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15.04.2019

Energiespar-Tipp April: Wie Gebäudeeigentümer auf CO2-neutrale Heizungen umsteigen können



Rund 40 Prozent der Energie verbrauchen die Deutschen in Gebäuden. Ein Großteil davon entfällt heute noch auf fossile Heizungen, also auf Öl, Gas oder Kohle. Dabei soll der Gebäudebestand nach dem Willen der Bundesregierung bis 2050 klimaneutral werden. Wird eine Heizung ausgetauscht, sind Hauseigentümer oft unsicher, welche Technik sie wählen sollen.

Eine Heizungsanlage ist mehr als nur ein Heizkessel: Die Effizienz der Gesamtanlage hängt auch von der Art des Heizungssystems und der Trinkwasser-Erwärmung ab. Hauseigentümer sollten deshalb bei einer energetischen Sanierung auf einen hydraulischen Abgleich, die Anlagenregelung, effiziente Heizungspumpen und passende Heizflächen achten. Auch eine Dämmung von Armaturen und Rohrleitungen ist wichtig. Die so erreichten Verbesserungen können effektiver sein als ein neuer Wärmeerzeuger. Umgekehrt gilt dies auch: „Fehler bei der Heizungsregelung können den Energieverbrauch und die Klimabelastung im Extremfall verdoppeln“, sagt Dr. Volker Kienzlen, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) in Karlsruhe.

Schlechte Noten gibt Kienzlen dem derzeitigen Standard der Heiztechnik: „Fossil betriebene Heizkessel sind höchstens noch eine Brückentechnologie und sollten nach 2025, spätestens nach 2030 nicht mehr eingebaut werden. Eine Heiztechnik mit einer besseren Klimabilanz seien Wärmenetze. Sie sind offen für die Nutzung erneuerbarer Energien und Abwärme und können mit Blockheizkraftwerken die fossilen Energieträger besonders effizient nutzen. Liegt ein Wärmenetz bereits in der Straße, so ist der Anschluss daran oft die wirtschaftlichste Option. Eine weitere Option sind Holzpellets-, Holzhackschnitzel- und Scheitholzkessel: Die Verbrennung von Holz ist bei nachhaltiger und regionaler Holzwirtschaft nahezu CO2-neutral.

„Solarthermie ist neben Umweltwärme für Wärmepumpen und Photovoltaik die einzige erneuerbare Energieform, die unmittelbar auf dem jeweiligen Grundstück in sinnvoller Menge genutzt werden kann“, erklärt Birgit Abrecht, Energieberaterin im Energie- und Bauberatungszentrum Pforzheim/Enzkreis (ebz). „Grundsätzlich sollte bei Gebäuden jede energetisch sinnvoll nutzbare Dachfläche zur Energieerzeugung vor Ort herangezogen werden.“ Eine solarthermische Anlage als ergänzendes System sei grundsätzlich für die Warmwasserbereitung sinnvoll, da der Kessel im Sommer nicht in Betrieb gehen muss. Mit etwas vergrößerter Fläche lohnt sich eine solche Anlage häufig auch für die zusätzliche Heizungsunterstützung in den übrigen Jahreszeiten.

Der Großteil des Energieverbrauchs in einem durchschnittlichen Haushalt entfällt auf die Raumwärme. (Bild: co2online.de)

Im Zuge des Ökostromausbaus erwarten Fachleute eine wachsende Bedeutung von Elektro-Wärmepumpen: Wenn Wind- und Solaranlagen dazu führen, dass die Treibhausgas-Emissionen pro Kilowattstunde erzeugtem Strom immer weiter sinken, spricht dies für einen verstärkten Einsatz zu Heizzwecken. Inzwischen erlaubt die technische Entwicklung auch den Einbau mit Flächenheizung in energetisch optimierten Bestandsgebäuden. Der Heizwärmebedarf für modernisierte Gebäude sollte unter 80 kWh pro Quadratmeter und Jahr liegen.

Die Erneuerung oder Sanierung einer Heizungsanlage steht im Spannungsfeld von technischen und baulichen Möglichkeiten, wirtschaftlicher Machbarkeit und dem Klimaschutz. Ist eine Gesamtlösung in einem Zug nicht möglich, können Gebäudeeigentümer mit Energieberatern einen Sanierungsfahrplan erstellen, der sinnvolle Einzelmaßnahmen vorschlägt und planvoll miteinander verknüpft, sodass sie mittel- und langfristig schrittweise umgesetzt werden können.

Neutrale Informationen dazu gibt es kostenfrei im ebz. Termine für Dienstag und Donnerstag zwischen 15-18 Uhr oder einmal monatlich auch am Samstag können Sie unter 07231 39-713600 oder per E-Mail an info@ebz-pforzheim.de vereinbaren. Die nächsten Samstagsberatungen finden am 27. April, 18. Mai und 1. Juni jeweils von 9-13 Uhr statt. Tipp: Frühzeitig anmelden, die Termine sind schnell belegt.

Wie Gebäudeeigentümern die Umstellung auf eine kohlendioxidfreie Wärmeversorgung gelingen kann, zeigt ein aktuelles Positionspapier, das auf www.kea-bw.de kostenlos zur Verfügung steht. Entscheidungshilfe beim Heizungswechsel bietet auch der neue Wärmekompass (www.waermewende.de/waermekompass) der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), der herstellerunabhängig einen Überblick über Heizungssysteme hinsichtlich ihrer Anschaffungs- und Betriebskosten sowie dem CO2-Ausstoß gibt.

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