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Gustav-Heinemann-Schule außer Betrieb gesetzt

Während der Arbeiten zur Dachsanierung an der Gustav-Heinemann-Schule wurde festgestellt, dass das Brandschutzkonzept im Falle eines Brandereignisses mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht funktionieren würde und dadurch die Personensicherheit nicht zu gewährleisten wäre.

Angesichts der besonderen Schutzbedürftigkeit der Schülerschaft blieb keine Alternative, als das Schulgebäude an der Habsburger Straße, in dem aktuell 80 Kinder beschult werden, sofort (mit Wirkung zum 28.06.2017) außer Betrieb zu nehmen. An diesem Tag (28.06.) fanden Aktivitäten außerhalb des Gebäudes statt; am Donnerstag und Freitag (29./30.06.) fiel die Schule aus. Eine Notbetreuung für einzelne Kinder wurde sichergestellt.

Bis zu den Sommerferien werden die Schüler/innen an einem anderen Standort betreut. Momentan arbeiten die Verantwortlichen daran, wo dies sein wird, sowie an Lösungen für das kommende Schuljahr 2017/18.

Brandschutz

Das Brandschutzkonzept der Schule basiert auf zwei voneinander getrennten Brandabschnitten bei gleichzeitiger Rauchabschnittstrennung. So können im Brandfall Schüler/innen und Personal horizontal, also auf dem gleichen Stockwerk, vom brennenden oder verrauchten Schulteil in den sicheren Teil flüchten bzw. gebracht und von dort dann geordnet gerettet werden. Die Abschnitte werden durch Brandschutztüren und eine Brandschutzwand voneinander getrennt.

Aufgrund verschiedener baulicher Eingriffe und der Nichteinhaltung von Vorgaben aus Bauplänen, Baugenehmigung und Bauausführungsplanung ist diese Trennung nicht gegeben. Hinzu kommt, dass die Statik des Gebäudes wegen zahlreicher Mängel zum Teil nicht dem geforderten Standard entspricht, was das Standhalten bei einem Brandereignis betrifft. Dies bedeutet, dass Teile, insbesondere das Spannbeton- und das Glasdach, bereits innerhalb kurzer Zeit kollabieren könnten. Dadurch würden auch die vorgesehenen Rettungswege in-nerhalb des Gebäudes (von einem Bauteil zum anderen) blockiert. Zudem hätte die Feuerwehr nicht ausreichend Zeit, um das gesamte Gebäude zu durchsuchen und zu evakuieren, ohne sich selbst in Lebensgefahr zu bringen.
Die Summe der bislang bekannten Mängel und ihre Schwere zwingen den Schulträger zu sofortigem Handeln. Vorrangiges Ziel ist die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler sowie des Schulpersonals.

Auf Grundlage der Risikobewertung hat Landrat Karl Röckinger am Abend des Dienstags (27.06.2017) entschieden, das Gebäude sofort, also mit Wirkung zum 28.06., außer Betrieb zu nehmen, da selbst ein Offenhalten vor den Sommerferien nicht verantwortet werden kann.

Seit wann sind die Mängel bekannt?

Die Probleme traten im Zuge der laufenden Sanierungsarbeiten am Dach zutage. Darauf hat das Landratamt umgehend eine Untersuchung durch ein Fachbüro beauftragt, die während der Pfingstferien stattgefunden hat. Ein erster Bericht mit Hinweisen auf den Brandschutz liegt dem Landratsamt seit dem 22.06.2017 vor. Die darin genannten Fakten wurden im Rahmen eines Vor-Ort-Termins am 26.06. in Augenschein genommen. Ein Zwischenbericht ist am 27.06. eingegangen.

Am selben Tag traf Landrat Röckinger die Entscheidung, den Betrieb des Schulgebäudes ausszusetzen.

Die Mängel sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Eine Zustandsfeststellung war nicht zerstörungsfrei möglich: um Wände aufzubrechen, musste eine schulfreie Zeit abgewartet werden. Die Pfingstferien waren dazu der erstmögliche Termin.

Im Rahmen der letzten Brandschutzschau 2016 wurde nur ein Mauerdurchbruch im Keller der Schule bemängelt. Die Beseitigung ist umgehend durchgeführt worden.

Versorgung der Schüler/innen

Im Stammgebäude der GHS sind etwa 80 Schülerinnen und Schüler mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung untergebracht. 21 von ihnen besuchen zurzeit wegen der Sanie-rungsmaßnahmen am Dach die benachbarte Schanzschule (Habsburgerstr. 11). Umgekehrt sind zwei Klassen der Schanzschule als Inklusionsprojekt in der GHS untergebracht.

Ab Montag, 3. Juli, werden die Kinder und Jugendlichen an anderen Standorten beschult. Die Schulleitung und das Schulamt des Enzkreises suchen derzeit nach der besten Lösung. Weitere Informationen bekommen Eltern direkt bei der Schule: www.ghs-pf.de.

Da die Sanierung des Gebäudes nicht kurzfristig erfolgen kann, müssen die Klassen ab dem Schuljahr 2017/2018 in anderen Räumen untergebracht werden. Mögliche alternative Standorte werden derzeit geprüft.

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