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20.05.2020

Pandemieplan bei Müller Fleisch: Beteiligte Behörden vor Ort - Landrat sieht Strategie auf ganzer Linie bestätigt - Weitere Unterkunft geschlossen

Im Rahmen einer Begehung haben sich Verbraucherschutz-Dezernent Dr. Daniel Sailer und die Leitungen des Enzkreis-Gesundheits- und des Verbraucherschutz- und Veterinäramts zusammen mit Experten des Landesgesundheitsamts (LGA) und des Regierungspräsidiums Karlsruhe einen aktuellen Eindruck der Verhältnisse bei Müller Fleisch verschafft. „Wir haben uns vor allem darauf konzentriert, wie sich der von der Firma vorgelegte Pandemieplan realistisch umsetzen lässt“, sagt Sailer.

„Nicht schlecht“, fasst Dr. Stefan Brockmann vom Kompetenzteam des LGA seinen Gesamt-Eindruck zusammen. Zwar gehe es in einigen Bereichen noch recht eng zu, aber insgesamt habe er den Eindruck eines geordneten und aufgeräumten Betriebs. Auch Tim Kleinecke von der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) ist sicher: „Das, was wir gesehen haben, würde nicht reichen, um den Betrieb zuzumachen.“

Das sieht auch Landrat Bastian Rosenau so, der die Strategie des Gesundheitsamts und des Landesgesundheitsamts nicht zuletzt durch die aktuellen Entwicklungen in Nordrhein-Westfalen auf ganzer Linie bestätigt sieht: Dort, in Coesfeld, durfte Westfleisch die Produktion am heutigen Mittwoch nach einer Woche wieder aufnehmen, nachdem die Firma kurzfristig geschlossen worden war. Ein Bericht in der ZDF-Sendung „Frontal 21“ zeige zudem, wie richtig man im Enzkreis mit der Entscheidung gelegen habe, Müller Fleisch entgegen zahlreicher anderslautender Forderungen nicht zu schließen, so Rosenau: „Bei einer Kontrolle wurden mehrere Bewohner einer Unterkunft nahe Coesfeld nicht angetroffen. Später hat sich dann herausgestellt, dass einige wohl in ihr Heimatland Polen abgereist waren – trotz ausstehenden oder sogar positiven Testergebnisses.“ Auch die niedrige Neuinfiziertenzahl beweise, dass auch der Schutz der Bevölkerung offensichtlich gelungen sei.

Unterdessen hat die Kreisverwaltung die Schließung einer weiteren Sammelunterkunft in einer Kreis-Gemeinde angeordnet. Dort leben 19 Menschen rumänischer Herkunft in einem Einfamilienhaus. „Wir haben die Nutzung aufgrund der Baurechtswidrigkeit insbesondere beim Brandschutz untersagt und den Sofortvollzug verfügt,“ sagt Wolfgang Herz. Auch hier müssen die Subunternehmer nun bis spätestens kommenden Montag eine neue Bleibe gefunden haben. Bereits vor einer Woche hatte der Kreis in einer anderen Gemeinde eine Unterkunft geschlossen; dort waren 30 Menschen betroffen.

Bei Müller Fleisch konzentrieren sich die Anregungen der Experten – zusätzlich zum bereits Umgesetzten – auf das Raumklima und die Lüftungssysteme, auf die Abstände bei der Arbeit und in den Pausen sowie auf das Tragen der richtigen Masken. Noch diese Woche will Erster Landesbeamter Wolfgang Herz den Pandemieplan als verbindlich erklären – und damit die Maßnahmen der dauerhaften Kontrolle der Behörden unterwerfen.

Bereits in der kommenden Woche soll es eine dritte Reihentestung der Beschäftigten geben, soweit sie nicht zu den 399 bereits positiv Getesteten gehören. „Dann werden wir sehen, wie erfolgreich die Maßnahmen gewirkt haben“, sagt Daniel Sailer. Ein gutes Zeichen sei, dass seit mehr als einer Woche – seit dem 12. Mai – kein neuer Fall bei Müller Fleisch registriert worden ist. Ehe die Ergebnisse dieser dritten Testung nicht vorliegen, wird das Landratsamt die Quarantäne-Verfügung für den Betrieb nicht aufheben, wie Wolfgang Herz betont. Auch der Werksverkauf für Privat-Abnehmer bleibt vorläufig geschlossen. Die Mitarbeiter dort gelten wie alle anderen bei Müller Fleisch weiterhin als Kontaktpersonen der Kategorie 1.

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