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Straubenhardt

Straubenhardt
Straubenhardt
Die Gemeinde Straubenhardt entstand durch Zusammenschluss der Ortschaften Conweiler, Feldrennach und Schwann zum 1. Dezember 1973. In den Folgejahren wurden Ottenhausen (1.1.1974) und Langenalb (1.1.1975) eingemeindet. Der neue Ortsname wurde in Rückbesinnung auf die Adelsfamilie von Straubenhart/Strubenhart gewählt, die mit der Geschichte der Ortsteile eng verbunden ist.

Lage
Das umfangreiche Gemeindegebiet im südwestlichen Enzkreis wird von unterschiedlichen Landschaftsteilen berührt: Große Anteile kommen den sanft abfallenden Albtalplatten zu. Wegen den dort typischen Streuobstwiesen bezeichnet man die Region auch "Kirschengäu". Der Süden Straubenhardts gehört zu den auslaufenden Enzhöhen und damit zum Nordschwarzwald.

Geschichte Conweiler
Der Ort ist als Waldhufendorf im Hochmittelalter durch die Herren von Straubenhart angelegt worden. Die ersturkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1297 als "Cunnenwilre", namengebend war der Vorname Cuno. Die nördlich gelegene Burg wurde 1384 in einer Fehde mit dem württembergischen Grafen zerstört. 1431 besaß Württemberg bereits sieben Achtel des Ortes, 1446 konnte es den Rest von den Herren von Remchingen erwerben. Conweiler zählte zum Amt, später Oberamt Neuenbürg und 1938-1972 zum Landkreis Calw. Kirchlich war der Ort ursprünglich Filialgemeinde von Gräfenhausen, seit 1479 von Feldrennach. Viele Bewohner Conweilers lebten von der Herstellung von Schindeln und erhielten so die Bezeichnung "Schindelbauern".

Der schwäbische Poet Wilhelm Ganzhorn (1818-1880), verheiratet mit Luise Alber, der Tochter des Rösslewirts von Conweiler, soll im Tal zwischen Conweiler und Feldrennach den Text des bekannten Volksliedes "Im schönsten Wiesengrunde" gedichtet haben.

Geschichte Feldrennach
Wie Conweiler ist auch Feldrennach als Waldhufendorf im Hochmittelalter durch die Herren von Straubenhart gegründet worden. Frühe schriftliche Erwähnungen bezeugen den Ort als "Roneh" (1256) und "Veltrunche" (1277). Der Name rührt wohl von einem Gewässer her. Über verschiedene Adelsgeschlechter gelangte der Ort 1418 an die Grafschaft Württemberg. Feldrennach gehörte zum Amt bzw. Oberamt Neuenbürg und nach dessen Auflösung (1938) bis 1972 zum Landkreis Calw. Zuständige Pfarrei war zunächst Rudmersbach, 1479 verlegte man den dortigen Pfarrsitz nach Feldrennach, das Mutterkirche für die umliegenden Ortschaften war und auch als Marktort Bedeutung hatte. Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Feldrennach stark zerstört.

Westlich des Ortes liegt das kleine Dorf Pfinzweiler, urkundlich erstmals 1472 als "Pfuntzer Mark" nachgewiesen. Ab 1598 gehörte es ganz zu Württemberg, war aber bereits damals nicht mehr bewohnt. Das heutige Pfinzweiler ist eine Neusiedlung aus dem zweiten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts und war durch einige Familien aus Feldrennach angelegt worden.

Geschichte Langenalb
Der einzige ehemals badische Teilort Straubenhardts ist 1382 als "Langenalbe" zum ersten Mal schriftlich genannt. Auch die Gründung dieses ursprünglichen Waldhufendorfs geht auf die Ausbautätigkeit der Straubenhardter zurück. Seit 1382 hatte die Markgrafschaft Baden hier Besitz, die 1528 mit dem Erwerb von württembergischen Rechten den ganzen Ort unter ihre Herrschaft bringen konnte. Zuständiger Amtssitz war das Oberamt, später Bezirksamt und 1936-1972 der Landkreis Pforzheim. Eine eigene Pfarrei erhielt Langenalb erst 1560; zuvor gehörte der Ort kirchlich zu Rudmersbach bzw. Feldrennach. Auf Langenalber Gemarkung befinden sich zahlreiche Sägmühlen.

Geschichte Ottenhausen
Das Straßendorf ist im Jahr 1327 als "Ottenhusen" erstmals urkundlich bezeugt. Die hochmittelalterliche Besitzgeschichte ist überaus kompliziert. Seit 1418 konnte Württemberg von verschiedenen Familien Herrschaftsrechte erwerben und 1602 mit dem Aufkauf der Anteile der Schöner von Straubenhart ganz Ottenhausen unter seinen Einfluss bringen. Der Ort wurde dem Amt, später Oberamt Neuenbürg integriert und gehörte 1938-1972 zum Landkreis Calw. Große Schäden in Ottenhausen verursachte ein Tornado im Jahr 1968.

Bereits seit 1262 ist das in Ottenhausen aufgegangene und mit diesem seit 1909 vereinigte Rudmersbach als "Rutmerspach" nachgewiesen. Der Ort gelangte 1442/43 teilweise an Württemberg und Baden, die Familie Schöner von Straubenhardt behielt aber in Rudmersbach ein Schloss und bis 1602 einen Teil der Ortsherrschaft, die dann ganz an Württemberg überging. Bis 1479 war Rudmersbach Sitz einer Pfarrei.

Aus Ottenhausen stammte der gefürchtete "Räuberfänger" Oberamtmann Georg Jakob Schäffer (1745-1814).

Geschichte Schwann
Der Ort entstand als Waldhufendorf durch Siedlungstätigkeit der Herren von Straubenhart. Die früheste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1368 als "Swende"; diese Namenform dürfte aus dem "Schwinden" des Waldes infolge Brandrodung abgeleitet sein. Nach der Zerstörung ihrer auf Gemarkung Dennach gelegenen Stammburg verlegten die Herren von Straubenhart um 1400 ihren Sitz nach Schwann und errichteten dort ein Schloss. Schwann war Mittelpunkt eines Amts- bzw. Gerichtsbezirk der Straubenharter und der mit diesen verwandten Junker von Schmalenstein. Die Hoheit über den Besitz diese beider Familien ging nach und nach an Württemberg und Baden über; ersteres hatte 1528 den Großteil von Schwann inne. Die vermutlich aus Nagold stammende Familie Schöner von Straubenhardt besaß allerdings noch bis ins 17. Jahrhundert Herrschaftsrechte. Zuständiges Amt unter württembergischer Herrschaft war stets Neuenbürg sowie 1938-1972 der Landkreis Calw.

Einwohnerzahl: 10.681

Sehenswürdigkeiten
Evangelische Pfarrkirchen in Feldrennach, Langenalb und Schwann;
Schloss Rudmersbach in Ottenhausen.

Literaturhinweise
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Anschrift

Bürgermeister
Helge Viehweg, Telefon 07082 9485-11


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