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Flüchtlinge im Enzkreis - Teil 21: Landratsamt sucht Wohnungen für Flüchtlinge

Nachricht vom 18.01.2016

Viele Tausend Menschen suchen zurzeit Zuflucht in Deutschland. Woher kommen diese Menschen, wo und wie werden sie untergebracht, dürfen sie arbeiten und wenn ja, ab wann? Antworten auf diese und zahlreiche weitere Fragen gibt eine Artikelserie, die im Mitteilungsblatt erscheint.

Appell an Wohnungs- und Hausbesitzer

Für wöchentlich 99 Menschen muss das Landratsamt ein Dach über dem Kopf organisieren. Turnhallen oder Zelte sind Notlösungen – gesucht werden deshalb feste Unterkünfte. Einige bauen der Enzkreis oder die Gemeinden derzeit, aber bis zur Fertigstellung vergeht Zeit. Deshalb wurde eine Arbeitsgruppe zusammengestellt, die sich gezielt um Häuser, Wohnungen oder andere Objekte kümmert, die dem Landratsamt zur Miete angeboten werden.

Das Team erfasst die Angebote, die telefonisch, per E-Mail oder direkt über ein Kontaktformular im Internet gemeldet werden können, und fordert gegebenenfalls die Pläne direkt beim zuständigen Bauamt an. Danach erfolgt eine erste Besichtigung, bei der nicht nur der Zustand der Wohnung, sondern auch möglicherweise notwendige Fluchtwege und andere Maßnahmen des Brandschutzes geprüft werden. Zur „Grundausstattung“ jeder Unterkunft gehören eine funktionierende Heizung, Bad und WC sowie eine Kochmöglichkeit. Ob hier nachgerüstet werden muss, wird ebenfalls beim Besichtigungstermin geklärt. Die Wohnung muss nicht möbliert sein; auch eine Küche wird, falls nicht vorhanden, vom Landratsamt beschafft.

Jedem Flüchtling stehen in der vorläufigen Unterbringung 4,5 Quadratmeter zum Schlafen und Wohnen zu. Die Höhe der Miete richtet sich nach der Zahl der Menschen, die untergebracht werden können, und nach den ortsüblichen Preisen. Denn falls der Landkreis überhöhte Beträge bezahlen würde, stiege unweigerlich das allgemeine Mietniveau – dies will die Verwaltung in jedem Fall vermeiden.

Wer eine leerstehende Wohnung anbietet, schließt den Mietvertrag nicht mit den Menschen, die dort einziehen, sondern mit dem Landratsamt. Das Amt überweist die Miete und die Nebenkosten und haftet für eventuell auftretende Schäden. Es entscheidet jedoch auch, wer dort einzieht. Der Vermieter kann sich die Bewohner letztlich nicht aussuchen, sondern lediglich angeben, für welchen Personenkreis er seine Wohnung bevorzugt anbieten möchte. Das Amt wird diese Wünsche nach Möglichkeit zu erfüllen versuchen. Eine Garantie kann es nicht geben, weil es selbst kaum Einfluss darauf hat, aus welchen Ländern Flüchtlinge in den Enzkreis kommen oder wie viele Familien mit Kindern darunter sind.

Auch Wohnungen für Menschen mit Bleiberecht gesucht

Aktuell leben in den Gemeinschaftsunterkünften mehr als 150 anerkannte Asylbewerber. Sie haben ein dauerhaftes Bleiberecht und können sich deshalb selbst eine Wohnung suchen. Auch für diesen Personenkreis nimmt das Akquise-Team beim Enzkreis Angebote entgegen, die es dann an die jeweilige Gemeinde weiterleitet: Die Kommunen sind für die Anschluss-Unterbringung zuständig. In diesem Fall können die Eigentümer aussuchen, an wen sie ihre Wohnung vermieten wollen. Die Miete wird – falls die Menschen noch kein eigenes Einkommen haben – im Grundsatz vom Jobcenter übernommen, wenn sie nach den gesetzlichen Vorgaben angemessen ist.

Wer eine Wohnung oder größere Immobilien wie Fabrik- oder Firmengebäuden anbieten möchte, wendet sich (am besten direkt mit den Grunddaten wie Größe, Zahl der Räume usw.) an das Akquise-Team, Tel. 07231 308-1809, E-Mail: unterkunft@enzkreis.de. Am einfachsten erfolgt die Meldung über ein Kontaktformular im Internet (www.enzkreis.de/unterkunft); hier können die Basisinformationen zur Immobilie direkt angegeben werden.

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