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14.05.2019

Energiespar-Tipp Mai: Wasser aus der Leitung oder aus der Flasche trinken? Fünf Fragen und Antworten



Im Schnitt trinkt ein Mensch in Deutschland jährlich etwa 150 Liter Wasser aus Plastikflaschen, etwa zehnmal so viel wie noch in den 1970er Jahren. Mindestens 800 Millionen PET-Flaschen für Mineralwasser sind dafür allein bundesweit jährlich im Umlauf. Am stärksten wächst dabei das Segment der stillen Mineralwässer – dabei kommt Wasser ohne Kohlensäure aus jedem Wasserhahn. Lohnt es sich überhaupt, Geld für abgefülltes Wasser auszugeben und mühsam selbst Kisten zu schleppen? Das Energie- und Bauberatungszentrum ebz Pforzheim/Enzkreis beantwortet fünf Fragen rund um das Thema Leitungs- versus Flaschenwasser.

Ist Mineralwasser in Flaschen gesünder?
Laut einer Analyse der Stiftung Warentest wird Mineralwasser als Mineralstoffquelle für den Menschen häufig überschätzt. Die meisten käuflichen Mineralwässer enthalten nicht mehr Mineralien als Leitungswasser. In bestimmten Fällen kann eine gezielte Versorgung sinnvoll sein, beispielsweise kalziumreiches Wasser für laktose-intolerante Menschen oder sulfathaltiges Wasser bei Verstopfung. „Hartes Wasser“ enthält mehr Mineralien als „weiches Wasser“ und ist damit sehr gesund. Die Wasserhärte kann beim jeweiligen Wasserversorger in Erfahrung gebracht werden, beispielsweise unter der Internetadresse https://www.stadtwerke-pforzheim.de/privatkunden/produkte/trinkwasser/.

In der Untersuchung von Stiftung Warentest wurden in keinem Fall, auch nicht in Gebieten mit intensiver Landwirtschaft, die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte von Rückständen überschritten. Der Nitrat-Grenzwert von Trinkwasser, so das Umweltbundesamt, schützt alle Bevölkerungsgruppen, Säuglinge inbegriffen. In käuflichen Mineralwässern fanden sich dagegen Spuren von Ampa, das beim Abbau von Glyphosat oder Waschmitteln entstehen kann. Außerdem waren einige der Flaschenwasser auffallend mit Keimen belastet. Dazu kommt, dass Abbauteile des Kunststoffs aus der Flasche in das Wasser übergehen und Geschmack sowie Zusammensetzung verändern können.

Wie wird die Qualität von Trinkwasser gesichert?
Leitungswasser gilt in Deutschland als das am besten kontrollierte Lebensmittel. Die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung sind strenger als jene der Mineral- und Tafelwasserverordnung. So darf Leitungswasser beispielsweise nur 10 µg/Liter Arsen enthalten, Mineralwasser bis zu 50 µg/ Liter. Wasserversorger bereiten das Wasser in der Regel auf und müssen es regelmäßig untersuchen. Ihre Verantwortung für Keime und kritische Substanzen reicht bis zum Hausanschluss. Ab dort müssen Vermieter für einwandfreie Leitungen im Haus sorgen und sind verpflichtet, beispielsweise alte Rohre aus Blei zu entfernen. Außerdem müssen Vermieter Trinkwasser alle drei Jahre auf Legionellen überprüfen, wenn sich in ihrem Haus eine Großanlage zur Erwärmung des Wassers befindet. Zu empfehlen ist, das Wasser morgens laufen zu lassen, bis kein Standwasser mehr kommt, sondern das Wasser spürbar kühl und frisch aus der Leitung fließt.

Leitungswasser ist gesund und ist darüber hinaus günstiger und umweltschonender als Wasser aus Flaschen. (Foto: Langer)

Ist das Trinken von Leitungswasser besser für die Umwelt?
60 Prozent des deutschen Mineralwassers wird in Plastikflaschen verkauft. Diese werden aus Erdöl hergestellt, müssen abgefüllt, transportiert und am Ende entsorgt werden. Die Zahl der Einwegflaschen nimmt immer mehr zu. Gelangen Plastikflaschen in die Umwelt, kann es bis zu 500 Jahre dauern, bis das Plastik zerfällt.

Wer Wasser in Flaschen kauft, verursacht mit Glas-Mehrwegflaschen noch am wenigsten Umweltschäden. Kommen lange Transportwege ins Spiel, verschlechtert sich die Ökobilanz von Glas-Mehrweg wegen des Gewichts.

Wie unterscheiden sich die Kosten?
Im Durchschnitt bekommt man für den Preis von einem Liter Mineralwasser 100 Liter Leitungswasser. Hinter der Bezeichnung „Tafelwasser“ verbirgt sich übrigens Leitungswasser, das mit Kohlensäure und anderen Stoffen versetzt wurde und teuer in Flaschen verkauft wird.

Welche Alternativen gibt es?
- Mit Zitronenmelisseblättern oder Zitronenscheiben lässt sich Leitungswasser noch erfrischender machen.
- Leitungswasser kann mithilfe von Sodageräten zu Sprudel aufbereitet werden. Damit reduziert sich der Flaschenverbrauch und auch der Kohlensäuregehalt ist individuell wählbar.
- Wer trotz allem nicht auf Mineralwasser verzichten möchte, kann auf einheimisches Wasser von nahegelegenen Quellen achten. Beim Einkauf können die Kisten statt mit dem Auto auch mit dem Velo-Anhänger transportiert werden.

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