Sprungziele
Zum Aktivieren des Google-Übersetzers bitte klicken. Wir möchten darauf hinweisen, dass nach der Aktivierung Daten an Google übermittelt werden.
Mehr Informationen zum Datenschutz
Seiteninhalt
20.05.2020

Coronavirus: Informationen zur Erkrankung, Schutzmaßnahmen und der Situation im Enzkreis

Um eine Verbreitung des neuartigen Coronavirus in Deutschland zu verzögern und einzudämmen, haben Bund und Land umfangreiche Beschränkungen erlassen. Zentrale Botschaft: die eigenen Sozialkontakte auf ein Minimum reduzieren und Hygienemaßnahmen konsequent einhalten. In Läden und im ÖPNV (Busse & Bahnen) muss ein Mund-Nase-Schutz getragen werden.

Die jeweils aktuelle Fassung der Verordnung der Landesregierung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2 (Corona-Verordnung - CoronaVO) finden Sie im Kasten unten rechts "Dokumente".

Auf dieser Seite finden Sie ständig aktualisiert Antworten auf die häufigsten Fragen zu Corona und COVID 19.

Eine Übersicht, wo Sie welche Mund-Nasen-Schutzmasken erwerben können, finden Sie unter www.pforzheim.de/maskenpflicht. Diese Seite wird ständig aktualisiert. 

Aktuelle Informationen erhalten Sie minutenschnell über die bundesweite Warn-App NINA.

Einen sehr guten Überblick über die Situation, Hintergründe und Maßnahmen gibt ein Interview der Pforzheimer Zeitung mit Dr. Brigitte Joggerst, Leiterin des Gesundheitsamts, das sowohl für den Enzkreis als auch für die Stadt Pforzheim zuständig ist. Hier finden Sie das gesamte Interview als Video (15 Minuten).

Wie ist die Situation bei uns in der Region?

7-Tage-Inzidenz 2. Juni 2020
7-Tage-Inzidenz 2. Juni 2020
Aktuell gibt es in der Region 27 Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19. In Pforzheim wurden seit Beginn der Testungen Anfang März 438 Corona-Fälle registriert, im Enzkreis 626. Eine Karte mit den Corona-Fällen nach Gemeinden finden Sie hier.

Inzwischen gelten 389 Menschen in Pforzheim und 576 im Enzkreis als genesen; sie waren positiv getestet worden und haben die Krankheit inzwischen überwunden. Hier lesen Sie ein Interview mit einer Genesenen.

Derzeit noch krank oder infiziert sind in Pforzheim 41 Personen, im Enzkreis 31.

Wo bekomme ich Auskünfte?

Die Hotline des Gesundheitsamts für Fragen zu Virus, Schutz und Erkrankung ist montags bis samstags von 8 bis 18 Uhr erreichbar unter der Nummer 07231 308-6850.

Die zentrale E-Mail-Adresse für schriftliche Anfragen aller Art rund um das Corona-Virus lautet corona@enzkreis.de. Bitte geben Sie bei Anfragen Ihre Wohn-Gemeinde an.

Auskünfte in den Sprachen Arabisch, Farsi und Türkisch gibt es montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr unter der Nummer 07231 308-9148.

Was soll ich tun, wenn ich fürchte, mich angesteckt zu haben?

Zunächst Ruhe bewahren. „Die allermeisten Erkrankungen bei uns verlaufen milde“, sagt Dr. Brigitte Joggerst, Leiterin des Gesundheitsamts. „Wer krank ist, bleibt zu Hause, hat möglichst wenig Kontakt zu anderen Menschen und versucht, sich – wie bei einer Virusgrippe – zu erholen. Nur wer wirklich krank ist und sich nicht selbst versorgen kann, muss stationär ins Krankenhaus.“

Wo soll ich in diesem Fall anrufen?

Wenden Sie sich telefonisch an den Hausarzt oder Kinderarzt , abends und am Wochenende an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117. "Gehen Sie in keinem Fall unangemeldet in die Praxis oder in die Notaufnahme der Kliniken. Der Arzt oder das Krankenhaus treffen in einem begründeten Verdachtsfall Vorkehrungen, damit keine anderen Patienten angesteckt werden“, sagt Joggerst.

Wie wird das Coronavirus übertragen?

Das neuartige Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Die Übertragung erfolgt primär über Sekrete der Atemwege bei engem Kontakt. "Enger Kontakt, die sogenannte Kategorie 1, bedeutet ein mindestens 15-minütiger Gesichtskontakt, etwa bei einem Gespräch, und natürlich, wenn Personen aus Lebensgemeinschaften im selben Haushalt wohnen", erklärt Angelika Edwards, Leiterin Infektionsschutz beim Gesundheitsamt. "Bei allen anderen Kontakten ist nach derzeitigem Stand eine Infektion (z.B. im Fahrstuhl) eher unwahrscheinlich - vor allem, wenn man sich an die wichtigste Regel zur Vorbeugung hält: Hände waschen."

Kann man sich über Lebensmittel anstecken?

