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26.09.2018

Besuch aus dem Landratsamt bei Firma Schneider in Remchingen - Landrat Rosenau sucht direkten Kontakt zu Betrieben


Weltweit verkauft würden die Präzisionsteile der Firma Schneider in Remchingen, berichteten die Geschäftsführer Anja Schneider und Jens Siegle den Besuchern, darunter Landrat Bastian Rosenau, WFG-Geschäftsführer Jochen Protzer und Hochschul-Rektor Prof. Ulrich Jautz (von rechts).

„Die Entwicklung der Wirtschaft im Kreis ist mir als Landrat natürlich ein besonders wichtiges Anliegen", betont Bastian Rosenau: „Deshalb möchte ich regelmäßig Firmen und Betriebe in den Gemeinden kennenlernen, um durch den direkten Kontakt zu hören, wo der Schuh drückt.“ Gemeinsam mit Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon, Hochschul-Rektor Prof. Ulrich Jautz, dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordschwarzwald (WFG), Jochen Protzer, und dem Wirtschaftsbeauftragten des Enzkreises, Jochen Enke, war der Kreischef nun bei der Firma Walter Schneider in Remchingen zu Gast.

Begrüßt wurden sie von den drei Geschäftsführern Anja Schneider, einer Enkelin des Firmengründers, Dr. Jens Neumeyer und Jens Siegle – Schwiegersöhne der Söhne von Walter Schneider. Aktuell beschäftigt die Firma 90 Mitarbeiter – inklusive elf Azubis. „Das ist bei Ihrer Größe eine stolze Zahl“, staunte der Landrat. Man bilde gerne selbst aus, erfuhr er, da die Technik des Kaltfließ-Pressens sehr speziell sei und neue Mitarbeiter ohnehin zunächst angelernt werden müssten. „Dennoch spüren wir einen Mangel an Fachkräften sowohl in den technischen und handwerklichen Berufen als auch bei Fach-Lageristen“, sagte Anja Schneider.

Geschäftsführer Dr. Jens Neumeyer befürchtet Hindernisse für seinen Betrieb durch den Brexit, wie er Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon und dem Wirtschaftsbeauftragten Jochen Enke, berichtete (von links).

Die Logistik sei ein großes Thema, so Neumeyer. Die Kapazitäten für Lagerung und Transport würden immer enger – auch hier mache sich ein Mangel an Arbeitskräften bemerkbar, insbesondere bei den Speditionen. Ausdrücklich gelobt wurden Bürgermeister Prayon und seine Gemeinde als „aktive Kommune mit ausgezeichneten Bedingungen.“ Ein Anliegen habe man jedoch: die Verbesserung der Daten-Infrastruktur. Die Mitglieder der Delegation versprachen, sich direkt um die Breitband-Versorgung am Standort der Firma kümmern zu wollen.

Auch mit der Hochschule in Pforzheim arbeite man gerne zusammen, insbesondere im Bereich Werkstoffkunde. Dies hat seinen Grund unter anderem in der besonderen Technik des Kaltfließ-Pressens: Dabei werden Metalle wie Aluminium, Edelstahl oder Kupfer bei Raumtemperatur (also kalt) unter extrem hohem Druck in Form gepresst – mit bis zu 600 Tonnen Pressdruck. Dabei „fließt" das Material in die Geometrie des jeweiligen Werkzeugs. „Die Produkte haben eine hohe Stabilität, weil die Metalle in einem Stück gepresst werden“, erklärte Neumeyer. Im Gegensatz zum Fräsen oder Drehen werde zudem weniger Material benötigt.


Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon (rechts) und Landrat Bastian Rosenau (rechts hinten) sowie (von links) Hochschul-Rektor Prof. Ulrich Jautz, Jochen Enke, Wirtschaftsbeauftragter des Enzkreises, und WFG-Geschäftsführer Jochen Protzer ließen sich von den Geschäftsführern Dr. Jens Neumeyer, Anja Schneider und Jens Siegle durch die Räume der Firma Schneider führen.

„Unsere Kunden kommen aus nahezu allen Branchen“, sagte Jens Siegle – von Automotive über Elektro und Lebensmitteltechnik bis hin zur Möbel- und Textilindustrie. „Wir fertigen in erster Linie schwierige geometrische Teile und experimentieren mit unterschiedlichen Legierungen, Formen und Verfahren“, so Siegle. Offensichtlich mit Erfolg: Zuletzt hatte die Firma 2016 ihr Gebäude erweitert; ein weiterer Anbau für ein Außenlager sei aktuell in Planung. Trotz hoher Automatisation – zum Bestücken werden Roboter eingesetzt – sei die Belegschaft kontinuierlich gewachsen.

Eine besondere Herausforderung stelle der Brexit dar, berichteten die Geschäftsführer – denn die Firma beziehe vor allem spezielle Stahlsorten aus Großbritannien: „Wir wissen nicht, wie es nach dem März 2019 mit unseren Lieferanten von der Insel weitergehen wird.“ Auch die weltweite Entwicklung von Zöllen und Handel sei unklar und erschwere es der Wirtschaft momentan, verlässlich zu planen: „Die für uns wichtigen stabilen Rahmenbedingungen für global verstrickte Lieferbeziehungen sind derzeit nicht gegeben.“ Jochen Protzer sagte zu, dieses Thema im November mitzunehmen nach Brüssel: Dort wird eine größere Delegation der WFG den Nordschwarzwald präsentieren und Gespräche mit hohen Vertretern von EU-Parlament und Kommission führen.

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