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Wer ist zuständig?

Königsbach-Stein

Die Gemeinde Königsbach-Stein entstand durch Zusammenschluss der Gemeinden Königsbach und Stein am 1. Juli 1974. Das Gebiet erstreckt sich auf Höhen  zwischen 163 ind 330 Metern über NN.

Lage

Die Gemeinde Königsbach-Stein liegt im südlichen Kraichgau beziehungsweise im Pfinzgauhügelland, rund zehn Kilometer nordwestlich von Pforzheim. Königsbach ist Haltepunkt an der Bahnstrecke Pforzheim-Karlsruhe. Die Gemeinde ist Sitz des Gemeindeverwaltungsverbandes Kämpfelbachtal, dem neben Königsbach-Stein auch die Nachbargemeinden Kämpfelbach und Eisingen angehören.

Geschichte Königsbach

Königsbach
Königsbach
Bei der schriftlichen Ersterwähnung von Königsbach aus dem Jahr 843 als "Chunigespahc" beziehungsweise "Huningerpach" handelt es sich um Fälschungen aus dem 12. Jahrhundert. Als gesichert kann hingegen die Erwähnung als "Kunegesbach" aus dem Jahr 1252 gelten. Königsbach war ein früher fränkischer Ausbauort, über den die Grafen von Eberstein Herrschaftsrechte ausübten. Seit dem 13. Jahrhundert ist Ortsadel nachweisbar. Die Besitzrechte waren zersplittert; so stand der Ort unter badischer, württembergischer und hohenzollerischer Lehenshoheit. Sieben Zwölftel des Ortes kamen im Jahre 1650 an die reichsritterschaftliche Familie von Saint André, die übrigen fünf Zwölftel standen unter badischer Herrschaft und wurden vom Amt Stein verwaltet. Mit der Mediatisierung kam 1805 ganz Königsbach zu Baden und mit der Auflösung des Amtes Stein 1821 zum Oberamt Durlach, 1924 zum Bezirksamt Pforzheim und danach bis 1972 zum Landkreis Pforzheim. Seit 1699 durften sich Juden in Königsbach ansiedeln; die jüdische Gemeinde fiel der Verfolgung im Dritten Reich fast vollständig zum Opfer. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs war Königsbach hart umkämpft.

Aus Königsbach stammen der Renaissance-Baumeister Johannes Schoch (um 1550 bis 1631) und der bayerische Kabinettsprediger und Ministerialrat Ludwig Friedrich Schmidt (1764-1857).

Geschichte Stein

Stein
Stein
Stein ist Mitte des 12. Jahrhunderts erstmals schriftlich erwähnt. Der Name weist auf eine Burg hin, der Ort entstand vermutlich als Burgsiedlung. Seit 1252 ist eine Adelsfamilie von Stein bezeugt, die schon im 13. Jahrhundert Beziehungen zu den Markgrafen von Baden besaß, die Anfang des 14. Jahrhunderts als Ortsherren erscheinen. 1403 widerstand der befestigte Ort einer Belagerung durch die Kurpfalz. Seit Ende des 14. Jahrhunderts ist Stein als Sitz eines badischen Amtes genannt, obwohl Stein kein Stadt-, sondern nur Marktrecht besaß. Um 1600 wurde der Bezirk mit den Amt Remchingen und 1676 mit dem Amt Langensteinbach vereinigt; Amtssitz blieb Stein bis zur Auflösung des Bezirks im Jahre 1821. Der Ort wurde in diesem Jahr dem Amt Bretten zugeschlagen und gehörte von 1920 bis 1972 zum Landkreis Pforzheim. Wie Königsbach hatte auch Stein 1945 starke Zerstörungen zu erleiden.

Als "größter Sohn" der Gemeinde gilt der 1496 verstorbene Frühhumanist Johannes Heynlin de Lapide (von Stein), Rektor der Pariser Universität Sorbonne.
             

Literaturhinweise

In der Schriftenreihe des Kreisarchivs ist erschienen:

  • Ortsfamilienbuch Stein, Gemeinde Königsbach-Stein (Enzkreis) 1654 - 1850
    von Ernst Hahner, Pforzheim 2002

In der Jahrbuch-Reihe "Der Enzkreis - Historisches und Aktuelles" finden Sie die Beiträge:

  • Moderne Unterrichtsformen im Bildungszentrum Königsbach
    von Margot Hug und anderen Autoren in Jahrbuch `86/87
  • Auf den Spuren jüdischer Mitbürger. Eine Arbeitsgemeinschaft des Bildungszentrums Königsbach berichtet
    von Uwe Rummel und Dr. Joachim Mehne in Jahrbuch 6
  • Der Frühhumanist Johannes Heynlin aus Stein
    von Prof. Martin Steinmann in Jahrbuch 7
  • Johannes Schoch (um 1550-1631) - Baumeister aus Königsbach
    von Rolf Schenke in Jahrbuch 8
  • Die Ersterwähnung der Gemeinde Stein um 1100 - eine politische Friedensschenkung
    von Dr. Clemens Rehm in Jahrbuch 9
  • Das ehemalige Amtsdiener- und Turmhüterhaus in Stein - ein Bauwerk Friedrich Weinbrenners (1766-1826)
    von Dr. Joachim Mehne in Jahrbuch 9
  • Sonnenwirtle, Schinder Peterlen und Hannikel. Historische Räuber im Enzkreisgebiet
    von Dr. Erich Viehöfer in Jahrbuch 9
  • Das historische Rathaus in Königsbach - Planung des Architekten anlässlich der Erweiterung
    von Dipl.-Ing. Hans Schänzel in Jahrbuch 9

Sehenswürdigkeiten

Königsbach:

  • Evangelische Kirche (ehemalige Wehrkirche)
  • Schloss der Familie von Saint André aus dem 16. Jahrhundert
  • Fachwerk-Rathaus
  • jüdischer Friedhof

Stein:

  • Rathaus (mit Heimatstube Batsch-Brestowatz)
    Die Erinnerung an die Donauschwaben in der Batschka, die Ende des 18. Jahrhunderts das Land zwischen Donau und Theiß besiedelten, wird lebendig gehalten. Nach dem zweiten Weltkrieg kamen viele deutsche Familien aus Batsch-Brestowatz (im heutigen Serbien gelegen) nach Stein.
    Standort: Marktplatz 12, 75203 Königsbach-Stein
    Öffnungszeiten: Jeden 1. Sonntag im Monat von 13:00 – 17:00 Uhr und nach Vereinbarung (Telefon: 07232 1742)
  • Fachwerkgebäude
  • evangelische Pfarrkirche (Ende 15. Jahrhundert)
  • Mauerreste der mittelalterlichen Burg und Bergfried (16. Jahrhundert)
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