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Datum: 18.09.2023

Fünf Kilometer Faden verarbeitet: Sparkasse schenkt dem Enzkreis zum 50. Geburtstag außergewöhnliches Kunstwerk

Unvorstellbare 5.160 Meter Baumwollfaden hat der in Mühlacker geborene Künstler Manuel Knapp in rund 70 Arbeitsstunden zu einem großformatigen, geometrisch-abstrakten Wandobjekt in acht Farbtönen verwoben – und das beeindruckende Stück namens „Kaleidoskop“ bekam der Enzkreis, der in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag feiert, nun von der Sparkasse Pforzheim Calw geschenkt.

„Das Werk ist für das Landratsamt, die heimliche Kunsthalle des Enzkreises, eine sehr große Bereicherung“, freute sich Landrat Bastian Rosenau beim Übergabe-Event am vergangenen Freitag, zu dem rund 70 Gäste ins Landratsamt gekommen waren – darunter der Hauptgeschäftsführer des baden-württembergischen Landkreistags, Prof. Dr. Alexis von Komorowski, die Landtagsabgeordneten Stefanie Seemann und Prof. Dr. Erik Schweickert, Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch, Landrat a.D. Werner Burckhart, zahlreiche amtierende und ehemalige Kreistagsmitglieder, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Kreiskommunen sowie die komplette Vorstandsriege der Sparkasse Pforzheim Calw.

Vorstandsvorsitzender Hans Neuweiler ließ es sich natürlich nicht nehmen, dem Enzkreis im Namen der Sparkasse zum runden Geburtstag zu gratulieren und das „eigenwillige und außergewöhnliche Kunstwerk“ seinem neuen Besitzer zu übergeben. Landrat Rosenau reagierte mit einem „riesengroßen Dankeschön“ – und verwies bei dieser Gelegenheit auch auf die Hintergründe: „Eigentlich sollte das 50-jährige ein rauschendes Fest werden. Doch Corona-Pandemie, Ukrainekrieg, Gaskrise und Inflation bereiteten unseren Vor-Überlegungen für eine große Sause mit der Bürgerschaft ein frühes Ende. Doch ganz ohne die Menschen im Enzkreis den Geburtstag zu begehen – das konnten wir uns im Landratsamt allerdings auch nicht vorstellen. Und so entstand die Idee eines ganzen Jubiläumsjahres - statt eines nur einmaligen Feier-Tags.“ Seit Jahresbeginn und noch bis Dezember kämen daher wöchentlich neue Beiträge über Themen ins Netz, die zeigen, dass der Enzkreis ein besonderes Fleckchen Erde ist. In Podcasts, Interviews, Texten und kleinen Filmen fangen Dr. Ana Kugli und Sebastian Seibel vom Kreativ-Team „ton-bild-schau“ schon seit Monaten dafür Stimmen und Bilder ein.

Und nun finde eben doch noch ein Event statt – zur Übergabe des Kunstwerks, aber auch als guter Anlass, zurückzublicken auf das Gründungsjahr des Enzkreises, in dem damals über 150.000 Menschen aus dem alten Landkreis Pforzheim, dem Kreis Calw und den dann aufgelösten Kreisen Vaihingen und Leonberg zusammengewürfelt wurden, plötzlich eine Einheit bilden und sich mit dem unbekannten Wesen „Enzkreis“ identifizieren sollten. „Und die Tatsache, dass es sich bei diesen Menschen um Badener und Württemberger handelte, die sich in ihrer Mentalität bekanntlich nicht unbedingt ähnlich sind, machte die Sache nicht einfacher“, so Rosenau mit einem Augenzwinkern. „Was wurde damals diskutiert - lebhaft, kontrovers und oft auch hitzig. Doch das einstige Schubladen-Denken wich erfreulicherweise schnell einer sachlichen und konstruktiven Zusammenarbeit.“

Alles in allem befinde sich der Enzkreis heute in der glücklichen Lage, die Früchte jahrzehntelanger Aufbauarbeit ernten zu können, und er wisse auch, wem er das zu verdanken habe: Den mutigen Reformern von damals, dem Landkreistag und den Abgeordneten, seinen rührigen Amtsvorgängern, engagierten Ersten Landesbeamtinnen und -beamten, aufgeschlossenen Kreistagsmitgliedern und schaffigen Verwaltungsleuten, den Kreiskommunen, seinen Partnern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft - und nicht zu vergessen natürlich den Einwohnerinnen und Einwohnern, die sich in großer Zahl ehrenamtlich für „ihren“ Kreis einsetzen.

Zum Einstieg in die „Ü50-Party der besonderen Art“ hatte Anne von der Vring, Leiterin der Theaterschachtel Neuhausen, mit Anekdoten und Animositäten zwischen Badenern und Schwaben für heitere Stimmung im Sitzungssaal gesorgt. Kunsthistorikerin Regina M. Fischer, die seit über 20 Jahren die zeitgenössische Kunstsammlung des Enzkreises kuratiert, erzählte von Manuel Knapps internationaler Karriere. Leider konnte der Künstler bei der Übergabe seines Werks aufgrund eines Auslandaufenthaltes nicht dabei sein, aber dank einer von Daniela Samsony gedrehten Video-Botschaft konnte sich das Publikum ein Bild von seiner Person und auch vom beeindruckenden Entstehungsprozess des Werks machen.

Birke Falkenroth, eine wahre Meisterin an der Konzertharfe, begleitete virtuos durch den weiteren Abend, bevor zum Abschluss des Kulturteils die ebenfalls in Mühlacker geborene Poetry Slammerin Jana Schick eine beeindruckende Kostprobe ihres Könnens gab. Auch kulinarische Leckerbissen durften bei der Feier nicht fehlen: Kreisrat und Bäckermeister Martin Reinhardt hatte für eine tolle, großformatige Enzkreis-Geburtstagstorte und sein Kreistags-Kollege und Fleischermeister Andreas Beier für den herzhaften Teil des Buffets gesorgt. (enz)