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Wer ist zuständig?

Neuhausen

Die heutige Gemeinde Neuhausen entstand durch Zusammenschluss der bis dahin selbständigen Ortschaften Hamberg, Neuhausen und Steinegg zum 1. März 1973, zu denen am 1. Januar 1975 noch Schellbronn hinzutrat.

Lage

Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Hochfläche zwischen Nagold- und Würmtal im Südosten Pforzheims.

Geschichte Neuhausen

Neuhausen
Neuhausen
Der von Merklingen her angelegte Ausbauort aus fränkischer Zeit ist in der ersten Hälfte des 12. Jahrhundert als "Nuhusen" schriftlich erstmals fassbar. Im selben Jahrhundert ist örtlicher Adel nachgewiesen. Im 15. Jahrhundert kam Neuhausen an die reichsritterschaftliche Familie von Gemmingen, die sich im Laufe der Jahrhunderte in verschiedene Linien aufspaltete und wieder vereinigte. Neuhausen gehörte mit sieben weiteren Dörfern, darunter die unten genannten Ortsteile Hamberg, Schellbronn und Steinegg, zum sogenannten Gemmingischen Gebiet (kurz: Biet), über das der Ritterkanton Neckar und Schwarzwald die Steuer- und Militärhoheit ausübte. Obwohl auch die Markgrafschaft Baden landesherrliche Ansprüche erhob, beschränkte sich deren Einfluss auf Gesetzgebung und höchste Rechtsprechung. Die Sonderstellung des Gemmingischen Gebiets äußerte sich auch in der Konfessionszugehörigkeit: Während in den umliegenden Orten durch Baden oder Württemberg die Reformation eingeführt wurde, blieb die Familie von Gemmingen mit ihren Untertanen katholisch. Im Zuge der Mediatisierung geriet das Gebiet 1806 ganz unter badische Souveränität. 1839 verkaufte Freiherr Julius von Gemmingen auch seine grundherrlichen Rechte an Baden. Das Biet gehörte bis 1972 zum Oberamt, Bezirksamt bzw. ab 1936 Landkreis Pforzheim. Ende des Zweiten Weltkriegs erlitt Neuhausen Zerstörungen.

Geschichte Hamberg

Kirchplatz mit dem beiden Kirchen St. Wolfgang in Hamberg.
Kirchplatz mit dem beiden Kirchen St. Wolfgang in Hamberg.
Das langgezogene Waldhufendorf ist als Rodungssiedlung im Hochmittelalter entstanden. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1453. Hambergs Geschichte steht möglicherweise schon von Anfang an in engem Zusammenhang mit der Burg Steinegg und den anderen Biet-Gemeinden. Auf Hamberger Gemarkung befand sich das abgegangene gemmingische Jagdschloss Taulbronnen.

Geschichte Schellbronn

Schellbronn
Schellbronn
Wie Hamberg ist auch dieser Ort eine hochmittelalterliche Rodungssiedlung. Schellbronn wurde von Merklingen aus als Waldhufendorf angelegt. Die schriftliche Ersterwähnung als "Scaltebrunnen" stammt aus dem Ende des 11. Jahrhunderts. Ursprünglich besaß das Kloster Hirsau umfangreiche Rechte. Im 15. Jahrhundert gehörte der Ort zur markräflich-badischen Herrschaft Liebenzell. Die Markgrafen gaben Schellbronn um die Jahrhundertmitte als Lehen an die Familie von Gemmingen aus, die 1557 auch die letzten Hirsauer Grundrechte erwerben konnte. Fortan gehörte das Dorf vollständig zur Herrschaft Gemmingen-Hagenschieß.

Geschichte Steinegg

In der großteils wiederaufgebauten Burganlage Steinegg.
In der großteils wiederaufgebauten Burganlage Steinegg.
Der Ausbauort zu einer hochmittelaterlichen Burg, die durch das Adelsgeschlecht von Stein angelegt worden war, ist um 1140 schriftlich genannt. Im 14. Jahrhundert ist eine Familie von Steinegg nachgewiesen, die eines der Häupter des sogenannten Schleglerbundes stellte. Im 15. Jahrhundert kam Steinegg als markgräflich-badisches Lehen an die Familie von Gemmingen und war Mittelpunkt deren Herrschaft Hagenschieß. Ab 1515 existierte eine eigene Linie Gemmingen-Steinegg.
             

Literaturhinweise

In der Jahrbuch-Reihe "Der Enzkreis - Historisches und Aktuelles" finden Sie die Beiträge:

  • Die Multschertafeln von Neuhausen
    von Heinrich Leicht in Jahrbuch `86/87
  • Burg Steinegg. Das Ende einer Reichsherrschaft
    von Georg F. Kost in Jahrbuch `91/92
  • Die Ziegelhütte in Neuhausen
    von Anette und Günter W. Kast in Jahrbuch 6
  • Die Gemeinde Neuhausen - vier Ortschaften im westlichen Biet
    von Erich Schmidl in Jahrbuch 8
  • "Heiliger Sebastian, schütz' die Stadt vor Pest und Wahn"
    Kunstgeschichtliche Zeugnisse der Pestfrömmigkeit im Pforzheimer Raum
    von Dr. Mathias Köhler in Jahrbuch 9

Sehenswürdigkeiten

Neuhausen:

  • Katholische Pfarrkirche St. Urban und Vitus (1521/23)
  • Sebastianskapelle (1475)

Zwischen Neuhausen und Steinegg:

  • Wendelinskapelle (1723/24)

Steinegg:

  • Schloss bzw. Burgruine (mit datierbaren Teilen ab dem 15. Jahrhundert)
  • Schlosskapelle
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