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15.05.2019

Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt als Ziel: EU-Projekt beschäftigt sich mit Methoden zur Verbesserung

Gemeinsam mit Kollegen aus Italien und Schweden diskutierten Experten aus dem Enzkreis über Möglichkeiten, wie Migranten besser in den Arbeitsmarkt integriert werden können.

„Viel gesehen, vieles gelernt und viele interessante Menschen getroffen“ – mit sehr guten Eindrücken ist eine Enzkreis-Delegation aus dem Trollhättan zurückgekehrt. Die Gruppe ist Teil des EU-Projekts „DEKOLLA“, an dem neben der westschwedischen Stadt und dem Enzkreis die Bezirksgemeinschaft Überetsch/Unterland in Südtirol, ein freier Träger in der italienischen Provincia Parma und ein Netzwerk von italienischen und schwedischen Kommunen beteiligt sind.

DEKOLLA steht für „Developing migrants‘ knowledge about local labour market“ und zielt darauf ab, das Wissen von Geflüchteten und Migranten über den lokalen Arbeitsmarkt zu entwickeln und zu verbessern. „Durch den Austausch von Erfahrungen und die Entwicklung neuer Ideen soll die Integration in die Arbeitswelt in den einzelnen Ländern gewinnbringend umgesetzt werden“, beschreiben Karoline Schmidt und Katharina Münch vom Enzkreis-Jobcenter den Ansatz.

Zur Delegation gehörten außerdem Bildungskoordinator Valentin Damm, Stefan Schröck, Integrationsbeauftragter der Gemeinde Keltern, Karla Kästner, Integrationsmanagerin in Niefern-Öschelbronn, und Jürgen Fix, Kümmerer beim Internationalen Bund (IB). Organisiert wurde das Austauschtreffen in Trollhättan von Robin Mashallah von der städtischen Wirtschaftsförderung – der es sich natürlich nicht nehmen ließ, auf die dortige erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre hinzuweisen. Nebeneffekt: Auch in Trollhättan sind Fachkräfte rar „und die Firmen sind offen für neue Ideen, wie Zugewanderte in Lohn und Brot kommen können“, so Mashallah, dessen Eltern selbst einst aus dem Irak nach Schweden gekommen waren.

„Besonders eindrucksvoll fanden wir das Support Group Network“, sagt Valentin Damm. Dabei handelt es sich um ein von Geflüchteten gegründetes Netzwerk, das aus den Ressourcen in den eigenen Reihen unterschiedliche Angebote entwickelt hat. „Dieses Netzwerk entstand in einer Großunterkunft in der Umgebung von Trollhättan“, erklärt Damm. Zeitweise seien dort bis zu 1.500 Asylbewerber untergebracht gewesen. „Das Netzwerk entstand aus der Idee heraus, Wissen und Know-How der Geflüchteten zu erhalten und für andere nutzbar zu machen.“

Katharina Münch (Jobcenter) und Jürgen Fix (IB) - hinten rechts und Mitte- im Austausch mit Fachkräften aus Süd- und Nordeuropa.

So entstanden beispielsweise ein Jugendzentrum, eine Schneiderei, Sprachangebote oder Gruppen für Frauen, Kinder und Jugendliche. Im benachbarten Vänersborg wurde ein interkulturelles Begegnungszentrum eröffnet, das von Geflüchteten und ehrenamtlichen Einheimischen gemeinsam betrieben wird. „Diese Form der Selbsthilfe ist nicht nur für die Integration von Geflüchteten hilfreich, sondern kann auch als Modell der allgemeinen Gesellschaftsentwicklung dienen“, findet Katharina Münch. Zudem könne den Menschen das erworbene Wissen in jedem Fall nützen – egal ob sie in Schweden bleiben oder in ihr Herkunftsland zurückkehren werden.

Schon Anfang Juni steht der zweite Austausch an: Dann kommen die Fachkräfte aus Italien und Schweden in den Enzkreis, um sich gute Beispiele für gelingende Integration anzusehen und daraus Möglichkeiten für ihre Arbeit abzuleiten. Auf dem Programm stehen unter anderem die Firma Südwest Karton in Illingen, das Ausbildungszentrum der Bauinnung, das Projekt ELISA von Wirtschaftsförderung und Stadtjugendring und das Café Carlo des IB.

Wer sich für das Projekt DEKOLLA oder das Programm des Treffens vom 3. bis 6. Juni interessiert, erhält Informationen beim Europa-Beauftragten des Enzkreises, Jürgen Hörstmann, Tel. 07231 308-9379, E-Mail juergen.hoerstmann@enzkreis.de.

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