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04.07.2019

»Können unser Konzept nun umsetzen«: Breite Zustimmung für Umsetzung der Forstreform - Konzentration auf die Aufgaben der Zukunft

Strahlende Gesichter bei (von rechts) Dezernentin Dr. Hilde Neidhart, Forstamtsleiter Frieder Kurtz und Stellvertreter Andreas Roth: Nachdem alle 23 Gemeinden zugestimmt haben, kann das Konzept der Forstreform im Enzkreis nun umgesetzt werden.

Eindeutiges Ergebnis: Trotz zum Teil deutlich steigender Kosten haben sich alle 23 Enzkreis-Kommunen, die bislang vom Kreis-Forstamt betreut wurden, für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit unter den im Zuge der Forstreform notwendigen Veränderungen ausgesprochen. „23 Zustimmungen und keine Ablehnung – das ist nicht nur ein schöner Erfolg, sondern auch eine deutliche Bestätigung der guten Arbeit in der Vergangenheit“, freuen sich Landrat Bastian Rosenau und Dezernentin Dr. Hilde Neidhardt.

Als letzter Gemeinderat hat Mühlacker den Vorschlägen aus dem Landratsamt in dieser Woche zugestimmt. „Damit können wir unser Konzept so umsetzen, wie wir es in einer Arbeitsgruppe gemeinsam mit Vertretern der Bürgermeister erarbeitet haben“, sagt Neidhardt. Sie räumt dabei ein, dass die Abstimmung nicht in allen kommunalen Gremien einstimmig gewesen sei, sieht das aber durchaus positiv: „Die in einzelnen Gemeinden geführten inhaltlichen Diskussionen haben gezeigt, welch hohen Stellenwert der Wald im Enzkreis hat".

Darauf, so Neidhardt weiter, könne man nun aufbauen und sich mit voller Kraft den anstehenden Aufgaben zuwenden: „Wir müssen den infolge des Trockenjahres 2018 allerorten entstandenen akuten Waldschäden begegnen, zukunftsfähige Entscheidungen für die Kommunalwälder im Enzkreis treffen und die Erstellung der neuen zehnjährigen Waldentwicklungspläne, der sogenannten Forsteinrichtung, in den nördlichen Enzkreiskommunen begleiten.“

Neidhardt selbst, Forstamtsleiter Frieder Kurtz und dessen Stellvertreter Andreas Roth hatten die Planung in den Gemeinden vorgestellt. Parallel zu den Entscheidungen dort lief auch die Personalauswahl für die Besetzung der Reviere. Die künftigen Revierleiter werden in den nächsten Wochen feststehen; dann werden die Gemeinden und die vor Ort tätigen Akteure informiert.

Die zukünftigen Kommunalwaldreviere mit einer durchschnittlichen Größe von etwa tausend Hektar sind so organisiert, dass jede Gemeinde einen Revierleiter sowie einen festen Ansprechpartner im Forstamt haben wird.

Reform greift ab 1. Januar

Kernstück der Forstreform, die aufgrund eines Kartell-Verfahrens notwendig geworden war und die zum 1. Januar 2020 in Kraft treten wird, ist die Herauslösung der Staatswald-Bewirtschaftung aus den Revieren im Land: Diese wird dann eine Anstalt des öffentlichen Rechts übernehmen. Die Gemeinden konnten sich entscheiden, wer ihren Wald bewirtschaften soll. Im Enzkreis sind dies etwa 60 Prozent der Waldfläche; dem Land gehört ein weiteres Drittel, der Rest ist in Privatbesitz.

„Wir haben für unsere Gemeinden ein ‚Rundum-Sorglos-Paket‘ geschnürt“, sagt Landrat Rosenau. Durch die Einbettung der für die Gemeindewälder verantwortlichen Revierleiter in ein rund 25 Personen umfassendes, fachlich und materiell gut ausgestattetes Forstamts-Team werde sichergestellt, dass Urlaubs- oder Krankheits-Vertretungen gewährleistet seien. Zudem würden auch künftig die Vorteile genutzt, die sich durch die guten Kontakte zu den anderen Behörden innerhalb des Landratsamts ergeben. Die Betreuung und Beratung der Privatwaldbesitzer werde ebenfalls weiterhin durch die örtlich zuständigen Revierleitungen übernommen. Durch die gemeinsame Holzvermarktung gebe es eine ausreichende Größe für einen sinnvollen Marktzugang, wobei der Brennholzverkauf vor Ort unverändert möglich sein werde.

Für die fünf Gemeinden, die bisher schon einen eigenen kommunalen Revierleiter beschäftigen und dies in Zukunft beibehalten möchten – Straubenhardt, Neuenbürg, Niefern-Öschelbronn, Mönsheim und Wiernsheim – ändert sich fast nichts: Das Forstamt des Kreises übernimmt – wie bisher – kostenfrei die forsttechnische Betriebsleitung sowie alle hoheitlichen Aufgaben, darunter den Waldnaturschutz, die Waldpädagogik und die Jagdbehörde samt Wildtierbeauftragtem. Als finanziellen Ausgleich für die besondere Allgemeinwohl-Verpflichtung der öffentlichen Wälder erhalten diese Gemeinden künftig einen jährlichen Ausgleichsbetrag des Landes.

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