
  • Mindesthöhe 90 cm, die erste stromführende Litze bei max. 20 cm
  • durchgehende elektrische Spannung von mind. 3000 Volt, in diesem Zusammenhang muss auf geeignete Erdung und Weidezaungeräte geachtet werden
  • Festzäune brauchen mind. 120 cm Höhe mit zusätzlichem Untergrabungsschutz
  • Litzensysteme mind. 5 Litzen mit den Höhen 20/40/60/90/120

2. Schutz durch Herdenschutzhunde

Hier sind folgende Hinweise zu beachten:
  • Einweisung durch erfahrenen Halter von Herdenschutzhunden wird empfohlen
  • Einsatz von gut ausgebildeten erwachsenen Hunden
  • Zukauf nur von seriösen Züchtern
  • vor Anschaffung eines Hundes unbedingt beim Veterinäramt Genehmigung einholen

Ersatz von Nutztierrissen durch den Wolf

“Anforderungen für den Ersatz von Nutztierrissen durch den Wolf“

Weitere Informationen

Weitergehende Informationen enthält der 107-seitige Abschlussbericht zum Projekt “Durchführung von Herdenschutzmaßnahmen in der Weidetierhaltung in Baden-Württemberg“, der auch auf der Homepage des Landesschafzuchtverbandes (www.schaf-bw.de) heruntergeladen werden kann.

Ansprechpartner im Landwirtschaftsamt Enzkreis ist Christian Kutter, Tel. 07231 308-1830, E-Mail Christian.Kutter@enzkreis.de

Wichtig:

Das Umweltministerium erinnert daran, dass im Mai die Übergangsfrist für die Weidetierhalter in der Förderkulisse "Wolfsprävention" endet. Danach wird nur noch entschädigt, wenn die Tiere entsprechend eingezäunt wurden.

 

Wildkatze

Die Wildkatze galt lange Zeit als ausgestorben. Nun kehrt sie zurück und erobert sich ihren Lebensraum zurück.

Einen eindeutigen Nachweis für eine Wildkatze gab es leider nur durch einen Totfund am 02.09.18 im Bereich Stromberg.

Neueste Infos zur Wildkatze

Waldschnepfe

In Baden-Württemberg sind insgesamt rund 300 Flächen bearbeitet worden. Auf ca. 60% wurden Waldschnepfen nachgewiesen. Im Vergleich zum Vorjahr (67%) ist das ein leichter Rückgang. Noch lässt sich nicht sagen, dass die Balzaktivität dieses Jahr geringer ausgefallen ist. Gut möglich, dass in diesem Jahr „schlechtere“ Flächen kartiert wurden oder die Witterungsbedingungen einen Einfluss auf die Zählergebnisse hatten. Insbesondere bei den Zählungen dürfte sich das schlechte Wetter bemerkbar machen. Es gab vermehrt Fälle, bei denen nur eine Zählung pro Fläche durchgeführt worden ist weil der zweite Termin ins Wasser fiel. Auch wurde teilweise bei ungünstigeren Bedingungen kartiert was dann vermutlich dazu geführt hat, dass nur bei 50% aller Zählungen Waldschnepfen beobachtet worden sind. 2020 waren es immerhin noch 58% der Zählungen.

Die Zusammenfassung für 2021 für ganz Baden-Württemberg gibt es hier im Herbst.

Zusätzlich zu der Karte nachfolgend noch ein paar Zahlen (in Klammer jeweils der Wert aus 2020):

  • Flächen bearbeitet 14 (6)
  • Flächen mit mindestens einem Nachweise 11 (3)
  • Flächen ohne Nachweis 3 (3)
  • Durchgeführte Zählungen 40 (12)
  • Zählungen mit mindestens einem Nachweis 22 (6)
  • Zählungen ohne Nachweis 18 (6)
  • Anzahl der notierte Waldschnepfenbeobachtungen 104 (29)

Waldschnepfenberichte

 

Wildtiere im Siedlungsraum

Wildtiermonitoring für den Enzkreis 2018

Es wurden 33 Meldungen im Enzkreis von der zuständigen Stelle, der FVA in Freiburg-Forstliche Versuchs-und Forschungsanstalt- überprüft und nach internationalen Kriterien ( SCALP) bewertet.

Alle Vorkommnisse werden in einer zentralen Datenbank gesammelt und wie folgt gesondert in Kuchendiagrammen dargestellt:

Hier sehen Sie die Verteilung von insgesamt 33 Meldungen bezogen auf die Wildart.

Hier sehen Sie die Verteilung von insgesamt 33 Meldungen bezogen auf die Wildart

Hier sehen Sie die Verteilung von 27 Wolfsmeldungen

Hier sehen Sie die Verteilung von 27 Wolfsmeldungen.

Hier sehen Sie die Verteilung von 10 Rissmeldungen

Hier sehen Sie die Verteilung von 10 Rissmeldungen

Ein eindeutiger Nachweis für einen Wolf (C1) konnte durch eine DNA-Analyse am 08. Januar 2018 in Wiernsheim erbracht werden.

Bei den 10 vermeintlichen Wolfsrissen konnte festgestellt werden, dass 5 eindeutig von wildernden Hunden verursacht wurden.

Einen eindeutigen Nachweis für eine Wildkatze gab es leider durch einen Totfund am 02.09.2018 im Bereich Stromberg. 

Wildtierberichte

Der Wildtierbericht 2018 ist ein umfangreiches Nachschlagewerk zu 46 Wildtierarten, deren Lebensräume, der Wildtierforschung und des Wildtiermonitorings in Baden-Württemberg.