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Datum: 28.07.2021

»Earth Overshoot Day«: Überlastungstag der Erde rückt wieder nach vorne

Knapp ein Monat früher als noch im Vorjahr hat die Menschheit alle natürlichen Ressourcen aufgebraucht, welche die Erde innerhalb eines Jahres wiederherstellen kann. Nach kurzer Erholung verschlechtert sich die Bilanz auf den Wert von 2019.

Wieder rückt der Tag der Erdüberlastung nach vorne. Wurde im Vorjahr noch am 22. August die Biokapazität der Erde überschritten, ist dies dieses Jahr, wie auch schon in 2019, bereits am 29. Juli der Fall. Ab heute ist die Fähigkeit der Natur, Rohstoffe zu produzieren oder zu regenerieren, überschritten. Die Folgen sind ausgelaugte Böden, schwindende Seen und Wälder, Artensterben sowie der Klimawandel.

Keine Besserung in Sicht: Würden alle so leben wie die Deutschen, bräuchten wir nach wie vor drei Planeten
Beim Earth Overshoot Day (Erdüberlastungstag) handelt es sich um einen symbolischen Tag der Non-Profit-Organisation und internationalen Denkfabrik Global Footprint Network, die auf den Raubbau an der Natur aufmerksam machen will. Ab diesem Tag fließt aus dem geöffneten Wasserhahn zwar nach wie vor Wasser. Aber jeder Tropfen kostet die Natur mehr, als sie nachhalten kann.

Grundlage des „Überlastungstags“ ist der Ökologische Fußabdruck. Dieser setzt die Biokapazität des Planeten, die Fähigkeit der Natur, Rohstoffe jeder Art zu produzieren oder wiederherzustellen, ins Verhältnis zur Nutzung der natürlichen Ressourcen durch den Menschen. Einbezogen in die Rechnung wird der Verbrauch von Wasser, Holz und anderen Rohstoffen. Darüber hinaus auch das Abfallaufkommen oder die Abgase, etwa, wieviel Waldfläche es weltweit benötigt, um das in einem Jahr produzierte CO2 abzubauen. Letzteres macht im ökologischen Fußabdruck den größten Schuldenposten aus.

Seit den 1970ern wird aus dem Ökologischen Fußabdruck der Earth Overshoot Day berechnet und rückt, mit Ausnahme des Pandemiejahres 2020, beständig nach vorne. So war im Jahr 2000 noch der 1. November, zehn Jahre später der 21. August; 2019 schließlich der 29. Juli der Tag der Überlastung.

Deutschland lebt schon seit dem 5. Mai im Dispo
Deutschland allein betrachtet hat bereits im Mai die Grenze zur Überlastung seiner natürlichen Ressourcen überschritten. Auch die Corona-Pandemie hatte darauf keinen nennenswerten Einfluss. Diese war in 2020 weltweit ein entscheidender Faktor für die Verbesserung der Umwelt- und Klimabilanz gewesen, der Overshoot Day fiel um knapp einen Monat später aus als noch im Vorjahr, weil Industrie und Mobilität stilllagen und beispielsweise die Emissionen aus dem Flugverkehr wochenlang aussetzten.

#Move The Date: Tipps zur Ressourcenschonung
Der Überlastungstag wäre…
• Fünf Tage später, wenn der globale Fleischkonsum um 50 Prozent reduziert werden würde.
• Elf Tage später, wenn die Lebensmittelabfälle weltweit halbiert werden würden. Die Menge der verschwendeten Lebensmittel macht etwa 9 Prozent des globalen ökologischen Fußabdrucks aus.
• Acht Tage später, wenn 350 Millionen Hektar Wald wiederaufgeforstet werden würden. Aber auch ein naturnaher Garten trägt zur Artenvielfalt bei.
• Zwölf Tage später, wenn nur halb so viel mit dem Auto gefahren und ein Drittel mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden würden.

Jede Tat zählt!
Der persönliche ökologische Fußabdruck kann berechnet werden unter www.fussabdruck.de . Vom 17. bis zum 20. September sind die Energiewende- und Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg. Jede und Jeder ist dazu aufgerufen, eigene Nachhaltigkeitsprojekte umzusetzen und das Engagement einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Auf der Seite www.nachhaltigkeitsstrategie.de sind viele Inspirationen zu finden!