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Coronavirus: Informationen zur Erkrankung, Schutzmaßnahmen und der Situation im Enzkreis

Um eine Verbreitung des neuartigen Coronavirus in Deutschland zu verzögern und einzudämmen, haben Bund und Land umfangreiche Beschränkungen erlassen. Zentrale Botschaft: die eigenen Sozialkontakte auf ein Minimum reduzieren und Hygienemaßnahmen konsequent einhalten. In Läden und im ÖPNV (Busse & Bahnen) muss ein Mund-Nase-Schutz getragen werden.

Die jeweils aktuelle Fassung der Verordnung der Landesregierung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2 (Corona-Verordnung - CoronaVO) finden Sie im Kasten unten rechts "Externe Links".

Auf dieser Seite finden Sie ständig aktualisiert Antworten auf die häufigsten Fragen zu Corona und COVID 19.

Eine Übersicht, wo Sie welche Mund-Nasen-Schutzmasken erwerben können, finden Sie unter www.pforzheim.de/maskenpflicht. Diese Seite wird ständig aktualisiert. 

Aktuelle Informationen erhalten Sie minutenschnell über die bundesweite Warn-App NINA.

Einen sehr guten Überblick über die Situation, Hintergründe und Maßnahmen gibt ein Interview der Pforzheimer Zeitung mit Dr. Brigitte Joggerst, Leiterin des Gesundheitsamts, das sowohl für den Enzkreis als auch für die Stadt Pforzheim zuständig ist. Hier finden Sie das gesamte Interview als Video (15 Minuten).

Wie ist die Situation bei uns in der Region?

7 Tage 03.07.
7 Tage 03.07.

Aktuell gibt es in der Region 29 Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19. In Pforzheim wurden seit Beginn der Testungen Anfang März 451 Corona-Fälle registriert, im Enzkreis 644.

Inzwischen gelten 434 Menschen in Pforzheim und 615 im Enzkreis als genesen; sie waren positiv getestet worden und haben die Krankheit inzwischen überwunden. Hier lesen Sie ein Interview mit einer Genesenen.

Derzeit noch krank oder infiziert sind in Pforzheim 9 Personen, im Enzkreis 8.

Wo bekomme ich Auskünfte?

Die Hotline des Gesundheitsamts für Fragen zu Virus, Schutz und Erkrankung ist montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 14 Uhr erreichbar unter der Nummer 07231 308-6850.

Die zentrale E-Mail-Adresse für schriftliche Anfragen aller Art rund um das Corona-Virus lautet corona@enzkreis.de. Bitte geben Sie bei Anfragen Ihre Wohn-Gemeinde an.

Was soll ich tun, wenn ich fürchte, mich angesteckt zu haben?

Zunächst Ruhe bewahren. „Die allermeisten Erkrankungen bei uns verlaufen milde“, sagt Dr. Brigitte Joggerst, Leiterin des Gesundheitsamts. „Wer krank ist, bleibt zu Hause, hat möglichst wenig Kontakt zu anderen Menschen und versucht, sich – wie bei einer Virusgrippe – zu erholen. Nur wer wirklich krank ist und sich nicht selbst versorgen kann, muss stationär ins Krankenhaus.“

Wo soll ich in diesem Fall anrufen?

Wenden Sie sich telefonisch an den Hausarzt oder Kinderarzt , abends und am Wochenende an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. "Gehen Sie in keinem Fall unangemeldet in die Praxis oder in die Notaufnahme der Kliniken. Der Arzt oder das Krankenhaus treffen in einem begründeten Verdachtsfall Vorkehrungen, damit keine anderen Patienten angesteckt werden“, sagt Joggerst.

Wie wird das Coronavirus übertragen?

Das neuartige Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Die Übertragung erfolgt primär über Sekrete der Atemwege bei engem Kontakt. "Enger Kontakt, die sogenannte Kategorie 1, bedeutet ein mindestens 15-minütiger Gesichtskontakt, etwa bei einem Gespräch, und natürlich, wenn Personen aus Lebensgemeinschaften im selben Haushalt wohnen", erklärt Angelika Edwards, Leiterin Infektionsschutz beim Gesundheitsamt. "Bei allen anderen Kontakten ist nach derzeitigem Stand eine Infektion (z.B. im Fahrstuhl) eher unwahrscheinlich - vor allem, wenn man sich an die wichtigste Regel zur Vorbeugung hält: Hände waschen."

Kann man sich über Lebensmittel anstecken?

Eine Übertragung über Lebensmittel ist bisher nicht bekannt. Bei der Zubereitung von Obst und Gemüse sollten dennoch die allgemeinen Hygieneregeln beachtet werden, die gründliches Abwaschen von Lebensmitteln und häufiges Händewaschen während der Verarbeitung beinhalten. Hier stehen Antworten auf weitere Fragen zur Lebensmittelsicherheit.

Was müssen Reiserückkehrer beachten?

Um die Ausbreitung der Corona-Pandemie weiter einzudämmen, müssen sich Personen, die aus einem Risikogebiet einreisen, unverzüglich in eine 14-tägige häusliche Quarantäne begeben. Außerdem müssen sie sich bei der jeweiligen Ortspolizeibehörde ihrer Gemeinde melden. Ob das Gebiet, aus dem Sie einreisen, zu den Risikogebieten  zählt, können Sie auf der entsprechenden Seite des Sozialministeriums Baden-Württemberg nachlesen:

https://sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/de/gesundheit-pflege/gesundheitsschutz/infektionsschutz-hygiene/informationen-zu-coronavirus/verordnungen/risikogebiete/

Welche präventiven Maßnahmen sind sinnvoll?

Wichtigste und effektivste Maßnahmen zum Schutz vor Ansteckung sind:

1. Regelmäßiges gründliches Händewaschen, mindestens 30 Sekunden mit Wasser und Seife, insbesondere nach Naseputzen, Niesen und Husten.