Eine Übertragung über Lebensmittel ist bisher nicht bekannt. Bei der Zubereitung von Obst und Gemüse sollten dennoch die allgemeinen Hygieneregeln beachtet werden, die gründliches Abwaschen von Lebensmitteln und häufiges Händewaschen während der Verarbeitung beinhalten. Hier stehen Antworten auf weitere Fragen zur Lebensmittelsicherheit.

Was müssen Reiserückkehrer beachten?

Um die Ausbreitung der Corona-Pandemie weiter einzudämmen, müssen sich Personen, die aus dem Ausland einreisen, unverzüglich in eine 14-tägige häusliche Quarantäne begeben. Außerdem müssen sie sich bei der jeweiligen Ortspolizeibehörde ihrer Gemeinde melden.

Welche präventiven Maßnahmen sind sinnvoll?

Wichtigste und effektivste Maßnahmen zum Schutz vor Ansteckung sind:

1. Regelmäßiges gründliches Händewaschen, mindestens 30 Sekunden mit Wasser und Seife, insbesondere nach Naseputzen, Niesen und Husten.

2. Husten und Niesen nur in die Armbeuge oder in ein Taschentuch, dieses danach entsorgen.

3. Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten, kein Händeschütteln, keine Berührung.

4. Bei akuter Atemwegserkrankung zu Hause bleiben.

Die aktuellen Hinweise des Landes Baden-Württemberg zu diesem Thema finden Sie hier.

Wie ist das mit Masken und Mundschutz? Gibt es eine Befreiung von der Maskenpflicht?

Ein Mund-Nasen-Schutz kann andere vor einer Ansteckung durch mich schützen, indem er die Zahl der Tröpfchen in der Atemluft erduziert. Deshalb ist er in Baden-Württemberg in Ladengeschäften, im Bus und in der Bahn vorgeschrieben. 

Dabei sind fünf Punkte zu beachten:

1. Die Bedeckung muss eng anliegen.

2. Der Schutz ist über Mund und Nase zu tragen.

3. Bei Durchfeuchtung wechseln.

4. Beim Tragen nicht daran herumzupfen.

5. Vor dem Anziehen und nach dem Ablegen gründlich die Hände waschen.

Zuverlässiger Eigenschutz bieten nur Atemschutz-Masken, sogenannte FFP2- (oder FFP3-) Masken. Sie werden insbesondere von Personal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen getragen, die mit Corona-Positiven Menschen zu tun haben.

Für eine Befreiung von der Maskenpflicht aus medizinischer Sicht genügt nach unserer Einschätzung derzeit ein haus-/fachärztliches Attest, aus dem plausibel die medizinische Begründung der Unzumutbarkeit des Tragens einer nicht-medizinischen Alltagsmaske oder einer vergleichbaren Mund-Nasen-Bedeckung gem. § 3 (1) CoronaVO hervorgeht. Dieses wäre mitzuführen als Nachweis darüber.

Die aktuellen Vorgaben zum Thema Maskenpflicht können Sie auf der Seite des Landes Baden-Württemberg nachlesen.

Gehen auch selbstgenähte Community-Masken/DIY-Masken/Mund-Nasen-Barrieren?

Die Anwendung entspricht dem Mund-Nasen-Schutz in allen fünf Punkten. Feste, dicht gewebte Stoffe sind zu bevorzugen, mindestens waschbar bei 60 Grad, besser bei 95 Grad. Nach dem Abnehmen kurze Zeit in Beuteln luftdicht aufbewahren oder sofort waschen. Praktische Hinweise dazu finden Sie im Video der Landesregierung. Eine Übersicht, wo Sie welche Mund-Nasen-Schutzmasken erwerben können, finden Sie unter www.pforzheim.de/maskenpflicht. Diese Seite wird ständig aktualisiert. 

Die aktuellen Vorgaben zum Thema Maskenpflicht können Sie auf der Seite des Landes Baden-Württemberg nachlesen.

Was kann man sonst noch tun, um Infektionen vorzubeugen?

Aktuell sind in Deutschland sehr drastische Maßnahmen in Kraft getreten, mit denen die Verbreitung des Virus eingeschränkt werden soll. "Die Botschaft lautet: Halten Sie Abstand und bleiben Sie zu Hause!", sagt Angelika Edwards, stellvertretende Amtsleiterin des Gesundheitsamts und Sachgebietsleitung des Infektionsschutzes.

Das Ziel ist es, die Entwicklung so zu bremsen, dass die Krankheitsfälle nicht sprunghaft ansteigen, sondern so, dass Ärzte und Krankenhäuser die Epidemie bearbeiten können. Die internationale Kampagne dazu hat den Titel "#FlattenTheCurve" (die Kurve abflachen).

Die aktuellen Hinweise des Landes Baden-Württemberg zu diesem Thema finden Sie hier.

Wie wird das Risiko für die Bevölkerung in Deutschland eingeschätzt?

Das Robert Koch-Institut (RKI) erfasst kontinuierlich die aktuelle Lage, bewertet alle Informationen und wägt das Risiko für die Bevölkerung ab. „Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung wird in Deutschland insgesamt als hoch eingeschätzt“, heißt es beim RKI.

