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Artikelserie „Flüchtlinge im Enzkreis“ - Teil 19: Im Dschungel der Zuständigkeiten

Nachricht vom 16.12.2015

Viele Tausend Menschen suchen zurzeit Zuflucht in Deutschland. Woher kommen diese Menschen, wo und wie werden sie untergebracht, dürfen sie arbeiten und wenn ja, ab wann? Antworten auf diese und zahlreiche weitere Fragen gibt eine Artikelserie, die im Mitteilungsblatt erscheint.

Viele Ämter kümmern sich um Flüchtlinge

Wer herauszufinden versucht, welches Amt oder welche Institution sich um bestimmte Fragen kümmert, wenn es um die Versorgung und Betreuung von Flüchtlingen geht, braucht einen guten Wegweiser. Das liegt vor allem daran, dass alle Ebenen staatlichen Handelns beteiligt sind: Der Bund, das Land, der Landkreis - und natürlich die kommunale Ebene der Städte und Gemeinden. Außerdem wird ein Teil der Aufgaben von freien Trägern oder anderen Behörden wahrgenommen.

Die Erstaufnahme übernehmen die Bundesländer, danach werden die Flüchtlinge vom Landkreis untergebracht, ehe sie – nach dem Abschluss des Verfahrens oder nach zwei Jahren – von den Kommunen mit Wohnraum versorgt werden müssen. Das Asylverfahren führt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, die Aufenthaltspapiere und Leistungen bearbeitet die Ausländerbehörde im Landratsamt oder in der Stadtverwaltung. Die Agentur für Arbeit kümmert sich um Möglichkeiten der Beschäftigung und finanziert Aus- und Fortbildungen – aber nur bis zur Anerkennung der Asylbewerber: Dann übernimmt das Jobcenter diese Aufgabe.

Für die Flüchtlinge ist das ein praktisch undurchdringlicher Dschungel. Denn in ihren Heimatländern – viele davon sogenannte „gescheiterte Staaten“ – gibt es funktionierende Verwaltungen schon lange nicht mehr. Und auch dort, wo dies der Fall ist, sind die Wege völlig andere als in Deutschland. Hinzu kommt die Sprachbarriere: In den Behörden ist Deutsch die Amtssprache – die Flüchtlinge aber sprechen und verstehen sie nicht.

Wegweiser durchs Dickicht

Oft stehen auch ehrenamtliche Helfer vor der Frage: Wer ist in diesem speziellen Fall zuständig, wo kann ich Hilfe finden? Dazu gibt es mittlerweile sehr gutes Informationsmaterial. So hat die Landesregierung das Handbuch „Willkommen!“ herausgegeben, in dem neben Erläuterungen auch zahlreiche Adressen und Telefonnummern stehen.

Im Internet finden Interessierte ein breites Info-Angebot. Der Enzkreis hat auf seiner Homepage (www.enzkreis.de/Flüchtlinge) eingestellt, was für eine erste Orientierung wichtig ist, ergänzt um die regionalen Ansprechpartner. Wesentlich mehr Details und zusätzliche Informationen bieten die Seiten der Diakonie (www.willkommen-im-enzkreis.de); dort finden sich zahlreiche Broschüren als Download oder die Kontaktdaten aller Asyl-Arbeitskreise im Enzkreis.

Beim Landratsamt unterstützt Angela Gewiese von Forum 21 seit Oktober die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe. Um vor Ort in den Städten und Gemeinden ebenfalls feste Ansprechpartner zu installieren und dadurch die Arbeit vor Ort zu optimieren, fördert der Enzkreis ab dem kommenden Jahr Koordinationsstellen für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer bei den Kommunen. Sie sollen die Ehrenamtsarbeit innerhalb der Kommune koordinieren und als Ansprechpartner für das lokale Netzwerk zur Verfügung stehen. Denn ohne das Engagement vieler aktiver Bürgerinnen und Bürger werden die großen Aufgaben der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen in den nächsten Monaten und Jahren nicht zu schaffen sein, wie Landrat Karl Röckinger und Sozialdezernentin Katja Kreeb immer wieder betonen.

Für weitere Informationen steht Angela Gewiese telefonisch unter 07231 308-9486 oder per E-Mail an aktiv-fuer-fluechtlinge@enzkreis.de gerne zur Verfügung.

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