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09.04.2020

Coronavirus: Informationen zur Erkrankung, Schutzmaßnahmen und der Situation im Enzkreis

Um eine Verbreitung des neuartigen Coronavirus in Deutschland zu verzögern und einzudämmen, haben Bund und Land umfangreiche Beschränkungen erlassen. Zentrale Botschaft: die eigenen Sozialkontakte auf ein Minimum  reduzieren und Hygienemaßnahmen konsequent einhalten. Dazu gilt es, Fälle möglichst früh zu erkennen, damit Infektionsketten unterbrochen werden können.

Auf dieser Seite finden Sie ständig aktualisiert Antworten auf die häufigsten Fragen zu Corona und COVID 19 (Stand: 09.04.2020, 18:00 Uhr).

Informationen zum Test auf das Coronavirus finden sie hier.

Hier stehen weitere Links und Informationen z.B. für Arbeitnehmer oder Arbeitgeber.

Hier finden Sie Informationen über Hilfsmöglichkeiten und direkte Links zu den Seiten der Enzkreisgemeinden.

Informationen für Eltern und zu psychologischen Hilfen stehen auf der Seite der Beratungsstellen.

Aktuelle Informationen erhalten Sie minutenschnell über die bundesweite Warn-App NINA.

Einen sehr guten Überblick über die Situation, Hintergründe und Maßnahmen gibt ein Interview der Pforzheimer Zeitung mit Dr. Brigitte Joggerst, Leiterin des Gesundheitsamts, das sowohl für den Enzkreis als auch für die Stadt Pforzheim zuständig ist. Hier finden Sie das gesamte Interview als Video (15 Minuten).

  • Wie ist die Situation bei uns in der Region?

Aktuell gibt es in der Region sieben Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19. In Pforzheim gibt es 100 bestätigte Corona-Fälle, im Enzkreis 242. Die Betroffenen befinden sich in häuslicher Quarantäne oder im Krankenhaus. Angehörige und Kontaktpersonen sind ebenfalls zu Hause.

Eine Karte mit den Corona-Fällen nach Gemeinden finden Sie hier.

Inzwischen gelten 105 Menschen als genesen; sie waren positiv getetst worden und haben die Krankheit inzwischen überwunden. Hier lesen Sie ein Interview mit einer Genesenen.

  • Wo bekomme ich Auskünfte?

Die Hotline des Gesundheitsamts für Fragen zu Virus, Schutz und Erkrankung ist montags bis samstags von 8 bis 18 Uhr erreichbar unter der Nummer 07231 308-6850.
Die zentrale E-Mail-Adresse für schriftliche Anfragen aller Art rund um das Corona-Virus lautet corona@enzkreis.de. Bitte geben Sie bei Anfragen Ihre Wohn-Gemeinde an.

  • Was soll ich tun, wenn ich fürchte, mich angesteckt zu haben?

Zunächst Ruhe bewahren. „Die allermeisten Erkrankungen bei uns verlaufen milde“, sagt Dr. Brigitte Joggerst, Leiterin des Gesundheitsamts. „Wer krank ist, bleibt zu Hause, hat möglichst wenig Kontakt zu anderen Menschen und versucht, sich – wie bei einer Virusgrippe – zu erholen. Nur wer wirklich krank ist und sich nicht selbst versorgen kann, muss stationär ins Krankenhaus.“

  • Wo soll ich in diesem Fall anrufen?

Wenden Sie sich telefonisch an den Hausarzt oder Kinderarzt , abends und am Wochenende an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. "Gehen Sie in keinem Fall unangemeldet in die Praxis oder in die Notaufnahme der Kliniken. Der Arzt oder das Krankenhaus treffen in einem begründeten Verdachtsfall Vorkehrungen, damit keine anderen Patienten angesteckt werden“, sagt Joggerst.

  • Wie wird das Coronavirus übertragen?

Das neuartige Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Die Übertragung erfolgt primär über Sekrete der Atemwege bei engem Kontakt. "Enger Kontakt, die sogenannte Kategorie 1, bedeutet ein mindestens 15-minütiger Gesichtskontakt, etwa bei einem Gespräch, und natürlich, wenn Personen aus Lebensgemeinschaften im selben Haushalt wohnen", erklärt Angelika Edwards, Leiterin Infektionsschutz beim Gesundheitsamt. "Bei allen anderen Kontakten ist nach derzeitigem Stand eine Infektion (z.B. im Fahrstuhl) eher unwahrscheinlich - vor allem, wenn man sich an die wichtigste Regel zur Vorbeugung hält: Hände waschen."

  • Gibt es Risiko-Gebiete und worauf sollten Rückkehrer achten?

Ja. Das Robert-Koch-Institut veröffentlich eine Liste der internationalen Risikogebiete, die ständig aktualisiert wird. Aktuell hinzugefügt wurden dort ganz Frankreich und ganz Spanien, die Niederlande, die Schweiz, die USA und Großbritannien mit Nordirland . 

Reisende, die in einem der Risikogebiete waren, sollen zu Hause bleiben und  Kontakte zu anderen Menschen auf das Notwendigste beschränken. Insbesondere müssen Kontakte zu älteren Menschen vermieden werden.

