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Klimapartnerschaft mit dem Masasi Distrikt

1. Allgemeine Informationen

Der Grundstein für eine langfristige und konstruktive Zusammenarbeit der Kreise Masasi und Enzkreis in den Bereichen Klimaschutz und Klimaanpassung wurde 2011 im Rahmen des Projekts „50 kommunale Klimapartnerschaften bis 2015“ gelegt.

Ausgehend von einer Anfrage beim Deutschen Landkreistag im Sommer 2011 kam es zum Kontakt zwischen den beiden Kreisen. Da schon beim ersten Besuch aus dem Masasi Distrikt reges Interesse an den Einsatzmöglichkeiten für erneuerbare Energien bestand, war die Teilnahme an dem Projekt „50 kommunale Klimapartnerschaften“ der „Servicestelle für Kommunen in der Einen Welt – SKEW“ für beide Kreise sinnvoll.

Der Enzkreis ist einer der wenigen deutschen Landkreise, die den European Energy Award (EEA) in Gold erlangt haben. Die intensive Auseinandersetzung mit Fragestellungen zum Thema „Klimaschutz“ führte zur Schaffung einer Klimapartnerschaft, in der Projekte und Ideen entsprechen eingebracht wurden und werden.

Karte von Afrika mit Tansania, der Region Mtwara und dem Masasi Distrikt

2. Detailinformationen zum Masasi Distrikt

Der Masasi Distrikt ist einer von sechs Distrikten in der Mtwara -Region im Süden von Tansania, einem der ärmsten Länder Afrikas, an der Grenze zu Mozambique. Masasi Stadt wurde im Juni 2011 zur „Town Council“ erklärt. Zurzeit wird die Stadtverwaltung aufgebaut.

Haupteinnahmequellen im Distrikt sind die Landwirtschaft und das Kleingewerbe. Neben Cashewkernen werden Cassava, Mais, Hirse und Früchte angebaut. Es gibt wenig Industrie im Distrikt. Die Bevölkerung lebt von dem, was angebaut wird. Außerdem gibt es in bescheidenem Maße Tierhaltung.

Cassava-Anbau
Cashewnut-Baum aus Nane Nane Farmer Festival - Lindi
Cashew-Kerne aus Masasi
Regionale Produkte aus Masasi

 

Vermarktet werden hauptsächlich Cashewkerne. 29 Prozent der in der Region Mtwara angebauten Cashewkerne kommen aus dem Masasi Distrikt. Das durchschnittliche jährliche Einkommen der Einwohner liegt bei 720.000 Tansanischen Schillingen, was etwa 360 Euro entspricht. Über 90 Prozent der Bevölkerung leben auf dem Lande. Das Einkommen hängt vom Getreideanbau und der Tierhaltung ab. Insgesamt ist die Leistung der Landwirtschaft gering im Vergleich zur verfügbaren Agrarfläche. Knapp 50 Prozent der Fläche sind Waldgebiete beziehungsweise Naturreservate.

3. Gesundheitsversorgung

Auch im Bereich der Gesundheitsversorgung besteht ein großer Bedarf. Insgesamt stehen im Distrikt und der Stadt 45 Gesundheitseinrichtungen (Health Centre und Dispensaries) sowie die Krankenhäuser in der Mission Ndanda und in Masasi Town (Mkomaindo Hospital) für die Bevölkerung zur Verfügung. Eine Zusammenarbeit mit den Enzkreiskliniken ist im Aufbau. Erste Besuche von Fachärzten in Masasi haben bereits stattgefunden. Ein Schwerpunkt der Unterstützung durch den Partnerschaftsverein stellt die Verbesserung der medizinischen Versorgung dar.

Medizinisches Material für die Neugeborenen-Station
Ultraschallgerät im Mkomiando Hospital

Das Mkomaindo Hospital wurde bereits mit Sachspenden sowie der Anschaffung eines Ultraschallgerätes unterstützt.

4. Schulen und Bildung

Im Masasi Distrikt gibt es 155 Grundschulen und 34 Schulen der Sekundarstufe 2. Die Qualität der Ausbildung leidet aber unter der mangelhaften Infrastruktur sowie fehlenden Klassenräumen, Arbeitsmaterialien, Lehrkräften, entsprechenden Wohnungen, Laboren und Elektrizität.

Not macht erfinderisch: Diese Kinder an der Nyasa Primary School lernen Mengenlehre und Mathematik mit den bunten Schraubverschlüssen von Getränkeflaschen.
Kinder an der Nyasa Primary School

Im Masasi Distrikt gibt es außerdem mehrere Schulen, die alle sehr an Partnerschaften mit Schulen im Enzkreis interessiert sind. Unterrichtsmaterial wie Bücher, Computer oder Laborutensilien für Biologie- und Chemiestunden sind in Tansania Mangelware. Oftmals bleiben den Lehrern nicht mehr als Kreide und Tafel, um den bis zu 50 oder 60 Schülerinnen und Schülern einer Klasse etwas beizubringen. Von einer Partnerschule in Deutschland erhofft man sich einen Austausch zwischen den Schülerinnen und Schülern durch Briefe oder E-Mail, Wissenstransfer zwischen den Lehrkräften und letztendlich auch materielle oder finanzielle Unterstützung.

Erste Schulpartnerschaften mit Schulen im Enzkreis und der Stadt Pforzheim sind im Aufbau.

5. Aufbau der Partnerschaft

Nach den ersten Kontakten wurde deutlich, dass die Partnerschaft nicht nur auf den Bereich Klimaschutz und Klimaanpassung, sondern vor allem auch auf den Bereich Aus- und Fortbildung sowie Förderung der medizinischen Versorgung ausgedehnt werden sollte.

Die Schwerpunkte der Zusammenarbeit mit der Distriktverwaltung sind daher die Verbesserung des Gesundheitswesens und der Ausbildungsqualität, der Einsatz von erneuerbaren Energien, sowie die Stärkung der Leistung von Landwirtschaft und Kleingewerbe.

Zu den Aufgaben der Partnerschaft gehören gezielte Maßnahmen, um die Lebensqualität der Menschen in Masasi zu verbessern. In der Randbox finden Sie weitere Informationen zu Projekten, die aktuell umgesetzt werden oder Ideen und Anregungen für neue Projekte.

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