Die Homepage des RKI mit allen Informationen zu Corona und COVID 19 finden Sie hier.

Wie hoch wird das Risiko in Pforzheim und im Enzkreis eingeschätzt?

„Wir haben auf Grund unserer recht guten Lebensbedingungen und unseres sehr gut aufgestellten Gesundheitssystems gute Chancen“, sagt Dr. Brigitte Joggerst, die Leiterin des Gesundheitsamts. „Am wichtigsten ist es, nicht in Panik zu fallen“.

Zudem gebe es in Pforzheim und im Enzkreis eine gute Zusammenarbeit und engen Austausch zwischen Gesundheitsbehörden, Kliniken und der Ärzteschaft. Joggerst: „Alle sind vorbereitet und kennen die notwendigen Maßnahmen wie Absonderungen oder Quarantäne."

Wie werden Erkrankte behandelt?

Ein Medikament gegen COVID-19 gibt es noch nicht. Die Behandlung von Patienten erfolgt zumeist symptomatisch, das heißt entsprechend des Schweregrades der Symptome. Behandelt wird zum Teil mit antiviralen Medikamenten und solchen zur Linderung der Allgemein-Symptome wie Fieber, Husten und Schnupfen. Bei sehr schweren Erkrankungen, die eine Lungenentzündung nach sich ziehen, werden auch Antibiotika eingesetzt und falls notwendig beatmet. „Glücklicherweise ist dies aber nur sehr selten der Fall“, sagt die Leiterin des Gesundheitsamtes.

Wie ist die Situation in den Kliniken in der Region?

„Die Kliniken haben nicht dringend notwendige Operationen abgesagt oder verschoben“, schildert Brigitte Joggerst die Situation: „Mundschutz, Desinfektionsmaterial und notwendige Medikamente sind vorhanden, das Personal wird entsprechend geschult.“ Allerdings werden Firmen, die Schutzausrüstungen wie Mundschutz oder Masken haben, gebeten, sich beim Landratsamt zu melden.

Ich habe Corona überstanden, wo kann ich Antikörper oder Plasma spenden?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat Kriterien für eine Spende von Rekonvaleszenten-Plasma zusammengestellt und eine Liste von Blutspendediensten verlinkt.

Was ist die Aufgabe des Gesundheitsamts?

Das Gesundheitsamt koordiniert in enger Absprache mit den Kliniken, der Rettungsleitstelle und der Ärzteschaft. Es berät die Ärzteschaft sowie die Bürgerinnen und Bürger und unterstützt bei konkreten Maßnahmen, beispielsweise dem Aufbau von Infektpraxen oder Teststellen.

Hauptaufgabe des Gesundheitsamts ist die Nachverfolgung, also der Versuch, Kontaktpersonen zu ermitteln, um so Infektionsketten sehr frühzeitig zu unterbrechen.

Wie kooordinieren Stadtverwaltung und Landratsamt die Maßnahmen?

OB Peter Boch und Landrat Bastian Rosenau haben die jeweiligen Verwaltungsstäbe einberufen. Sie haben die Aufgabe, in den beiden Verwaltungen auch mit Polizei und den Gemeinden das Handeln zu koordinieren.

Wo finde ich Hilfe zum Thema "Hilfe, Information und Beratung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt"?

Die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Pforzheim und des Enzkreises haben in Zusammenarbeit mit dem Frauenbündnis Pforzheim Enzkreis ein Informationsblatt erstellt mit Anschriften und Telefonnummern von Anlaufstellen, bei denen von Gewalt betroffene Frauen Hilfe, Informationen und Beratung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt erhalten.

Flyer Hilfe_Gewalt 2020
Flyer Hilfe_Gewalt 2020

Wie sind die Bestimmungen für Selbsthilfegruppen?

In der ab 02.06.2020 geltenden Fassung der Corona-Verordnung ist in § 3 Abs. 3 Nr. 4 eine Ausnahme von der 10-Personenregel für die gesundheitsbezogene Selbsthilfe im Sinne von § 20h des Fünften Buchs Sozialgesetzbuch (SGB V) vorgesehen,  wenn geeignete Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen im Sinne von § 4 Absatz 3 getroffen werden (insbes. Abstandsgebot). Dann können die Gruppentreffen der Selbsthilfe jetzt wieder starten.

Nähere Informationen finden Sie auf der Seite des Sozialministeriums Baden-Württemberg.

Dort befindet sich auch die ab 02.06.2020 geltende Fassung der Corona-Verordnung, deren § 3 Abs. 3 Nr. 4 für Selbsthilfegruppen mit gesundheitsbezogenen Themen relevant ist: 

§ 3 Corona-Verordnung ab 02.06.2020
§ 3 Corona-Verordnung ab 02.06.2020

Für soziale Selbsthilfegruppen gilt die allgemeine "10-Personen-Regel" (s. oben).

Weitere Informationen gibt es über die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe/Selbsthilfegruppen (KISS) unter Telefon 07231 308-9743 oder per E-Mail an kiss@enzkreis.de.

Seite zurück Nach oben Drucken