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Wer ist zuständig?

Tiefenbronn

Die heutige Gemeinde Tiefenbronn entstand am 1. Januar 1972 durch Zusammenschluss der Ortschaften Tiefenbronn, Mühlhausen und Lehningen.

Lage

Das Gemeindegebiet liegt im Grenzbereich von Nordschwarzwald und Gäu rund zehn Kilometer südöstlich von Pforzheim. In der Nähe befindet sich der Hagenschießwald, der westlichste Ausläufer des Nordschwarzwaldes. Über die Ausfahrt Heimsheim besteht Anschluss an die Bundesautobahn A 8.

Geschichte Tiefenbronn

 

Tiefenbronn
Tiefenbronn
Die schriftliche Ersterwähnung Tiefenbronns als "Dieffenbrunnen" lässt sich auf den Beginn des 12. Jahrhunderts datieren. Es handelt sich um einen Ausbauort, der im frühen Hochmittelalter von Friolzheim aus angelegt wurde. Das Dorf befand sich teilweise im Besitz des Klosters Hirsau und kam im 15. Jahrhundert an die reichsritterschaftliche Familie von Gemmingen, die sich im Laufe der Jahrhunderte in verschiedene Linien aufspaltete und wieder vereinigte. Tiefenbronn gehörte mit sieben weiteren Dörfern, darunter die unten genannten Ortsteile Mühlhausen und Lehningen, zum sogenannten Gemmingischen Gebiet (kurz: Biet), über das der Ritterkanton Neckar und Schwarzwald die Steuer- und Militärhoheit ausübte. Obwohl auch die Markgrafschaft Baden landesherrliche Ansprüche erhob, beschränkte sich deren Einfluss auf Gesetzgebung und höchste Rechtsprechung. Die Sonderstellung des Gemmingischen Gebiets äußerte sich auch in der Konfessionszugehörigkeit: Während in den umliegenden Orten durch Baden oder Württemberg die Reformation eingeführt wurde, blieb die Familie von Gemmingen mit ihren Untertanen katholisch. So überstanden die außergewöhnlich wertvollen Kunstwerke insbesondere der ehemaligen Wallfahrtskirche in Tiefenbronn diese Zeit; sie geben bis heute Zeugnis vom Reichtum der im badisch-württembergischen Grenzgebiet beidseitig umworbener Familien. Im Zuge der Mediatisierung geriet Tiefenbronn 1806 ganz unter badische Souveränität. 1839 verkaufte das Haus Gemmingen auch seine grundherrlichen Rechte an Baden. Das Biet gehörte bis 1972 zum Oberamt, Bezirksamt bzw. ab 1936 Landkreis Pforzheim.

Neben einigen bedeutenden Mitgliedern der Familie von Gemmingen stammt aus Tiefenbronn der Arzt und Naturwissenschaftler Franz Joseph Gall (1758-1828), der sich als Begründer der Phrenologie (Schädellehre) einen Namen machte.

Geschichte Mühlhausen

Mühlhausen an der Würm
Mühlhausen an der Würm
ZU Beginn des 12. Jahrhunderts wird der Ort zum ersten Mal als "Mulhusen" schriftlich genannt. Es handelt sich um einen von Heimsheim aus gegründeten Ausbauort der Merowingerzeit. Für das frühe 12. Jahrhundert lässt sich ein örtliches Adelgeschlecht nachweisen. Über die Herren von Stein zu Steinegg ging die Ortsherrschaft im 15. Jahrhundert an die Familie von Gemmingen über, die hier ein Wasserschloss an der Würm erbaute. Im Jahre 1806 kam der Ort vollständig unter badische Souveränität. 1823 trat Julius von Gemmingen mit dem seine Kinder erziehenden katholischen Geistlichen Alois Henhöfer und einem Drittel der Einwohnerschaft zum Protestantismus über. Henhöfer wurde Pfarrer der neuen evangelischen Pfarrei Mühlhausen und wirkte als Führer einer "Erweckungsbewegung" weit über den Ort hinaus.

Geschichte Lehningen

Lehningen
Lehningen
Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahre 1272: "Loningen"; der Name leitet sich von einem Personennamen ab. Lehningen wurde vermutlich als einer der letzten "-ingen-Orte" von Merklingen her angelegt. Im späten 13. Jahrhundert ist örtlicher Niederadel belegt, der in der Bürgerschaft von Weil der Stadt aufging. Wie Mühlhausen gelangte Lehningen an die Familie von Gemmingen und 1806 vollständig an Baden. Kirchlich war und ist Lehningen Neuhausen beziehungsweise Mühlhausen zugeordnet.
             

Literaturhinweise

In der Jahrbuch-Reihe "Der Enzkreis - Historisches und Aktuelles" finden Sie die Beiträge:

  • Das Tiefenbronner Chorgestühl und sein Meister Hans Kern
    von Dr. Mathias Köhler in Jahrbuch `91/92
  • Pfarrer Franz Ludwig Pfaff (1913-1987). [Nachruf]
    von Esther Schmalacker-Wyrich in Jahrbuch `93/94
  • Sieben Jahre Musikgalerie Mühlhausen/Würm. Ein persönlicher Bericht
    von Prof. Gerhard Voss in Jahrbuch 7
  • "Heiliger Sebastian, schütz' die Stadt vor Pest und Wahn"
    Kunstgeschichtliche Zeugnisse der Pestfrömmigkeit im Pforzheimer Raum
    von Dr. Mathias Köhler in Jahrbuch 9
  • Franz Joseph Gall (1758-1828) - Arzt und Naturwissenschaftler aus Tiefenbronn
    von Prof. Gerhard Eberle in Jahrbuch 9
  • Traditionsnotiz und „Ersterwähnung“. Zum Umgang mit Ortsnennungen in undatierten Einträgen des Codex Hirsaugiensis am Beispiel von Mühlhausen, Tiefenbronn und Friolzheim
    von Stephan Molitor in Jahrbuch 11

Sehenswürdigkeiten

Tiefenbronn:

  • Katholische Magdalenenkirche (frühes 15. Jahrhundert) mit kunsthistorisch sehr bedeutender Ausstattung

Mühlhausen:

  • katholische Alexanderkirche (ca. 1495)
  • Wasserschloss in Mühlhausen

Lehningen:

  • katholische Ottilienkirche (ca. 1500)
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