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Der Wald - Klimaretter oder Klimaopfer

Unsere natürlichen Lebensgrundlagen werden vom Wald gesichert. Er sorgt zum Beispiel für saubere Luft und sauberes Wasser, für Bodenfruchtbarkeit, für den Klima-, Biotop- und Artenschutz – und er ist eines unserer wichtigsten Erholungsgebiete.

Zusammengefasst wird all dies als Ökosystem-Leistungen bezeichnet. Sie sind nachhaltig zu erbringen, also auf Dauer. Ist der Wald gefährdet, sind auch die Ökosystemleistungen bedroht.

40 Prozent der Fläche des Enzkreises sind bewaldet – insgesamt rund 23.000 Hektar; dabei ist der Enzkreis doppelt so dicht besiedelt wie der Landesdurchschnitt. Knapp 2/3 sind Laubbäume, vor allem Buche und Eiche. Bei den Nadelbäumen dominieren Tanne, Fichte und Kiefer.

Die 3 S:

Senke, Speicher und Substitution

 Mit der Klimaerwärmung geht ein steigender CO2-Gehalt der Atmosphäre einher. Unsere heimischen Bäume erfüllen drei Funktionen, um unseren CO2-Ausstoß zu reduzieren:

Senken

Bäume benötigen wie alle lebenden Pflanzen das CO2 aus der Luft. Sie senken so den CO2-Gehalt der Atmosphäre, man spricht hier vom Waldspeicher.

Speichern

Absterbende Bäume setzen das gespeicherte CO2 während ihres Zerfalls wieder frei. Rechtzeitige Ernte und anschließende Verwendung des Holzes in langlebigen Produkten wie beim Hausbau oder für Möbel, der so genannte Produkt-Speicher, verhindert dies.

Da an der Stelle des gefällten Baumes ein neuer wachsen kann, der wiederum Kohlenstoff speichert, senken forstwirtschaftlich gepflegte Wälder den CO2-Gehalt der Luft deutlich mehr als ungenutzte Wälder.

Substituieren

Fossile Brennstoffe (Öl, Gas, Kohle) sind wesentlich für den CO2-Anstieg in der Atmosphäre verantwortlich. Brennholz oder Holz-pellets können diese Stoffe ersetzen.

Hinzu kommt, dass Holzprodukte statt Produkten aus Kunststoff, Metall und Beton eingesetzt werden können, deren Herstellung viel fossile Energie verbraucht und das Klima belastet. Man spricht vom Substitutions-Speicher.

Nachhaltige Holznutzung ist angewandter Klimaschutz

Tannenwald
Tannenwald

Produkt- und Substitutionsspeicher können gemeinsam mit dem Waldspeicher mehr für das Klima tun als der Waldspeicher eines ungenutzten Waldes. Daher ist eine nachhaltige Holznutzung angewandter Klimaschutz.

Übrigens stammt der Begriff „Nachhaltigkeit“ aus der Forstwirtschaft: Vor mehr als 300 Jahren verwendete ihn der kurfürstlich-sächsische Kammer- und Bergrat Hans Carl von Carlowitz in seinem Werk „Haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur wilden Baum-Zucht“.

 Naturschutz und Biodiversität im Wald sind Forstleuten und Waldbesitzern ebenso wichtig wie die Erholungsfunktionen unserer Wälder. Im Auftrag der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer verfolgen die Forstleute das Ziel, naturnahe Mischwälder aufzubauen. Sie wissen seit vielen Jahren, dass reine Fichten- und Kiefernwälder nicht zukunftsfähig sind.

Die geschichtlichen Hintergründe der aktuellen Bewaldungssituation sind sehr unterschiedlich. Betrachtet man differenziert, wann welche Bäume gepflanzt wurden, stellt man fest, dass rein finanzielle Interessen so gut wie nie eine Rolle gespielt haben. Vielmehr sehen wir heute noch die Relikte vergangener, von Kriegen und Armut geprägter Zeiten, in denen Holznotstand herrschte oder in denen ein ganzes Land wiederaufgebaut werden musste.

So verdanken wir die prächtigen Eichenwälder im Stromberg den Mönchen des Mittelalters: Für ihre Bauten – vor allem rund um das Kloster Maulbronn – benötigten sie stabiles und dauerhaftes Baumaterial.

Die nachvollziehbaren geschichtlichen Hintergründe und Ursachen lassen sich natürlich nicht rückgängig machen, ihre Auswirkungen können nicht durch einen Grundsatz-Beschluss beseitigt werden: Bäume brauchen viele Jahrzehnte, um zu wachsen.

Waldbesitzer – gerade im Enzkreis – beauftragten seit Jahrzehnten ihre Forstleute, vielfältige Mischwälder planmäßig und nachhaltig nach standörtlichen und ökologischen Gesichtspunkten zu entwickeln. Die Entscheidungen der forstlichen Planung basieren dabei auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, die aus langfristigen Versuchsreihen und Versuchsflächen resultieren.

Die Auswahl der Bäume, die Gestaltung der Naturverjüngung und die Pflege der Wälder erfordern umfassendes Fachwissen, Erfahrung und Weitsicht. Sie als Bürgerinnen und Bürger können sicher sein, dass unser Wald bei den Försterinnen und Förstern in guten Händen ist.

 

Mehr Informationen finden Sie hier.

 

Kontakt:

Landratsamt Enzkreis

Forstamt

Östliche Karl-Friedrich-Str. 58

75175 Pforzheim

Telefon:      07231 308-1873

E-Mail:        forstamt@enzkreis.de

 
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