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Stadt Maulbronn

Maulbronn in seinem heutigen Umfang entstand durch Eingliederung der Gemeinde Schmie zum 1. Januar 1970 und Zusammenschluss mit der Gemeinde Zaisersweiher am 1. Januar 1975 und liegt 227 bis 368 Meter über NN. Die Stadt ist für das Weltkulturerbe "Kloster Maulbronn" bekannt.

Lage

Das Stadtgebiet im nordöstlichen Enzkreis ist Teil des Strombergvorlandes im Bereich der Wasserscheide zwischen Rhein und Neckar. Maulbronn liegt an der Bundesstraße B 35 und verfügt an seiner westlichen Markungsgrenze über eine Bahnstation.

Geschichte Maulbronn

Blick von Osten auf die Klosteranlage Maulbronn mit Jagdschloss (rechts).
Blick von Osten auf die Klosteranlage Maulbronn mit Jagdschloss (rechts).
Anfang des 12. Jahrhundertserstmals als "Mulbrunnen" schriftlich erwähnt, leitet sich der heutige Bekanntheitsgrad der Stadt von dem Zisterzienserkloster ab, das 1138 in Eckenweiher bei Mühlacker gegründet und 1147 hierher verlegt wurde. Passend zur legende von einem am Brunnen rastenden Maulesel der Mönche hängt der Ortsname mit einem solchen Tier und nicht wie verschiedentlich behauptet mit einer Mühle zusammen. Die Schirmherrschaft über das Kloster übte zunächst der Bischof von Speyer aus, im 12. Jahrhundert geriet es unter direkten Einfluss der Stauferkönige und damit des Reiches. Auch die Herren von Enzberg erhoben Vogteiansprüche. Im 13./14. Jahrhundert übte der Wimpfener Reichslandvogt die Oberhoheit aus, bis diese 1361/66 an die rheinische Pfalzgrafschaft gelangte. Die Abtei hat im Laufe des Spätmittelalters eine beeindruckende Territorialpolitik betrieben und konnte schließlich über ein weitgehend zusammenhängendes Klostergebiet mit rund 30 Ortschaften zwischen Vaihingen, Leonberg, Pforzheim und Bretten verfügen. Vogteiansprüche der Grafschaft Württemberg und der Markgrafschaft Baden führten im 15. Jahrhundert zu Auseinandersetzungen mit der Kurpfalz. Diese verlor 1504 durch den Landshuter Erbfolgekrieg Maulbronn, das mit seinem Gebiet der Schirmherrschaft des 1495 zum Herzogtum erhobenen Württemberg unterstellt wurde. Herzog Ulrich begann um 1535 mit der Durchführung der Reformation, die Herzog Christoph ab 1556 hier endgültig vollzog. Aus dem Klostergebiet wurde das größte württembergische Klosteramt gebildet; die Abtei selbst war fortan Klosterschule (Seminar) zur Pfarrerausbildung und Sitz einer evangelischen Prälatur. Während des Dreißigjährigen Krieges zogen 1629 bis 1648 vorübergehend nochmals katholische Mönche in Maulbronn ein. Neben dem groß angelegten Klosterbereich mit Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäuden existierten lange Zeit an Siedlungen auf Maulbronner Gemarkung nur einige Klosterhöfe beziehungsweise -weiler wie der Elfinger Hof (heute Staatsdomäne), der Schafhof, der Scheuelberghof und der Seidehof. Erst mit der Gründung einer politischen Gemeinde 1838 begann sich eine bürgerliche Ansiedlung in Klosternähe zu entwickeln, die 1886 Stadtrecht erhielt. Das Maulbronner Klosteramt bestand in leicht verkleinertem Umfang ab 1806 als weltliches Oberamt fort. 1938 erfolgte die Auflösung des seit 1934 Landkreis genannten Maulbronner Bezirks; die zugehörigen Gemeinden wurden dem Landkreis Vaihingen zugeordnet, der bis zum 31. Dezember 1972 existierte.

Als Abt, Prälat, Ephorus (Leiter des Seminars) oder Professor wirkten in Maulbronn bedeutende Männer wie Valentin Vannius (Wanner), Balthasar Sprenger, Johann Ernst Osiander, Karl Christian Planck, Eberhardt Nestle und Heinrich Fausel. Das theologische Seminar Maulbronn genoss - und genießt - sehr hohes Ansehen. Zahlreiche bekannte Schüler wie Johannes Kepler, Friedrich Hölderlin, Hermann Kurz, Hermann Gundert, Eduard Zeller, Georg Herwegh, David Friedrich Weinland und Hermann Hesse verbrachten dort prägende Jugendjahre. In Maulbronn geboren wurden weiterhin Persönlichkeiten wie die Liederdichterin Magdalena Sybilla Rieger, die Theologen Christian Märklin und Albert Maximilian Landerer, der Arzt Heinrich Philipp Landerer und der Orientalist Johann Ernst Wilhelm Osiander (Sohn des Prälats Johann Ernst Osiander).

Geschichte Schmie

Schmie
Schmie
Der vermutlich erst im Hochmittelalter als Ausbausiedlung von Lienzingen her angelegte Ort wird spätestens im Jahr 1308 als "Smiche" urkundlich erstmals erwähnt. Nach diesem ursprünglichen Gewässernamen ist auch die fränkische Grafschaftsbezeichnung Schmiegau benannt. Die wichtige Handelsstraße von Frankfurt über Speyer nach Cannstatt und Ulm (heute B 35) war von großer Bedeutung für das Dorf. Aus dem Besitz der Herren von Roßwag, Enzberg und Wunnenstein sowie der Grafen von Württemberg erwarb das Kloster Maulbronn im Laufe des 14. Jahrhunderts die Ortsherrschaft über Schmie. Mit der Abtei wurde das Dorf 1504 württembergisch und gehörte zum Klosteramt, später Oberamt Maulbronn und 1938 bis 1972 zum Landkreis Vaihingen. Eine besondere Tradition hat seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Steinhauerhandwerk in Schmie.

Geschichte Zaisersweiher

Zaisersweiher
Zaisersweiher
Das im Jahre 1100 anlässlich der Gründung des Benediktinerklosters Sinsheim erstmals schriftlich nachgewiesene Dorf dürfte im frühen Hochmittelalter gegründet worden sein. Namengebend war ein "Zeisolf", wie die erste Überlieferungsform "Zeizolfeswilre" nahe legt. Verbindungen zu den Kraichgaugrafen sind aufgrund des Leitnamens derselben wahrscheinlich. Seit 1299 sind Erwerbungen des Klosters Maulbronn bezeugt, das im 14. Jahrhundert auch die Herrschaftsrechte der Familien von Roßwag und von Enzberg erlangte. Mit der Abtei unterstand Zaisersweiher ab 1504 - damals zerstört - württembergischer Oberhoheit und gehörte zum Klosteramt, dann Oberamt Maulbronn sowie 1938 bis 1972 zum Landkreis Vaihingen.
 

Literaturhinweise

Sehenswürdigkeiten

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