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14.11.2017

Nach Förderzusage des Landes: Kreisübergreifende Radschnellverbindung Pforzheim - Mühlacker - Vaihingen/Enz wird untersucht

Damit Radlerinnen und Radler künftig längere Strecken zügig und sicher zurücklegen können, hat der Enzkreis gemeinsam mit der Stadt Pforzheim und dem Kreis Ludwigsburg den Korridor zwischen Pforzheim über Mühlacker bis Vaihingen/Enz als potenzielle Radschnellverbindung (kurz: RSV) ins Rennen um mögliche Fördergelder geschickt. Für eine entsprechende Machbarkeitsstudie hat das Land Baden-Württemberg nun eine Zuwendung in Höhe von 56.000 Euro zugesagt. Das entspricht einer Förderquote von 80 Prozent.

„Wir freuen uns sehr über diese Entscheidung. Sie ermöglicht es uns, zusammen mit unseren Projektpartnern die Pläne für eine Radschnellverbindung, die den Radverkehr möglichst kreuzungsfrei und getrennt von anderen Verkehrsmitteln führt, weiter voranzutreiben“, so der Erste Landesbeamte des Enzkreises, Wolfgang Herz, der als Dezernent auch für „Nachhaltige Mobilität“ zuständig ist und bei dem Projekt die Federführung übernommen hat.

Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wird nun in einem ersten Schritt die Sinnhaftigkeit und Umsetzbarkeit einer RSV von Pforzheim über Mühlacker bis Vaihingen/Enz geprüft. Ziel ist, dass die RSV ein großes Verlagerungspotenzial vom motorisierten Individualverkehr auf den Radverkehr aufweist und somit ein hohes (Alltags-)Radverkehrsaufkommen generieren kann. „Die vom Enzkreis geprüften Radwegeverbindungen zeigten schnell, dass eine sinnvolle Lösung nur kreisübergreifend betrachtet werden kann“, berichtet Herz.

Der Korridor Pforzheim – Mühlacker – Vaihingen/Enz hat eine hohe Netzbedeutung und liegt mit einer Korridorlänge von etwa 22 Kilometern in einem für eine Radschnellverbindung günstigen Bereich. Bereits heute ist diese Achse stark frequentiert, wenn auch in erster Linie im Freizeit-Radverkehr. Neben seinem Potenzial für Pendlerverkehre kann dieser Radschnellweg laut Herz insbesondere für Schülerinnen und Schüler sowie Studierende einen hohen Nutzen haben. Auch Pendlerströme von und zum Oberzentrum Pforzheim mit seinem Hochschulcampus sowie zu den Mittelzentren Mühlacker und Vaihingen/Enz mit einer Vielzahl an Schulen, Arbeitsplätzen, Einkaufsmöglichkeiten, Kultur- und Freizeiteinrichtungen könnten auf dieser attraktiven Radschnellverbindung gebündelt werden.

Die Führung des Radschnellweges würde darüber hinaus an die bereits vorhandenen Radverkehrskonzepte der Stadt Pforzheim und des Landkreises Ludwigsburg sowie an die bei der Stadt Mühlacker und beim Enzkreis in Arbeit befindlichen Konzepte anknüpfen. „Die Radschnellverbindung wäre damit ein weiterer Baustein zur Förderung des Radverkehrs und zur Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur in der Region“, fasst Herz zusammen.

Er hält es für möglich, dass die positive Entwicklung bei der Stadt Pforzheim – sie wurde beim diesjährigen ADFC-Fahrradklimatest dank eines deutlichen Aufwärtstrends beim Radverkehrsanteil „Aufholer des Jahres“ – über die Stadtkreisgrenzen hinaus strahlt und auch im Enzkreis eine weitere Steigerung des Radverkehrsanteils, der derzeit bei etwa 10 Prozent liegt, zur Folge hat.

Der Radschnellkorridor Pforzheim – Mühlacker – Vaihingen/Enz hat sich in den vergangenen Jahren bereits in weiten Teilen in den Radverkehrsnetzen der Kooperationspartner etabliert. Auch das RadNETZ Baden-Württemberg führt entlang des vorgeschlagenen Korridors und stärkt nochmals die Bedeutung dieser Verbindung. „Mit einem Radschnellweg von Pforzheim über Mühlacker nach Vaihingen/Enz wäre zudem eine spätere Ausweitung sowohl bis Karlsruhe, als auch bis Stuttgart möglich“, so Herz weiter. Damit würde die Grundlage für eine durchgängige Verbindung von Stuttgart über Pforzheim bis Karlsruhe geschaffen.

Bereits im Koalitionsvertrag hat die Landesregierung, insbesondere vor dem Hintergrund der rasanten Verbreitung von Pedelecs und E-Bikes, die große Bedeutung von Radschnellverbindungen anerkannt. Geplant ist, bis zum Jahr 2025 landesweit zehn neue überregionale RSV zu realisieren. Aktuell haben 13 Landkreise und Regionalverbände für 29 mögliche Strecken Interesse an einer Förderung von Machbarkeitsstudien angemeldet. Dafür stellt das Verkehrsministerium rund 1,2 Millionen Euro bereit.

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