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09.11.2018

Am Samstag, 17. November, im Uhlandbau Mühlacker: 6. Benefizkonzert der Sinfonietta Mühlacker zugunsten Masasi in Tansania - Planmäßige Fortschritte beim Bau des neuen Operationssaals am Mkomaindo-Hospital


Werben für das Benefizkonzert am 17. November im Uhlandbau Mühlacker: (von rechts nach links) Landrat Bastian Rosenau, Angela Gewiese von der Stabsstelle Klimaschutz, die auch Vorsitzende des Partnerschaftsvereins ist, sowie Wolfhard Bickel und Beate Klingenfuß von der Sinfonietta Mühlacker.

Seit 2011 unterhält der Enzkreis eine Klimapartnerschaft mit dem Masasi Distrikt im Süden Tansanias. Zugunsten der Partnerschaft veranstaltet Wolfhard Bickel, ehemaliger Musiklehrer am Theodor-Heuss-Gymnasium Mühlacker, nun bereits zum sechsten Mal zusammen mit dem von ihm gegründeten Orchester Sinfonietta Mühlacker e.V. und unterstützt vom Partnerschaftsverein „Marafiki wa Masasi“ ein Benefizkonzert. Auf dem Programm steht Barockmusik von Vivaldi und Purcell mit den Solisten Nils Wanderer (Countertenor), Christa Schmetzer (Blockflöte) und Valentin Weibert (Violine). Die Leitung liegt in den bewährten Händen von Wolfhard Bickel.
„Wer dieses Konzert besucht, unterstützt nicht nur einen guten Zweck, sondern kann sich auch auf musikalischen Hochgenuss freuen“, wirbt Schirmherr Landrat Bastian Rosenau für die Veranstaltung, für die Karten im Vorverkauf bei Buch-Elser und der Herz-Apotheke in Mühlacker sowie bei der Klostermanufaktur in Maulbronn erhältlich sind.
Der Erlös des Konzertes, das am Samstag, 17. November, um 20 Uhr im Uhlandbau Mühlacker stattfindet, soll zum wiederholten Mal dem Mkomaindo Hospital in Masasi zugutekommen. Der Finanzplan für den Neubau eines OP-Saals und die Schulung des dort tätigen Personals steht: Jeweils ein Drittel der Kosten übernehmen die Stadtverwaltung von Masasi, der Partnerschaftsverein und die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung im Rahmen der „Initiative Klinikpartnerschaften – Partner stärken Gesundheit“.
„Mehr als 15.000 Euro hat die Sinfonietta Mühlacker bereits bei zwei früheren Benefizkonzerten mit organisatorischer Unterstützung des LIONS-Club Mühlacker für den Neubau des OP-Gebäudes eingespielt“, berichtet Angela Gewiese von der Stabsstelle Klimaschutz und Kreisentwicklung beim Landratsamt; sie ist auch Vorsitzende des Partnerschaftsvereins „Marafiki wa Masasi“. Das Konzert am 17. November sei ein weiterer Baustein des ambitionierten Projektes, für das im Übrigen keine Mittel der öffentlichen Hand vorgesehen seien.

Das Mkomaindo-Hospital im „armen Süden“ von Tansania existiert seit 1952 und wurde somit noch während der britischen Kolonialzeit gegründet (Tansania ist seit 1961 unabhängig). Es ist die einzige stationäre Gesundheitseinrichtung der Region mit einem Versorgungsauftrag für rund 120.000 Menschen und betreibt neben Geburtshilfe (rund 3.500 Geburten jährlich) die stationäre Behandlung von Infektionskrankheiten wie Malaria, HIV/AIDS, Tuberkulose und parasitären Erkrankungen. Angegliedert ist auch eine große Poliklinik.
Demgegenüber ist am Mkomaindo-Hospital der operative Bereich der Medizin stark zurückgegangen, weil die hygienischen Bedingungen, der Zustand des Gebäudes und die Qualifikation der Mitarbeiter unzureichend sind, „um es vorsichtig zu formulieren“, so Dr. Erhard Kirschbaum, ebenfalls Mitglied der Partnerschaftsvereins sowie Initiator und Motor der Klinikpartnerschaft.
Der Wunsch der tansanischen Partner nach Unterstützung beim Bau eines neuen OP-Saals sei deshalb für die deutsche Seite mehr als verständlich, „wobei natürlich die Errichtung des Gebäudes und die moderne Ausstattung ohne eine qualifizierte Schulung des Personals sinnlos wäre“, wie Kirschbaum ergänzt.
Deshalb werden zum ersten Mal im Januar 2019 Mediziner und Pflegende aus dem Enzkreis in einem ersten Unterrichts-Block von drei Wochen ihr Wissen an die tansanischen Kollegen weitergeben; insgesamt sind im Laufe des Jahres 2019 und Anfang 2020 vier solcher 3-Wochen-Blocks vorgesehen. Bei der Abschlussprüfung winkt den drei Besten eine dreiwöchige Hospitation im Enzkreis. Für die Finanzierung der Schulungen hat der Partnerschaftsverein auch Mittel aus der „Initiative Klinikpartnerschaften – Partner stärken Gesundheit“, die vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Else Kröner-Fresenius-Stiftung gefördert wird, erhalten. Die Förderung läuft bis März 2020.
Ebenfalls vom BMZ unterstützt wird laut Gewiese ein Projekt in Masasi zur Elektrifizierung von 27 Dispensaries (kleineren Gesundheitseinrichtungen zur Erst- und Notfallbehandlung) mit Solaranlagen. Das Projekt, das von „Engagement Global“ gefördert wird, soll bis Ende des Jahres erfolgreich abgeschlossen sein.
Über das Gesundheitswesen hinaus arbeiten der Enzkreis, der Partnerschaftsverein und die tansanischen Partner unter dem Dach der Klimapartnerschaft zudem in Sachen Erneuerbare Energien, in der Ausbildungsförderung an einer Berufsschule und in der Abfallwirtschaft zusammen; ein Volleyball-Team wird unterstützt, Schulpartnerschaften sind entstanden. Zudem gibt es einen regen Austausch zwischen den Verwaltungen beider Seiten.
„Unsere Aktivitäten mit den Kommunen in Tansania sind natürlich auch im Lichte der Agenda 2030-Ziele der Vereinten Nationen zu sehen, zu denen sich der Kreistag einstimmig bekannt hat“, betont Landrat Bastian Rosenau. „Der Enzkreis hat sich damit zu nachhaltigem Handeln in den verschiedensten Bereichen verpflichtet. Klimaschutz und Erneuerbare Energien sind dabei zwei von 17 Handlungsfeldern.“

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