Sprungziele
Zum Aktivieren des Google-Übersetzers bitte klicken. Wir möchten darauf hinweisen, dass nach der Aktivierung Daten an Google übermittelt werden.
Mehr Informationen zum Datenschutz
Seiteninhalt
09.11.2018

In den nächsten Monaten Tour durch Kindertagesstätten: Landratsamt kümmert sich um Gesundheitsschutz von Erzieherinnen und Erziehern


Den Gesundheitsschutz von Erzieherinnen und Erziehern im Blick hat Karl-Willi Schuster von der Gewerbeaufsicht beim Landratsamt. Zusammen mit seinen Kollegen informiert er das Personal in Kindertagesstätten im Enzkreis - wie hier die kommissarische Leiterin der Katholischen Kindertagesstätte St. Michael in Kämpfelbach-Ersingen, Kathrin Franke - über mögliche Gesundheitsrisiken bei der Arbeit.

In Kindertagesstätten achten die Fachkräfte sorgsam darauf, dass sich die Kinder wohlfühlen, gesund bleiben und unfallfrei spielen können. Doch wie ist es eigentlich um die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten selbst bestellt? Um diese Frage zu beantworten, nimmt das Landratsamt Enzkreis den Gesundheitsschutz von Erzieherinnen und Erziehern genauer unter die Lupe: Die Mitarbeiter der Gewerbeaufsicht werden dazu in den nächsten Monaten das pädagogische Personal in den Kindertagesstätten von Kommunen, Kirchen und freien Trägern in Sachen Sicherheit und Gesundheitsschutz befragen. Sie wollen so herauszufinden, wie möglichen Gesundheitsrisiken nachhaltig entgegengewirkt werden kann.

„Der Arbeits- und Gesundheitsschutz wurde hier in der Vergangenheit leider oft vernachlässigt“, berichtet Karl-Willi Schuster von der Gewerbeaufsicht, die im Landratsamt beim Umweltamt angesiedelt ist. Während bei gewerblichen Tätigkeiten wie zum Beispiel im Bauwesen mögliche Belastungen durch schweres Heben und Tragen, durch Lärm oder Staub relativ schnell ersichtlich seien, wirke die Arbeit in den Kindertagesstätten zunächst wenig gesundheitsbelastend. Erst der nähere Blick zeige, dass es auch hier Risiken gibt.

Laut Schuster klagen viele Fachkräfte vor allem über Muskel-Skelett-Beschwerden; Schmerzen im Rücken, in den Knien oder Schultern seien keine Seltenheit. Diese Beschwerden haben ihre Ursache meist in ungünstigen Arbeitshaltungen, zum Beispiel dem Sitzen auf viel zu kleinen Kinderstühlen. „Hier können wir mit konkreten Empfehlungen zu besseren ergonomischen Arbeitsbedingungen und Verhaltensweisen helfen. Andererseits klären wir auch über die gesetzlichen Pflichten auf“, ergänzt Schuster, der den Einrichtungen zusammen mit seinen Kollegen Besuche abstattet – allerdings nicht, ohne sich vorher anzumelden. Das gibt den Kindertagesstätten die Möglichkeit, in Ruhe alle erforderlichen Unterlagen und Dokumente vorzubereiten.

„Es kommt natürlich auch vor, dass Erzieherinnen und Erzieher mit psychischen Belastungen zu kämpfen haben. Das kann sich dann natürlich ebenfalls auf Leistungsfähigkeit und Gesundheit auswirken“, so der Arbeitsschutzexperte weiter. Als besonderen Stressfaktor nennt er die Lärmbelastung: Ob die Sollwerte in einem Unterrichts- oder Gruppenraum überschritten werden, kann mit einem speziellen Raumakustik-Messprogramm ermittelt werden. „Darüber hinaus geben wir Hinweise zum Infektionsschutz und zur arbeitsmedizinischen Vorsorge. Natürlich sprechen wir auch über vorbeugenden Brandschutz und den Ablauf von Evakuierungsmaßnahmen.“

Damit Kindertagesstätten ihrem wichtigen Bildungsauftrag gerecht werden können, ist es auch für Umwelt- und Gesundheitsdezernent Wolfgang Herz wichtig, mit den vorhandenen sachlichen und personellen Ressourcen pfleglich umzugehen „Die Gesundheit und das Wohlbefinden des Personals und damit den hohen qualitativen Anspruch an die Kinderbetreuung zu erhalten und zu fördern, muss ein zentraler Bestandteil von Trägerpolitik und Mitarbeiterführung sein. Beim hierzu notwendigen Arbeitsschutz- und Gesundheitsmanagement unterstützen wir die Träger der Einrichtungen gerne.“

Natürlich stelle man bei den Vor-Ort-Besuchen auch hin und wieder Mängel fest, die der Träger dann auf seine Kosten nachbessern müsse. „Das ist jedoch die Ausnahme“, freut sich Herz.

Seite zurück Nach oben Drucken