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Datum: 15.09.2021

Schulterschluss bei Eingliederungshilfe: Stadt- und Kreisverwaltung blicken gemeinsam mit sozialen Trägern in die Zukunft

Wie sieht die Versorgungssituation von Menschen mit Behinderung, die in der Stadt Pforzheim oder im Enzkreis leben, in den kommenden zehn Jahren aus? Diese Frage stand dieser Tage im Mittelpunkt einer gemeinsamen Veranstaltung von Stadt- und Kreisverwaltung im Rathaus Remchingen, zu der zahlreiche freie Träger aus dem Bereich der Eingliederungshilfe eingeladen waren. „Coronabedingt war der Termin schon mehrmals verschoben worden, nun konnte er endlich in Präsenz stattfinden“, freut sich die Sozialdezernentin des Enzkreises, Katja Kreeb. Die Eingliederungshilfe ist eine Sozialleistung, die seit 2020 in Deutschland im Sozialgesetzbuch (genauer: im Teil SGB IX) geregelt ist und Menschen mit einer Behinderung oder von Behinderung bedrohten Menschen helfen soll, die Folgen ihrer Behinderung zu mildern und ihre Eingliederung in die Gesellschaft zu erleichtern.

Kreeb stellte in Remchingen zusammen mit Kirstin Niemann, Abteilungsleiterin Sozialplanung und Controlling bei der Stadt Pforzheim, ein erstes Arbeitspapier mit dem Titel „Bedarfsprognose Eingliederungshilfe SGB IX“ vor. Dabei betonten sie ausdrücklich den Entwurfscharakter des Dokuments; das Arbeitspapier sei als ein erster Aufschlag der Sozialplanerinnen und –planer in den Verwaltungen zu verstehen, der nun als Diskussionsgrundlage dienen soll. „Auf dieser Basis wollen wir mit den Trägern und Leistungserbringern in einen umfassenden Dialog treten. Ihre Expertise und Erfahrung ist nun gefragt und muss hier unbedingt noch einfließen“, erklärt Niemann. „Und wir müssen die Projekte und Planungsstände der einzelnen Akteure zusammenführen. So gesehen ist die heutige Veranstaltung als Auftakt für einen langjährigen gemeinsamen Arbeitsprozess zu betrachten, in dem wir beispielsweise bei Workshops den voraussichtlichen Unterstützungs- und Versorgungsbedarf mit den entsprechenden Angeboten im Stadt- und Landkreis abgleichen, so etwaigen Handlungsbedarf identifizieren und letztlich einen verlässlichen Planungshorizont schaffen“, umreißt Kreeb das weitere Procedere.

Gemeinsam mit den Trägern der Eingliederungshilfe wurden beim ersten Treffen in Remchingen auch bereits unterschiedliche Leistungsbereiche der Eingliederungshilfe priorisiert: So wird es bei einem ersten Workshop im November um die Förderung und Betreuung von schwerstbehinderten Menschen sowie die Tagesstruktur für Senioren mit Behinderung gehen, bei einem zweiten Treffen im Frühjahr dann um ambulant betreutes Wohnen. „Und Fortsetzung folgt natürlich“, kündigt Katja Kreeb an, „schließlich ist dieser Arbeitsprozess auf viele Jahre angelegt. Die Bedarfslagen werden kontinuierlich fortgeschrieben und konkretisiert.“ So könnten bei weiteren Workshops und Unterarbeitsgruppen beispielsweise die besonderen Belange von geistig behinderten jungen Menschen mit zusätzlich seelischer Behinderung im Mittelpunkt stehen.

Eines der Ziele müsse auch sein, das Angebot des sog. Teilhabemanagements in der Öffentlichkeit noch bekannter zu machen; hier unterstützen die Stadt- bzw. Kreisverwaltung Menschen mit Behinderung und deren Angehörige beispielsweise dabei, einen geeigneten Wohn- und Arbeitsplatz zu finden. (enz)