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20.07.2020

Serie Naturschutz im Wald: Die etwas anderen »Eisinger Löcher«

Ein blaues H mit Geweih markiert Büme, in denen der Schwarzspecht eine Höhle gebaut hat.

Mit der Serie „Naturschutz im Wald“ macht das Enzkreis-Forstamt deutlich, wie umfangreich und spannend die Aufgaben in den Wäldern von Stromberg, Heckengäu, Kraichgau und Nordschwarzwald sind. Zuständig dafür ist Matthias Bäuerle. Er besucht diesmal seinen Kollegen Michael Steinbeck, Leiter des Forstreviers Eisingen, um ein dort zu findendes Zeichen vorzustellen: ein in einen Baumstamm geritztes und mit blauer Farbe markiertes „H“, auf dessen verlängertem Querstrich eine Hirschgeweihstange aufsitzt.

Das Symbol markiert Schwarzspecht-Höhlenbäume – und davon gibt es im Gemeindewald Eisingen fast zweieinhalbmal so viele wie im Landes-Durchschnitt: Vier Höhlen finden sich dort auf 100 Hektar. Markiert hat diese und andere Biotopbäume der Ornithologe Luis G. Sikora in den Jahren 2014/15. Wenn Revierleiter Steinbeck weitere Schwarzspecht-Höhlen entdeckt, markiert er die Bäume dauerhaften mit dem blauen Zeichen. Dies bedeutet, dass der Baum dauerhaft sich selbst überlassen wird – bis zum natürlichen Zerfall. Er wird nicht gefällt und muss bei der Holzernte vor Schäden durch die Fällung eines benachbarten Baumes bewahrt werden.

Indikator für naturnahe Wälder: Der Schwarzspecht.

Spechte sind Indikatoren für naturnahe Wälder. Der Schwarzspecht ist mit bis zu 50 Zentimetern die größte europäische Spechtart. Als einziger legt er große Baumhöhlen an, die von Fledermäusen, Hohltaube, Waldkauz, Kleiber, Siebenschläfer und Hornissen als Folgebewohner genutzt werden. Ein Spechtpaar benötigt mehrere Höhlen: die Bruthöhle, getrennte Schlafhöhlen und Ausweichhöhlen. Etwa alle vier bis fünf Jahre wird eine neue Höhle fertig – bei guter Pflege kann sie dann aber auch bis zu 30 Jahre halten.

Bevorzugt legt der Schwarzspecht seine Höhlen in Buchen mit einem Stamm-Durchmesser von mehr als einem halben Meter an. Er benötigt eine freie Anflugschneise, damit er dem Habicht im Zickzackflug entkommen kann – einem seiner beiden Hauptfeinde; das andere ist der Marder. Außerdem benötigt er Nadelhölzer in der Umgebung – dort findet er seine Nahrung: In erster Linie Larven und Puppen von Ameisen, aber auch Borkenkäfer und andere Insekten.

Typisch für die Schwarzspecht-Höhle ist das große Einflugloch. Die Behausung ist auch bei Nachmietern heiß begehrt.

Unsere heimische Rotbuche leidet unter den Auswirkungen der letzten beiden heißen und zu trockenen Sommern. Schäden können im belaubten Zustand besser erkannt und abgeschätzt werden. Der Förster hat so die Möglichkeit, absterbende Bäume zu ernten und vitalere ebenso wie die Höhlen- und Biotopbäume zu erhalten – und gleichzeitig den für die Gesellschaft wichtigen nachwachsenden Rohstoff Holz zur Verfügung zu stellen.

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