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Wer ist zuständig?

Heimsheim

Die Heimsheimer Gemarkung befindet sich zwischen 390 und 510 Metern über NN und gehört dem im Schwarzwaldvorland gelegenen Heckengäu an.

Lage

Die Stadt liegt rund 15 Kilometer südöstlich Pforzheims und hat direkten Anschluss an die Bundesautobahn A 8. Heimsheim ist Mitglied des Gemeindeverwaltungsverbandes Heckengäu.

Geschichte

Heimsheim
Heimsheim
Die früheste urkundliche Erwähnung Heimsheims werden auf 965 ("Heimbotesheim") datiert und bezieht sich auch ein Treffen Kaiser Ottos des Großen mit seinen Söhnen; der erste Bestandteil des Ortsnamens geht auf einen Personennamen zurück. Heimsheim gehörte wohl zum Königsgut. Für das 12. und 13. Jahrhundert ist ein Adelsgeschlecht "von Heimsheim" nachgewiesen, das im Gefolge des staufischen Rheinpfalzgrafen Konrad und dann der Pfalzgrafen von Tübingen stand. Diese erhoben Heimsheim, das bereits 1295 als solche bezeichnet wurde, wohl im beginnenden 14. Jahrhundert endgültig zur Stadt. Nachfolger der Tübinger Pfalzgrafen wurden die Herren von Stein zu Steinegg und die Herren von Enzberg. Im sogenannten Schleglerkrieg wurde Heimsheim 1395 von Württemberg zerstört, die drei "Schleglerkönige" (von Stein und von Enzberg) wurden gefangen genommen. Die weitere Besitzgeschichte verlief überaus kompliziert: Verschiedene Herrschaften waren beteiligt, darunter die Familie von Gemmingen, die Markgrafen von Baden sowie die Grafen und späteren Herzöge von Württemberg, die ab 1510 alleiniger Inhaber der Gerichtsherrschaft waren und im 16. Jahrhundert die Reformation einführten. Die badisch-gemmingischen Anteile kamen 1687 ebenfalls an Württemberg, das diese separat als Rentkammeramt verwaltete, während die übrigen Anteile zum Amt Leonberg gehörten. Als 1724 bis 1733 Graf Wilhelm von Grävenitz Heimsheim als Mannlehen besaß, erlebte das Städtchen eine kurze spätbarocke Blütezeit als Residenz. Im 19. Jahrhundert gelangte ganz Heimsheim zum Oberamt beziehungsweise ab 1934 zum Landkreis Leonberg, der 1972 aufgelöst wurde. Die Stadt war mehrfach von Brandkatastrophen (1634 und 1875) betroffen; 1945 wurde Heimsheim durch Bombardierung sogar zu 75 Prozent zerstört.

Aus Heimsheim stammten Johann Friedrich Stahl (1718-1790), Lehrer der Kameralwissenschaften an der Hohen Karlsschule, und Karl Heinrich Schnauffer (1823-1854), 1848er-Revolutionär, Schriftsteller und Journalist in den USA.

             

Literaturhinweise

In der Jahrbuch-Reihe "Der Enzkreis - Historisches und Aktuelles" finden Sie die Beiträge:

  • Heimsheim - Schulstädtchen mit Tradition
    von Gottfried Haase und Erich Schmidl in Jahrbuch `86/87
  • Heimsheimer Hafner und ihre Ofenwandplättchen
    von Hellmut Liebig in Jahrbuch `89/90
  • Heimsheim - die Schleglerstadt
    von Christa Pfisterer in Jahrbuch 6
  • Abschuß - Heranheulen - Einschlag.
    Bericht von Stadtpfarrer Heinrich Fausel über die Zerstörung Heimsheims 1945
    im Beitrag "Denn nun sind wir Kampfgebiet ..."
    von Konstantin Huber in Jahrbuch 6
  • Die Justizvollzugsanstalt Heimsheim
    von Hubert Fluhr in Jahrbuch 9
  • Zwischen Zerstörung und Wiederaufbau. Heimsheim in den Nachkriegsjahren 1945 – 1952
    von Karl J. Mayer in Jahrbuch 11
  • Das Kuratorium Schleglerschloss Heimsheim e. V. - Eine der ältesten Bürgerinitiativen im Land
    von Ursula Duppel-Breth in Jahrbuch 12

Sehenswürdigkeiten

  • Fünfgeschossiges Steinhaus (auch Schleglerschloss oder Kasten genannt) aus dem 14./15. Jahrhundert
  • Neues Schloss (1729/30 von Paolo Retti) mit Deckengemälde von Carlo Carlone
  • Wasch- und Backhaus mit Obstdörre
    Eine reiche Sammlung von Gegenständen rund ums Backen und Waschen zeigt, wie beschwerlich früher zum Beispiel das Waschen ohne Waschvollautomat war.
    Standort: Mönsheimer Straße, 71296 Heimsheim
    Besichtigung nach Vereinbarung mit der Gemeindeverwaltung (Telefon: 07033 5357-0)
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