Bitte des Naturschutzes: Zur Sicherheit für Igel und andere Lebewesen sollen Mähroboter nur tagsüber laufen
Sie sind praktisch, leise und fleißig: Mähroboter haben in vielen Gärten einen festen Platz. Allerdings können sie für die heimische Tierwelt zur Gefahr werden – vor allem in der Dämmerung und in den Nachtstunden. „Viele unserer heimischen Tiere sind abends und nachts aktiv“, weiß Bettina Kopietz, Sachgebietsleiterin Naturschutz im Landratsamt. Sie appelliert deshalb an Gartenbesitzer: „Wenn der Mähroboter so programmiert wird, dass er ausschließlich tagsüber zwischen 9 und 20 Uhr aktiv ist, bleibt der Rasen gepflegt und die Nacht gehört denen, die sie brauchen.“
Igel, Insekten und Kröten sind keine Zufallsgäste – sie sind unverzichtbare Partner im Garten. Nachtfalter und Schwebfliegen bestäuben Obstbäume und Gemüsepflanzen, Laufkäfer und Spinnen halten Schädlingspopulationen in Schach, auch Igel und Kröten fressen Tiere, die unseren Gärten schaden. „Wer diese Tiere schützt, schützt also seinen eigenen Garten – und die Natur als Ganzes“, sagt Bettina Kopietz.
Ein gesunder Garten beginnt mit einer ruhigen Nacht
Dabei, so betont die Fachfrau, müsse ein naturfreundlicher Garten gar kein „wilder Dschungel“ sein. Neben dem Verzicht auf nächtliche Mäh-Einsätze sei auch die eingestellte Schnitthöhe wichtig: 5 bis 6 Zentimeter sorgten für einen gepflegten Eindruck und seien angesichts längerer Trockenperioden besser für den Rasen – und sie geben vielen Kleintieren Schutz und Bewegungsraum. Wilde Ecken, ein Totholzhaufen, eine flache Wasserstelle oder ein Insektenhotel machen aus jedem Garten ohne großen Aufwand einen wertvollen Lebensraum.
Moderne Mähroboter sind extrem leise – das macht sie zusätzlich gefährlich, weil sie von den Tieren oft erst dann wahrgenommen werden, wenn es zu spät ist. Deshalb rät Kopietz: „Kontrollieren Sie die Fläche vor jedem Mäheinsatz – besonders unter Hecken, Sträuchern, Bodendeckern und an Holzhaufen. Genau dort ruhen und nisten Igel und andere Kleintiere. Ein kurzer Moment der Aufmerksamkeit kann einem Wildtier unvorstellbares Leid ersparen."
Und was, wenn man doch ein verletztes Tier findet? Dann solle man sich an eine lokale Igelstation oder die Wildtierrettung wenden, denn schnelle Hilfe zählt. Die Adressen finden sich auf www.wildtierhilfe-pforzheim.de. (enz)