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13.09.2017

»Nicht weniger, sondern mehr Europa!« - Enzkreis setzt auf Jugendaustausch mit Polen

„Die Mission heißt nicht weniger, sondern mehr Europa – gerade auch Richtung Polen.“ Mit dieser Einschätzung kehrte der Vize-Landrat des Enzkreises, Erster Landesbeamter Wolfgang Herz, aus Rostock zurück. Herz hatte dort an einer deutsch-polnischen Städtepartnerschafts-Konferenz teilgenommen. Der Enzkreis selbst unterhält seit 21 Jahren eine Partnerschaft mit den polnischen Gemeinden Mysłowice, Imielin und Chelm Słaski nahe Katowice.

„Für Empörung bei sehr vielen Teilnehmern hat der Vortrag des polnischen Botschafters gesorgt“, berichtet Herz. Er habe in einer Aneinanderreihung seltsam anmutender Argumente und Beispiele die Linie seiner Regierung verteidigt und sie als „Aufräumen nach 27 Jahren Misswirtschaft und faulen Kompromissen mit den Kommunisten" gerechtfertigt. Wie das vor Ort in den Kommunen aussehe, habe er aus Gesprächen mit polnischen Kollegen erfahren, so Herz: „Berichtet wurde von Versuchen, mit Aufsichtsmaßnahmen seitens der Woiwodschaften (was etwa unseren Regierungsbezirken entspricht) Bürgermeister zu disziplinieren oder aus dem Amt zu drängen – bis hin zu Verhaftungen.“

Zudem plane die Regierung offenbar eine Reform des Wahlrechts für die anstehenden Kommunalwahlen: Unter anderem würde dadurch die Amtszeit der Bürgermeister auf zwei Legislaturperioden zu je vier Jahren begrenzt. „Für unsere Partnerschaften wäre das ein herber Schlag: Alle drei Oberhäupter der Partnerkommunen sind seit der Einführung der polnischen Kommunalverfassung nach der Wende im Amt oder Mitglied des Gemeinderats“, sagt Herz. Das habe für Kontinuität auch in stürmischen Zeiten gesorgt. Dass alle drei offensichtlich einen guten „Job“ machen, zeige die Tatsache, dass sie mehrfach wiedergewählt wurden.

Gemeinsam zu Gast in Frydek-Mistek: (dritte Reihe von links nach rechts) Kreisbrandmeister Christian Spielvogel, Erster Landesbeamter Wolfgang Herz sowie der Vorsitzende des Feuerwehrverbandes Markus Haberstroh und Verbandsausschussmitglied Joachim Straub

Beim Enzkreis setzt man angesichts der politischen Verhältnisse auch weiterhin auf den Austausch gerade junger Menschen. So fand bereits zum wiederholten Mal ein gemeinsames Zeltlager der Jugendfeuerwehren statt – inzwischen erweitert um die tschechische Partnerstadt von Mysłowice. Ebenfalls seit vielen Jahren lädt das Landratsamt zudem junge Menschen aus den polnischen und ungarischen Partnerregionen zu einem zweiwöchigen Intensiv-Deutschkurs ein. Die Jugendlichen sind in Gastfamilien untergebracht und können dauerhafte Kontakte knüpfen.

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