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Datum: 24.06.2026

Tularämie bei Feldhasen in Keltern nachgewiesen

Im Enzkreis wurde bei zwei im Mai in Keltern-Dietlingen verendet aufgefundenen Feldhasen das Bakterium Francisella tularensis nachgewiesen, welches die Erkrankung Tularämie, im Volksmund auch „Hasenpest“ genannt, auslöst. Diese Krankheit kann bei Feldhasen, Kaninchen und Nagetieren auftreten, aber auch Infektionen beim Menschen auslösen. Es handelt sich hier also um eine Zoonose, eine Erkrankung, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden kann. Zuletzt ist Tularämie im Enzkreis in den Jahren 2019, 2020 und 2023 bei Feldhasen festgestellt worden. Grundsätzlich tritt die Erkrankung immer wieder und auch in ganz Baden-Württemberg auf – im Jahr 2026 wurden in Baden-Württemberg bis jetzt 17 Fälle von Tularämie nachgewiesen.

Wie erfolgt die Ansteckung?
Eine Ansteckung erfolgt meist durch Haut- und Schleimhaut-kontakt mit infektiösem Tiermaterial, kann aber auch durch den Konsum von nicht ausreichend gegarten, kontaminierten Fleisch ausgelöst werden. Auch die Übertragung durch Einatmung von kontaminierten Stäuben und durch blutsaugende Insekten oder Zecken tritt in seltenen Fällen auf. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind nicht bekannt.

Welche Symptome treten auf?
Beim Menschen zeigt sich die Tularämie mit allgemeinen Symptomen wie plötzlich hohem Fieber, Unwohlsein, Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen. Je nach Eintrittsstelle der Erreger kann es zu Lymphknotenschwellungen in der Nähe kommen oder auch Entzündungen und Schwellungen im Bereich der Augen. Die bakterielle Erkrankung kann mit Antibiotika behandelt werden. Um einen schweren Krankheitsverlauf und Komplikationen beim Menschen zu vermeiden, ist eine frühzeitige antibiotische Therapie wichtig.
Hunde weisen grundsätzlich eine hohe natürliche Resistenz auf, weshalb sie auch nur selten an der Tularämie erkranken. Dennoch sollte der direkte Kontakt von Hunden zu Feldhasen und Kaninchen vermieden werden.

Wie kann man sich schützen?
Das Verbraucherschutz- und Veterinäramt des Landratsamtes Enzkreis empfiehlt der Bevölkerung zur Vorbeugung einer Infektion und zur Verhinderung der Weiterverbreitung folgende Verhaltensweisen:

• Verendet aufgefundene Feldhasen oder Wildkaninchen keinesfalls berühren.
• Den direkten Kontakt mit Ausscheidungen, Blut und Organen von Wildtieren vermeiden.
• Aufgefundene tote Feldhasen oder Wildkaninchen sollten den jeweiligen Jagdrevierpächtern oder den örtlichen Polizeibehörden gemeldet werden.

Für Jägerinnen und Jäger gilt es, folgendes zu beachten:
• Beim Umgang mit erlegten Feldhasen oder Wildkaninchen sollte man Mundschutz und Einmalhandschuhe tragen und sich nach der Arbeit die Hände gründlich reinigen und desinfizieren.
• Beim Aufbrechen von Feldhasen und Wildkaninchen ist – wie bei sämtlichem erlegtem Wild – auf bedenkliche Merkmale wie Milz-, Leber- oder Lymphknotenschwellungen zu achten. Im Verdachtsfall muss ein amtlicher Tierarzt hinzugezogen werden.
• Das Wildbret von betroffenen Tieren darf nicht als Lebensmittel verwendet werden.
• Die Tierkörper von verendet aufgefundenen Feldhasen oder Hasen mit bedenklichen Merkmalen sollten dem örtlich zuständigen Veterinäramt (im Enzkreis dem Verbraucherschutz und Veterinäramt, Stuttgarter Straße 23 in 75179 Pforzheim; Telefon 07231 308-9401) für weitere Untersuchungen zur Verfügung gestellt beziehungsweise nach telefonischer Anmeldung überbracht werden, ansonsten aber fachgerecht, zum Beispiel über eine Verwahrstelle, entsorgt werden.

Weitergehende Informationen zur Tularämie sind unter folgenden Links zu finden:

Friedrich-Löffler-Institut
https://www.openagrar.de/servlets/MCRFileNodeServlet/openagrar_derivate_00023755/Steckbrief_Tularaemie_2019-10-21-bf.pdf 

Robert-Koch-Institut
https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/T/Tularaemie/Tularaemie-node.html