Klimaanpassung
Ob Starkregen, Stürme, Hochwasser oder Dürre - die Folgen des globalen Klimawandels zeigen sich auch in Baden-Württemberg. Von großer Tragweite ist etwa die Zunahme an Hitzetagen und Tropennächten, die für viele ältere Menschen und andere vulnerablen Gruppen eine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit darstellen. Die Zahl der hitzebedingten Todesfälle steigt jährlich. Auch die Trinkwasserversorgung stellt bereits einige Gemeinden im Kreis während den Sommermonaten vor Herausforderungen. Extreme Wetterereignisse, wie längere Dürreperioden oder Starkregen können zudem erhebliche Auswirkungen auf die Land- und Forstwirtschaft haben.
Klimaanpassung im Enzkreis
Zwischen 2020 und 2022 wurde das Forschungsprojekt „LoKlim - "Lokale Kompetenzentwicklung für Klimawandelanpassung in kleinen und mittleren Kommunen und Landkreisen“ (s.u.) durchgeführt. Unter Einbindung lokaler Akteure, darunter Fachämter aus dem Landratsamt, Kreistags- und Gemeindemitglieder sowie Naturschutzverbände wurde eine auf die lokalen Gegebenheiten angepasste Strategie zur Klimaanpassung im Enzkreis erstellt. Neben strategischen Zielen werden darin konkrete Maßnahmen in den vom Klimawandel betroffenen Sektoren, bspw. Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz und Biodiversität, Wasser, Verkehr, Gesundheit, Bauen und Wohnen, Wirtschaft und Tourismus benannt. Der Kreistag hat die Strategie zur Klimaanpassung am 03.04.2023 verabschiedet.
Im August 2025 ist die Änderung des Klimagesetzes Baden-Württemberg (KlimaG BW) in Kraft getreten. Zu den darin festgelegten neuen Pflichtaufgaben für Kommunen gehört die Erstellung von flächendeckenden Klimaanpassungskonzepten. Diese dienen der Darstellung klimatischer Veränderungen und lokaler Betroffenheiten sowie der Festlegung von Anpassungsmaßnahmen an die Auswirkungen des Klimawandels. In einer ersten Phase erstellt der Landkreis vor dem Hintergrund der Kreiszuständigkeiten unter Einbezug der Erkenntnisse aus LoKlim (s.u.) ein eigenes Konzept. Darauf aufbauend werden in einer zweiten Phase die Konzepte für die Gemeinden erstellt. Die Große Kreisstadt Mühlacker ist durch das Gesetz verpflichtet, selbst ein Konzept zu erarbeiten. Eine Kooperation mit dem Landkreis ist angedacht.
Hitzeschutz im Enzkreis
Hohe Temperaturen im Sommer belasten unseren Körper. Für manche Personen stellt Hitze eine ernstzunehmende Gesundheitsgefährdung dar. Um Personen über die Folgen von Hitze aufzuklären und zu schützen, haben der Enzkreis und die Stadt Pforzheim Maßnahmen in einem Hitzeaktionsplan (HAP) definiert. Das Gesundheitsamt, das für beide Kommunen zuständig ist, plant und führt zahlreiche Maßnahmen zur Hitzevorsorge durch.
Projekt LoKlim
Der Klimawandel stellt besonders kleinere und mittlere Städte und Gemeinden vor große Aufgaben. Um besser gegen Klimawandelrisiken wie Trockenheit oder Hitzewellen gewappnet zu sein und daraus resultierende Entwicklungen wie Versorgungsengpässe und ausfallende oder verzögerte Dienstleistungen auffangen zu können, hat das Projekt LoKlim die Folgen vor Ort aufgezeigt sowie Anpassungsmaßnahmen ermittelt und deren Umsetzung angestoßen. Auch unter dem Aspekt der Folgekosten, etwa beim Straßenbau oder bei der Wasser- und Entsorgungsinfrastruktur, eine empfehlenswerte Herangehensweise.
An dem landesweiten Forschungsvorhaben der Universität Freiburg beteiligte sich der Enzkreis als eine von sechs Pilotkommunen. Neben den Städten Emmendingen, Freiburg, Lahr, Mannheim, Offenburg, Rastatt und Waiblingen unterstützte der Regionalverband Nordschwarzwald als Netzwerkpartner. Das auf drei Jahre angelegte Vorhaben war am Institut für Umweltsozialwissenschaften und Geographie der Universität Freiburg angesiedelt. Eine Förderung mit insgesamt knapp 300.000 Euro erfolgte durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Mehr Informationen zu dem Projekt finden Sie hier.
Raumentwicklungsstrategien zum Klimawandel (KlimaMORO)
Bereits von Juni 2009 bis Juli 2011 beteiligten sich die Regionen Nordschwarzwald und mittlerer Oberrhein sowie die Städte Pforzheim und Baden Baden sowie der Enzkreis an dem Projekt MORO. Bei dem Forschungsprogramm „Modellvorhaben der Raumordnung“ des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung wurden Handreichungen zum Baumbestand in Siedlungsflächen als Klimaanpassungsmaßnahme sowie zur Gesundheitsgefährdung durch den Klimawandel entwickelt. Mehr Informationen zu dem Projekt finden Sie hier.