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Datum: 01.04.2026

Keine leichte Kindheit: Regisseur Lars Smekal verarbeitete eigene Biografie filmisch und stand im KoKi Rede und Antwort

Eine alkoholabhängige Mutter und ein spielsüchtiger Vater sind keine guten Voraussetzungen für eine unbeschwerte Kindheit. Lars Smekal, Autor und Regisseur, hatte genau das und seine Erfahrungen in dem biografischen Kurzfilm „Erinnerungen einer vergessenen Kindheit“ aufgearbeitet. Kinder wie er sind es, die bei der KISTE, dem Angebot der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche Enzkreis, im Mittelpunkt stehen. Sie kommen aus Familien, in denen Sucht, psychische Erkrankung oder Gewalt eine Rolle spielen und die durch diese Erfahrungen schwer belastet sind.

Um auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen, hatte Smekal die Einladung der KISTE ins Kommunale Kino nach Pforzheim angenommen und stand dem Publikum nach der gut besuchten Filmvorführung für Fragen und zur Diskussion gerne zur Verfügung. Im Film beschreibt der Smekal sehr detailliert das Verhältnis zwischen sich als Kind und seinen Eltern – eine Mischung aus Liebe, Hass, Angst und Schuldgefühlen – eine Beschreibung, die die Leiterin der Beratungsstelle und die Mitarbeiterinnen von KISTE bedauerlicherweise nur zu gut kennen. Auch im Kinosaal erschütterte der Film viele Zuschauende und ermunterte gleichzeitig anwesende Betroffene, über ihr eigenes Schicksal – als Kind wie auch als Elternteil – offen zu sprechen.

„Sucht ist eine Erkrankung“, wissen Kaiser-Malolepszy und Ute Hoffman und Betroffene bräuchten Hilfe. Gerade wenn Eltern suchtkrank sind, zögen sie meist ihre ganze Familie mit hinein. Kinder aus solchen Familien hätten gleichzeitig ein deutlich erhöhtes Risiko, selbst abhängig zu werden. Sowohl Smekal als auch die beiden Expertinnen und weitere Netzwerkpartner warben daher dafür, sich Hilfe in einer Beratungsstelle zu holen. Um betroffene Kinder und Jugendliche besser zu erreichen, planen die KISTE-Vertreterinnen zudem, den Film nochmals mit Lars Smekal direkt in Schulen zu bringen.

Das Angebot der „KISTE“:

Im Angebot KISTE der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche Enzkreis, Hohenzollernstraße 34, in Pforzheim stehen Kinder im Mittelpunkt, die aus Familien kommen, in denen Sucht, psychische Erkrankung oder Gewalt eine Rolle spielen und die durch diese Erfahrungen schwer belastet sind. Leider sind die Zahlen erschreckend: 25 Prozent aller Kinder in Deutschland wachsen mit mindestens einem erkrankten oder suchtbelasteten Elternteil auf. Die Umstände einer belasteten Kindheit können Menschen ein Leben lang prägen, doch durch Förderung der Stärken und Resilienz der Kinder kann es zu einer guten Veränderung kommen.

Die Psychologinnen und Pädagoginnen der KISTE sind für Kinder da, unterstützen, ermutigen und informieren. Sie bieten einen Ort, um über Erfahrungen zu sprechen, ermutigen und spenden Trost und auch ein wenig Freude durch Gruppenangebote.