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Wer ist zuständig?

Remchingen

Die Gemeinde Remchingen entstand zum 1. Januar 1973 durch Zusammenschluss der Ortschaften Singen und Wilferdingen; am 1. Januar 1975 erfolgte die Eingemeindung von Nöttingen. Der Ortsname wurde in Nachbenennung nach dem abgegangenen Dorf Remchingen bei Wilferdingen gewählt.

Lage

Das Gemeindegebiet im nordwestlichen Enzkreis zählt zum Pfinzhügelland des südlichen Kraichgaus. Die Bahnlinie Karlsruhe-Pforzheim verläuft zwischen Wilferdingen und Singen (Haltepunkt), die Bundesautobahn A 8 zwischen Nöttingen und Wilferdingen (Ausfahrten Karlsbad beziehungsweise Pforzheim-West). Letzteres liegt direkt an der Bundesstraße 10.

Geschichte Singen

Kreuzkirche und rechts davon das alte Rathaus im Ortskern von Singen.
Kreuzkirche und rechts davon das alte Rathaus im Ortskern von Singen.
Früher als die anderen Remchinger Ortsteile ist das spätestens aus merowingischer Zeit stammende Singen schriftlich bezeugt. Bereits auf 769 wird die erste Erwähnung von "Sigincheim" datiert, abgeleitet von einem Personennamen. Die Herrschaftsentwicklung verlief parallel zu derjenigen von Wilferdingen. So gehörten schon 1404 zwei Drittel des Dorfes zum badischen Amt Remchingen. Singen zählte später ebenfalls bis 1821 zum Amt Stein, bis 1924 zu Durlach und seither zu Pforzheim. Mit dem Bau der Eisenbahn verbesserten sich die ökonomischen Verhältnisse der Einwohner aller Remchinger Ortsteile, da die aufkeimende Industrie in Karlsruhe und Pforzheim neue Erwerbsmöglichkeiten bot.

Geschichte Wilferdingen

Wilferdingen
Wilferdingen
Der früheste schriftliche Beleg für Wilferdingen ist auf die Jahre zwischen 888 und 893 datierbar und lautet "Uuluirincha" ("Vulvirincha"). Auf dortiger Markung lebten allerdings schon Römer, wie die Ausgrabungen eines Dorfes "Vicus Senotensis" beweisen. Die Herrschaftsrechte Wilferdingens standen in engem Zusammenhang mit der abgegangenen Burg Remchingen, von der heute nur noch der Burghügel ansatzweise zu erkennen ist. Die zugehörige Siedlung befand sich in der Nähe des heutigen Bahnhofs. Vermutlich schon im Hochmittelalter verschwand der 1160 erstmals schriftlich erwähnte Ort Remchingen weitgehend; nur Burg und Kirche blieben noch bestehen. Der erst im 18. Jahrhundert erloschene Ortsadel "von Remchingen" entstammt der Ministerialität der Grafen von Vaihingen und stand früh in Beziehung zu den Grafen von Eberstein. An der Herrschaft Remchingen besaßen die Markgrafen von Badn spätestens seit dem frühen 14. Jahrhundert Rechte; der Ortsadel war von diesen und den Ebersteinern mit Anteilen belehnt. Auch andere Familien wie die von Gültlingen und von Hoheneck waren badische Lehensinhaber, so von zwei Dritteln Wilferdingens beziehungsweise der Burg Remchingen. 1562 gelangte die gesamte Herrschaft Remchingen dauerhaft in badische Hand. Ein eigenes badisches Amt Remchingen bestand schon 1404. Es wurde um 1600 mit dem Amt Stein vereinigt und ging in diesem schließlich ganz auf. 1604 starb Markgraf Ernst Friedrich von Baden-Durlach auf der Burg Remchingen, als er die Stadt Pforzheim mit Waffengewalt zur Annahme des kalvinistischen Bekenntnisses zwingen wollte. Wilferdingen und Remchingen wurden im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1691 beziehungsweise 1692) von französischen Truppen zerstört, die Burg 1749 vollends abgetragen und die dortige Kirche 1784 abgebrochen. Letzte bauliche Reste Remchingens verschwanden im 19. Jahrhundert. Wilferdingen hatte längst dessen Funktion als Gemeinde und Pfarrei übernommen. Mit dem Ende des Amtes Stein kam das Dorf 1821 zum Oberamt, später Bezirksamt Durlach und nach dessen Auflösung (1924) zum Bezirksamt beziehungsweise 1936 bis 1972 Landkreis Pforzheim.

