Babys und Kleinkinder
Hohe Temperaturen können besonders für Säuglinge und Kleinkinder gefährlich sein, da sie empfindlicher auf Hitze reagieren als Erwachsene. Daher ist es wichtig, dass Eltern und Betreuerinnen / Betreuer besondere Vorsichtsmaßnahmen treffen, um die Kleinsten an heißen Tagen zu schützen. Grundsätzlich gilt: Je jünger Ihr Kind ist, desto empfindlicher und schutzbedürftiger ist es gegenüber Hitzebelastungen.
Warum sind Säuglinge und Kleinkinder besonders gefährdet?
Der Grund dafür ist, dass bei Kindern die Schweißproduktion geringer ist als bei älteren Kindern oder Erwachsenen. Dadurch können sie ihren Körper schlechter kühlen. Gleichzeitig heizt eine höhere Stoffwechselrate ihren Körper stärker auf als bei Erwachsenen und sie verlieren schneller Flüssigkeit. Die Hautoberfläche von Säuglingen und Kleinkindern ist im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht größer. Hierdurch benötigen Säuglinge und Kleinkinder mehr Zeit, um sich an Hitze anzupassen als Erwachsene. Kleinkinder sind oft aktiv und bewegen sich viel. Dadurch erhöht sich ihre Körpertemperatur schneller. Daher haben Babys und Kleinkinder schneller einen Flüssigkeitsmangel, bekommen schneller einen Sonnenstich, Fieber oder Hitzepickel oder zeigen schneller Symptome von Hitzeerschöpfung.
Hinzukommt, dass Säuglinge und Kleinkinder noch nicht sagen können, wenn sie durstig oder überhitzt sind. Sie sind auf Erwachsene angewiesen.
Mit folgenden Tipps können Sie Ihre Kinder schützen:
- Berücksichtigen die allgemeinen Empfehlungen bei Hitze (Allgemeine Verhaltenstipps)
- Geben Sie Ihrem Kind ausreichend zu trinken: Stillen Sie Ihren Säugling häufiger, da Ihr Baby bei hohen Temperaturen einen höheren Bedarf an Flüssigkeit und Nährstoffen hat. Die Muttermilch liefert genau das. Achten Sie also darauf, ihm häufiger als sonst die Brust anzubieten. Vergessen Sie auch nicht, selbst ausreichend zu trinken. Falls Sie unsicher sind, wenden Sie sich an Ihre Hebamme. Ab dem dritten Beikost-Monat können Sie zusätzlich Wasser und zuckerfreien Tee geben. Bieten Sie Ihrem Kind regelmäßig etwas zu trinken an, auch wenn es keinen Durst signalisiert. Neben Wasser, ungesüßte Früchte- und Kräutertees eignen sich Saftschorlen (ein Teil Saft und drei Teile Wasser). Verzichten Sie aber auf stark gezuckerte Getränke. Dazu gehören zum Beispiel Limonaden, Malzbier, gezuckerter Eistee, Fruchtsaftgetränke und Fruchtnektare. Diese Getränke können Übergewicht und Karies verursachen.
Motivieren Sie Ihr Kind zum Trinken:
- Bieten Sie zu jeder Mahlzeit ein Getränk an.
- Erinnern Sie Ihr Kind stündlich ans Trinken.
- Stellen Sie die Getränke griffbereit und motivieren Sie „Trinkmuffel“, öfter kleine Mengen zu trinken.
- Gestalten Sie das Getränkeangebot abwechslungsreich und gehen Sie ruhig auf die Vorlieben Ihres Kindes ein.
- Bringen Sie mit bunten Gläsern Farbe ins Spiel.
- Bieten Sie Ihrem Kind an, mit einem (möglichst wiederverwendbaren) Strohhalm zu trinken. - Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und trinken Sie ebenfalls regelmäßig und ausreichend.
- Trinken Sie zusammen mit Ihrem Kind und führen Sie z. B. gemeinsame, spielerische Trinkpausen ein. Das motiviert.
- Denken Sie daran, Trinkgefäße im Freien zum Schutz vor Insekten abzudecken.
Geben Sie Ihrem Kind leichtes, frisches und kühles Essen: Verteilen Sie es auf mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag. Bevorzugen Sie Lebensmittel mit möglichst hohem Wassergehalt wie Obst, Gemüse, Salat und kühle Suppen. Besonders empfehlenswert an heißen Tagen sind Melonen und Gurken, denn sie haben einen Wasseranteil von über 90 %. Sehr beliebt bei Kindern ist natürlich Eis, das aber sehr viel Zucker enthält. Eine gesündere Variante können Sie ganz leicht aus ungesüßtem Fruchtsaft selbst herstellen.
Achten Sie auf kühle Umgebung: Legen Sie Ihr Kind zum Schlafen in den kühlsten Raum.
Meiden Sie direkte Sonneneinstrahlung: Halten Sie sich mit Ihrem Kind im Schatten auf und vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung, besonders während der intensiven Mittagshitze. Ihr Baby sollte sich überhaupt nicht in der Sonne aufhalten.
Schützen Sie Ihr Kind vor der Sonne: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind mit Sonnenschutzcreme (mind. Lichtschutzfaktor 30) eingecremt ist. Allerdings ist Sonnencreme für Babys noch nicht geeignet. Ein Sonnenhut und eine Sonnenbrille bieten zusätzlichen Schutz.
Verwenden Sie leichte Kleidung: Kleiden Sie Ihr Kind in leichte, helle und luftige Kleidung aus natürlichen Materialien wie Baumwolle. Diese Materialien lassen die Haut atmen und schützen gleichzeitig vor direkter Sonneneinstrahlung.
Kühlen Sie durch Wasser ab: Verwenden Sie ein feuchtes, nicht zu kaltes Tuch, um für Erfrischung auf der Haut zu sorgen oder ermöglichen Sie es Ihrem Kind mit Wasser auf dem Balkon, im Garten, auf dem Spielplatz oder im Freibad zu planschen.
Beachten Sie die Medikamente: Bei manchen Medikamenten ist eine Anpassung in Hitzeperioden notwendig. Fragen Sie in Ihrer Kinder- und Jugendarztpraxis nach.
Lassen Sie Ihr Baby, Kleinkind oder Kind niemals im parkenden Auto – auch nicht „ganz kurz“!
So können Sie feststellen, ob Ihrem Baby oder Kleinkind zu warm oder zu kalt ist: Fühlen Sie die Temperatur zwischen seinen Schulterblättern unter dem Nacken. Die Haut sollte dort warm, aber nicht verschwitzt sein. Ist die Haut verschwitzt, können Sie Ihr Kind kühlen, indem Sie z. B. ein Kleidungsstück ausziehen.
Weitere Informationen:
Downloads
- Flyer “Babys und Kleinkinder bei Sommerhitze schützen“
- »Hitzewellen: Kleine Kinder gut schützen« von BIÖG
- »Handzettel zum Hitzeschutz« von Midwives For Future
- »Hitzeschutz für Neugeborene, Babys + Kinder« von Deutscher Hebammen Verband
- Checkliste »Clever in Sonne und Schatten - UV-Schutztipps für Kleinkinder« von Deutsche Krebshilfe
Links
- Tipps für Eltern von Babys und Kleinkindern: https://www.klima-mensch-gesundheit.de/hitzeschutz/babys-und-kinder/
- Infos zu Sonnenstich, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag bei Kindern und Babys: https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/blog/-/kinder-vor-hitze-schuetzen/336118