Wer innerhalb von 14 Tagen nach der Rückkehr Fieber, Husten oder Atemnot entwickelt, sollte nach vorheriger telefonischer Anmeldung und unter Hinweis auf die Reise einen Arzt kontaktieren.

  • Welche präventiven Maßnahmen sind sinnvoll?

In der Allgemeinbevölkerung ist die wichtigste und effektivste Maßnahmen zum Schutz vor Ansteckung regelmäßiges gründliches Händewaschen. "Mindestens 30 Sekunden mit Wasser und Seife gründlich waschen", sagt Angelika Edwards. Wichtig sei zudem die korrekte Hustenetikette und das Einhalten eines Mindestabstandes von mindestens 1,5 Metern. Außerdem wird geraten, bei der Begrüßung auf das Händeschütteln zu verzichten. Ein Mundschutz schützt weniger den, der ihn trägt, als die anderen vor einem selbst: Er kann aber zumindest verhindern, dass man andere Menschen anhustet oder bei feuchter Aussprache "anspuckt".

  • Was kann man sonst noch tun, um Infektionen vorzubeugen?

Aktuell sind in Deutschland sehr drastische Maßnahmen in Kraft getreten, mit denen die Verbreitung des Virus eingeschränkt werden soll. "Die Botschaft lautet: Halten Sie Abstand und bleiben Sie zu Hause!", sagt Angelika Edwards.

Das Ziel ist es, die Entwicklung so zu bremsen, dass die Krankheitsfälle nicht sprunghaft ansteigen, sondern so, dass Ärzte und Krankenhäuser die Epidemie bearbeiten können. Die internationale Kampagne dazu hat den Titel "#FlattenTheCurve" (die Kurve abflachen).

  • Wie wird das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland eingeschätzt?

Das Robert Koch-Institut (RKI) erfasst kontinuierlich die aktuelle Lage, bewertet alle Informationen und wägt das Risiko für die Bevölkerung ab. „Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung wird in Deutschland insgesamt als hoch eingeschätzt“, heißt es beim RKI.

Die Homepage des RKI mit allen Informationen zu Corona und COVID 19 finden Sie hier.

  • Wie hoch wird das Risiko in Pforzheim und im Enzkreis eingeschätzt?

„Wir haben auf Grund unserer recht guten Lebensbedingungen und unseres sehr gut aufgestellten Gesundheitssystems gute Chancen“, sagt Dr. Brigitte Joggerst. „Am wichtigsten ist es, nicht in Panik zu fallen“.

Zudem gebe es in Pforzheim und im Enzkreis eine gute Zusammenarbeit und engen Austausch zwischen Gesundheitsbehörden, Kliniken und der Ärzteschaft. Joggerst: „Alle sind vorbereitet und kennen die notwendigen Maßnahmen wie Absonderungen oder Quarantäne."

  • Wie werden Erkrankte behandelt?

Ein Medikament gegen COVID-19 gibt es noch nicht. Die Behandlung von Patienten erfolgt zumeist symptomatisch, das heißt entsprechend des Schweregrades der Symptome. Behandelt wird zum Teil mit antiviralen Medikamenten und solchen zur Linderung der Allgemein-Symptome wie Fieber, Husten und Schnupfen. Bei sehr schweren Erkrankungen, die eine Lungenentzündung nach sich ziehen, werden auch Antibiotika eingesetzt und falls notwendig beatmet. „Glücklicherweise ist dies aber nur sehr selten der Fall“, sagt die Leiterin des Gesundheitsamtes.

  • Wie ist die Situation in den Kliniken in der Region?

„Die Kliniken haben nicht dringend notwendige Operationen abgesagt oder verschoben“, schildert Brigitte Joggerst die Situation: „Mundschutz, Desinfektionsmaterial und notwendige Medikamente sind vorhanden, das Personal wird entsprechend geschult.“ Allerdings werden Firmen, die Schutzausrüstungen wie Mundschutz oder Masken haben, gebeten, sich beim Landratsamt zu melden.

  • Was passiert, wenn sehr viele Menschen erkranken?

"Sollte es zu einer hohen Anzahl an Patienten kommen, werden insbesondere diejenigen mit schwerer Symptomatik stationär aufgenommen“, sagt Joggerst. Glücklicherweise verlaufe die Erkrankung bei den allermeisten Patienten mild.

  • Was ist die Aufgabe des Gesundheitsamts?

Das Gesundheitsamt koordiniert in enger Absprache mit den Kliniken, der Rettungsleitstelle und der Ärzteschaft. Es berät die Ärzteschaft sowie die Bürgerinnen und Bürger und unterstützt bei konkreten Maßnahmen, beispielsweise dem Aufbau von Infektpraxen oder Teststellen.

  • Wie kooordinieren Stadtverwaltung und Landratsamt die Maßnahmen?

OB Peter Boch und Landrat Bastian Rosenau haben die jeweiligen Verwaltungsstäbe einberufen. Sie haben die Aufgabe, in den beiden Verwaltungen auch mit Polizei und den Gemeinden das Handeln zu koordinieren.

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