Aus Wilferdingen stammte der "Rösslewirt" Carl Dittler (1802-1876), dem in der Revolution 1848/49 eine bedeutende Rolle zukam.

Geschichte Nöttingen

Nöttingen
Nöttingen
Die schriftliche Erwähnung des Ortes ist vermutlich in die erste Hälfte des 9. Jahrhunderts datierbar, als ein "Notingh(us)" dem Kloster Reichenau Besitzungen in "Nettingen" schenkte. Der Ortsname könnte auf diesen Noting zurückgehen oder aber – wie sonst bei den auf -ingen endenden Ortschaften – auch wesentlich älter sein. Seit dem 13. Jahrhundert erwarb die Markgrafschaft Baden nach und nach die Ortsherrschaft, die sie seit dem Ankauf der Herrschaft Remchingen (1562) vollständig innehatte. Nöttingen gehörte zum Amt Remchingen, dann Stein und ab 1803 zum Oberamt bezieungsweise Bezirksamt sowie 1936 bis 1972 Landkreis Pforzheim.

Nordwestlich von Nöttingen liegt das 1935 dorthin eingemeindete kleine Straßendorf Darmsbach. Es war als hochmittelalterliche Ausbausiedlung von Nöttingen aus angelegt worden und ist im Jahr 1278 als "Darmesbach" erstmals schriftlich nachgewiesen. Die Herren von Remchingen hatten dort Grundbesitz. 1454 gelangte der Ort mit Wilferdingen an Baden. Darmsbach gehörte kirchlich stets zu Nöttingen.
             

Literaturhinweise

In der Jahrbuch-Reihe "Der Enzkreis - Historisches und Aktuelles" finden Sie die Beiträge:

  • Remchingen. Vor und nach der Gemeindereform
    von Werner Engel in Jahrbuch `86/87
  • Senotensis. Ein provinzialrömisches Dorf im Remchinger Tal
    von Bernd Müller in Jahrbuch `89/90
  • Das Kinder- und Jugendheim Sperlingshof in Wilferdingen
    von Uwe-Dietmar Helbing in Jahrbuch `91/92
  • Rolf Guigas zum 60. Geburtstag
    von Wilhelm Guigas in Jahrbuch `91/92
  • Das Kloster Maria zur Aich in Wilferdingen
    von Bernd Müller in Jahrbuch `93/94
  • Die Wasserburg Remchingen
    von Werner Engel in Jahrbuch 8
  • Am Anfang war ein Klavier. Die Musik- und Kunstschule Westlicher Enzkreis e.V. in Wilferdingen
    von Barbara Casper und Iris Finkbeiner in Jahrbuch 9

Sehenswürdigkeiten

Singen:

  • Evangelische Pfarrkirche (1609/1785)

Wilferdingen:

  • Evangelische Pfarrkirche (1784/86)
  • Römermuseum
    Außergewöhnliche Exponate zur römischen und keltischen Geschichte in Remchingen und weitere Ausstellungsstücke zu wechselnden Sonderthemen.
    Standort: Niemandsberg 4, 75196 Remchingen-Wilferdingen
    Eintritt frei
    Öffnungszeiten nach Vereinbarung unter 07232 79257

Nöttingen:

  • Evangelische Pfarrkirche (1609/1785)
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