2. Husten und Niesen nur in die Armbeuge oder in ein Taschentuch, dieses danach entsorgen.

3. Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten, kein Händeschütteln, keine Berührung.

4. Bei akuter Atemwegserkrankung zu Hause bleiben.

Die aktuellen Hinweise des Landes Baden-Württemberg zu diesem Thema finden Sie hier.

Wie ist das mit Masken und Mundschutz? Gibt es eine Befreiung von der Maskenpflicht?

Ein Mund-Nasen-Schutz kann andere vor einer Ansteckung durch mich schützen, indem er die Zahl der Tröpfchen in der Atemluft erduziert. Deshalb ist er in Baden-Württemberg in Ladengeschäften, im Bus und in der Bahn vorgeschrieben. 

Dabei sind fünf Punkte zu beachten:

1. Die Bedeckung muss eng anliegen.

2. Der Schutz ist über Mund und Nase zu tragen.

3. Bei Durchfeuchtung wechseln.

4. Beim Tragen nicht daran herumzupfen.

5. Vor dem Anziehen und nach dem Ablegen gründlich die Hände waschen.

Zuverlässiger Eigenschutz bieten nur Atemschutz-Masken, sogenannte FFP2- (oder FFP3-) Masken. Sie werden insbesondere von Personal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen getragen, die mit Corona-Positiven Menschen zu tun haben.

Für eine Befreiung von der Maskenpflicht aus medizinischer Sicht genügt derzeit ein haus-/fachärztliches Attest, aus dem plausibel die medizinische Begründung der Unzumutbarkeit des Tragens einer nicht-medizinischen Alltagsmaske oder einer vergleichbaren Mund-Nasen-Bedeckung gem. § 3 (1) CoronaVO hervorgeht. Dieses wäre mitzuführen als Nachweis darüber.

Die aktuellen Vorgaben zum Thema Maskenpflicht können Sie auf der Seite des Landes Baden-Württemberg nachlesen.

Was kann man sonst noch tun, um Infektionen vorzubeugen?

Aktuell sind in Deutschland sehr drastische Maßnahmen in Kraft getreten, mit denen die Verbreitung des Virus eingeschränkt werden soll. "Die Botschaft lautet: Halten Sie Abstand und bleiben Sie zu Hause!", sagt Angelika Edwards, stellvertretende Amtsleiterin des Gesundheitsamts und Sachgebietsleitung des Infektionsschutzes.

Das Ziel ist es, die Entwicklung so zu bremsen, dass die Krankheitsfälle nicht sprunghaft ansteigen, sondern so, dass Ärzte und Krankenhäuser die Epidemie bearbeiten können. Die internationale Kampagne dazu hat den Titel "#FlattenTheCurve" (die Kurve abflachen).

Die aktuellen Hinweise des Landes Baden-Württemberg zu diesem Thema finden Sie hier.

Wie wird das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland eingeschätzt?

Das Robert Koch-Institut (RKI) erfasst kontinuierlich die aktuelle Lage, bewertet alle Informationen und wägt das Risiko für die Bevölkerung ab. Es schätzt die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland derzeit weiterhin insgesamt als hoch ein, für Risikogruppen als sehr hoch.

Die Homepage des RKI mit allen Informationen zu Corona und COVID 19 finden Sie hier.

Wie werden Erkrankte behandelt?

Ein Medikament gegen COVID-19 gibt es noch nicht. Die Behandlung von Patienten erfolgt zumeist symptomatisch, das heißt entsprechend des Schweregrades der Symptome. Behandelt wird zum Teil mit antiviralen Medikamenten und solchen zur Linderung der Allgemein-Symptome wie Fieber, Husten und Schnupfen. Bei sehr schweren Erkrankungen, die eine Lungenentzündung nach sich ziehen, werden auch Antibiotika eingesetzt und falls notwendig beatmet. „Glücklicherweise ist dies aber nur sehr selten der Fall“, sagt die Leiterin des Gesundheitsamtes.

Ich habe Corona überstanden, wo kann ich Antikörper oder Plasma spenden?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat Kriterien für eine Spende von Rekonvaleszenten-Plasma zusammengestellt und eine Liste von Blutspendediensten verlinkt.

Was ist die Aufgabe des Gesundheitsamts?

Das Gesundheitsamt koordiniert in enger Absprache mit den Kliniken, der Rettungsleitstelle und der Ärzteschaft. Es berät die Ärzteschaft sowie die Bürgerinnen und Bürger und unterstützt bei konkreten Maßnahmen, beispielsweise dem Aufbau von Infektpraxen oder Teststellen.

Hauptaufgabe des Gesundheitsamts ist die Nachverfolgung, also der Versuch, Kontaktpersonen zu ermitteln, um so Infektionsketten sehr frühzeitig zu unterbrechen.

Wie kooordinieren Stadtverwaltung und Landratsamt die Maßnahmen?

OB Peter Boch und Landrat Bastian Rosenau haben die jeweiligen Verwaltungsstäbe einberufen. Sie haben die Aufgabe, in den beiden Verwaltungen auch mit Polizei und den Gemeinden das Handeln zu koordinieren.

Wo finde ich Hilfe zum Thema "Hilfe, Information und Beratung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt"?

Die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Pforzheim und des Enzkreises haben in Zusammenarbeit mit dem Frauenbündnis Pforzheim Enzkreis ein Informationsblatt erstellt mit Anschriften und Telefonnummern von Anlaufstellen, bei denen von Gewalt betroffene Frauen Hilfe, Informationen und Beratung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt erhalten.

Flyer Hilfe_Gewalt 2020
Flyer Hilfe_Gewalt 2020
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