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Knittlingen

Die Stadt Knittlingen in ihrem heutigen Umfang entstand durch Eingliederung der Gemeinde Kleinvillars am 15. Februar 1972 und Vereinigung mit der Gemeinde Freudenstein zum 9. August 1975 und liegt auf Höhen zwischen 195 und 243 Metern über NN.

Lage

Das Stadtgebiet an der nördlichen Grenze des Enzkreises liegt am Übergang vom Brettener Hügelland zum Strombergvorland. Die Bundesstraße B 35 führt direkt an Knittlingen vorbei. Der Stadtteil Kleinvillars ist Haltepunkt an der Bahnlinie Bretten - Mühlacker.

Geschichte Knittlingen

Knittlingen
Knittlingen
Der wohl in der frühen fränkischen Zeit gegründete Ort ist für das Jahr 843 als "Cnudelingen" (Siedlung des Cnudilo) schriftlich erstmals erwähnt. Im 12. Jahrhundert ist örtlicher Niederadel nachgewiesen. Noch im folgenden Jahrhundert wurde zwischen oberem, mittlerem und unterem Dorf unterschieden, was für eine damals noch locker gestreute Siedlungsanlage spricht. Aus dem Besitz verschiedenster geistlicher und weltlicher Herrschaftsträger, darunter auch der Markgrafen von Baden, kristallisierte sich das Kloster Maulbronn schließlich als alleiniger Inhaber der Ortshoheit heraus. 1360 wurde Knittlingen durch den rheinischen Pfalzgrafen zerstört und stand anschließend unter dessen Schirmherrschaft. 1504 jedoch eroberte Herzog Ulrich von Württemberg den damals als Städtchen bezeichneten Ort, der darauf in Folge des in Knittlingen geschlossenen Vertrags mit dem gesamten Maulbronner Klostergebiet unter württembergischen Schirm gelangte. Mit Durchführung der Reformation wurde Knittlingen im weiteren 16. Jahrhundert Teil des Klosteramtes Maulbronn. Die Knittlinger Lateinschule reicht bis in diese Zeit zurück. 1632 und 1692 erlitt der Ort große Zerstörungen. Die wichtige Handelsstraße von Frankfurt über Speyer nach Cannstatt und Ulm (heute B 35) führte mitten durch Knittlingen, das zugleich Station der Thurn- und Taxis’schen Reichspost war. Knittlingen, das in der frühen Neuzeit wechselnd als Stadt, Städtlein und Marktflecken bezeichnet ist, erhielt 1840 offiziell das Stadtrecht verliehen. Als bedeutender Wirtschaftsbetrieb wuchs die Mundharmonikafabrik Hotz heran, die auf die Erfindung eines jungen Knittlingers zurückgeht, 1906 von der Trossinger Firma Hohner übernommen wurde und bis zur Weltwirtschaftskrise produzierte. Obwohl im 19. Jahrhundert in Knittlingen ein Bahnhof errichtet wurde, verlegte man die Bahnstrecke letztlich nicht dorthin. 1945 erlitt die Stadt durch Artilleriebeschuss erneute Zerstörungen. Ab 1806 gehörte Knittlingen – wie seine beiden Stadtteile – zum Oberamt Maulbronn und 1938 bis 1972 zum Landkreis Vaihingen.

Als berühmtester Sohn Knittlingens gilt der Arzt und Schwarzkünstler Dr. Johannes Faust (um 1480 bis 1536), der durch Goethes Tragödie literarische Berühmtheit erlangte.

Geschichte Freudenstein

Blick aus den Weinbergen auf Freudenstein.
Blick aus den Weinbergen auf Freudenstein.
Der Ort entstand als Burgsiedlung auf Knittlinger Gemarkung und hat sich später verselbständigt. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus der Zeit um 1251 als "Frodenstein". Frühe Herrschaftsträger waren die Markgrafen von Baden, die Herren von Roßwag und die örtliche Ministerialenfamilie von Freudenstein, nach denen sich der Brettener Ortsadel nannte. Im 13. Jahrhundert setzten Erwerbungen der Klöster Maulbronn und Herrenalb ein, die schließlich die Ortsherrschaft mit Anteilen von fünf beziehungsweise drei Achteln gemeinsam ausübten. Im 16. Jahrhundert erlangte Württemberg über beide Klöster die Oberhoheit und säkularisierte diese. Freudenstein blieb jedoch administrativ weiter geteilt, indem es nun den beiden Klosterämtern Maulbronn und Herrenalb zugehörte; die Verwaltung über letzteren Anteil nahm die Herrenalber Stabspflege Derdingen wahr.

Stets im Zusammenhang mit Freudenstein stand das oberhalb des Ortes am Hang gelegene kleine Dorf Hohenklingen, das – hochmittelalterlichen Ursprungs – 1312 erstmals schriftlich genannt ist.

Geschichte Kleinvillars

Kleinvillars
Kleinvillars
Der Ort wurde erst im Jahre 1699 von Waldensern - reformierten Glaubensflüchtlingen aus Piemont - gegründet, die auch Großvillars nördlich von Knittlingen besiedelten. Beide Ortsnamen sind vom Herkunftsort der Exulanten, Villar Perosa, abgeleitet. Die Kleinvillarser Gemarkung war damals aus Teilen der Nachbargemeinden Knittlingen und Ölbronn gebildet worden und gehörte wie diese dem Klosteramt Maulbronn an. Der Ort bildete zunächst mit Großvillars eine Gemeinde und wurde 1826 selbständig. 1823 erfolgte die Eingliederung der reformierten Pfarreien in die evangelische Landeskirche Württembergs. Bis heute erinnern die Dorfanlage der Waldensersiedlung mit ihren schnurgeraden Straßen und den kleinen, giebelseitig stehenden Wohnhäusern sowie zahlreichen Familiennamen an die fremde Herknft der ersten Bewohner. Deren alpenprovenzialische Sprache, das sogenannte Patois, ist hingegen Anfang des 20. Jahrhunderts entgültig erloschen.
 

Literaturhinweise

Sehenswürdigkeiten

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