Sprungziele
Zum Aktivieren des Google-Übersetzers bitte klicken. Wir möchten darauf hinweisen, dass nach der Aktivierung Daten an Google übermittelt werden.
Mehr Informationen zum Datenschutz
Seiteninhalt

Medizinische Soforthilfe und vertrauliche
Spurensicherung nach Vergewaltigung

Medizinische Soforthilfe Titelbild
Medizinische Soforthilfe Titelbild



Jede Vergewaltigung ist ein massiver Angriff auf die Würde, auf die Unversehrtheit und die Selbstbestimmung eines Menschen. Jede Vergewaltigung ist auch ein medizinischer Notfall.

Im HELIOS Klinikum Pforzheim erhalten Betroffene Soforthilfe.


Sexuelle Gewalt hinterlässt Spuren - nicht nur in der Seele der Betroffenen, sondern oft auch körperlich. Dennoch werden die meisten Vergewaltigungen nicht angezeigt. Viele Betroffene sind unmittelbar nach der Tat nicht in der Lage, eine Entscheidung für oder gegen eine Strafanzeige zu treffen. Viele befürchten auch, dass jemand über ihren Kopf hinweg eine Anzeige erstattet und suchen deshalb lieber keine Hilfe. Betroffene bleiben dadurch häufig medizinisch unversorgt. Entschließen Sie sich später selbst dazu Anzeige zu erstatten, sind die Beweise, die durch eine sofortige medizinische Untersuchung gesichert werden könnten, bereits nicht mehr vorhanden.

Die ärztliche Untersuchung und Behandlung
OHNE Befundsicherung

Die Versorgung nach einer  Vergewaltigung sollte möglichst zeitnah erfolgen (bis zu drei Tage nach der Tat). In den ersten Stunden und Tagen nach der Tat können die meisten Verletzungen und Spuren festgestellt werden. Damit können belastende Spät- oder Langzeitfolgen begrenzt werden. Eine medizinische Behandlung ist aber auch zu jedem späteren Zeitpunkt sinnvoll.

Auch wenn keine sichtbaren Verletzungen vorliegen, sollten Sie nicht zögern, eine der für Sie zuständigen Kliniken zu kontaktieren. Sollte die Vergewaltigung schon Tage zuvor erfolgt sein, sollten Sie sich möglichst am Tag anstatt nachts an eine Klinik wenden.

Die ärztliche Untersuchung kann direkt nach der Tat in der gynäkologischen Ambulanz einer Klinik (rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit, also auch als Notfall) oder einige Tage später in einer gynäkologischen Klinik durchgeführt werden.

Je nachdem wie es Ihnen geht, kann die Anwesenheit von nahen Angehörigen oder einer Freundin/eines Freundes sehr hilfreich für Sie sein.

Die behandelnde Ärztin/der behandelnde Arzt wird von Ihnen mit der Untersuchung beauftragt. Solange Sie dies nicht anders entscheiden, unterliegt die Ärztin/der Arzt der ärztlichen Schweigepflicht.

Die Untersuchungskosten können i. d. R. über die Krankenkasse abgerechnet werden. Sollten weitere Kosten entstehen, werden Sie vor Beginn der Untersuchung/Behandlung darüber informiert, so dass Sie zustimmen oder ablehnen können.

Wenn mehr als 3 Tage vergangen sind und Sie eine medizinische Versorgung wünschen, wenden Sie sich an eine gynäkologische Praxis Ihres Vertrauens. Eine Spurensicherung (DNA-Material) ist erfahrungsgemäß nicht mehr möglich. Körperliche und seelische Veränderungen und Beschwerden können im Rahmen der ärztlichen Untersuchung in einer Praxis dokumentiert werden.

Die ärztliche Untersuchung und Behandlung
MIT vertraulicher Spurensicherung

Eine Dokumentation der Verletzungen macht die Angaben zu dem Geschehen überprüfbar. Dies kann für ein strafrechtliches (Anzeige) aber auch zivilrechtliches Vorgehen (Schadenersatz, Schmerzensgeld) von Bedeutung sein. Vielleicht erscheint Ihnen dies alles im Moment nicht so wichtig, dies kann sich im weiteren Verlauf aber ändern. Eine gute Befundung lässt sich nicht nachholen.

Wenn Sie sich für eine Untersuchung mit einer medizinischen vertraulichen Befundsicherung entscheiden, können Spuren und Verletzungen, die durch die Gewalttat an Ihrem Körper verursacht wurden, sichergestellt werden. Wenn Sie sich später doch für eine Anzeige entscheiden, können diese Befunde die Anzeige unterstützen. Die medizinische Untersuchung und Befundung ist auch ohne sichtbare äußere Verletzungen sinnvoll!

Das Wechseln der Kleidung, deren Reinigung und Duschen zerstören Spuren!
Wenn es für Sie möglich ist, duschen Sie nicht vor der Untersuchung.

In den ersten Stunden und Tagen nach der Tat können die meisten Verletzungen und Spuren festgestellt werden. Eine medizinische Behandlung ist aber auch zu einem späteren Zeitpunkt sinnvoll und in Ihrem Interesse. Zögern Sie nicht das Helios Klinikum Pforzheim zu kontaktieren: Auch dann, wenn keine sichtbaren Verletzungen vorliegen. Sollte die Vergewaltigung schon Tage zuvor erfolgt sein, bitten wir Sie, auch wegen der Personalsitutation in den Kliniken, dass Sie sich möglichst am Tag anstatt nachts an eine Klinik wenden.

Die ärztliche Untersuchung und Befundsicherung wird in der gynäkologischen Ambulanz des Helios Klinikum Pforzheim seit Januar 2017 angeboten.
Gynäkologische Praxen sind für die Befundsicherung nur in sehr seltenen Fällen ausgestattet. Wenden Sie sich wegen einer vertraulichen Befundsicherung möglichst an das Helios Klinikum Pforzheim. Dort helfen Ihnen erfahrene Ärztinnen und Ärzte!

Tel.: (07231) 969 4 25 70
Helios Klinikum Pforzheim
Zentrale Notaufnahme
Kanzlerstraße 2-6
75175 Pforzheim

Um optimal behandelt zu werden, wird empfohlen, die Kontaktaufnahme so zu gestalten, wie sie auf der Homepage: www.soforthilfe-nach-vergewaltigung.de unter "Pforzheim/Enzkreis" beschrieben ist. Bitte informieren Sie sich dort, bevor Sie eine Klinik aufsuchen.

Die Zentrale Notaufnahme versorgt alle Notfallpatienten und ist 52 Wochen im Jahr, 7 Tage die Woche und 24 Stunden pro Tag voll einsatz- und leistungsfähig.

Je nachdem wie es Ihnen geht, kann die Anwesenheit von nahen Angehörigen oder einer Freundin/eines Freundes sehr hilfreich für Sie sein.

Die behandelnde Ärztin/der behandelnde Arzt wird von Ihnen mit der Untersuchung beauftragt. Solange Sie dies nicht anders entscheiden, unterliegt die Ärztin/der Arzt der ärztlichen Schweigepflicht.

Die Untersuchungskosten können i. d. R. über die Krankenkasse abgerechnet werden. Sollten weitere Kosten entstehen, werden Sie vor Beginn der Untersuchung/Behandlung darüber informiert, so dass Sie zustimmen oder ablehnen können.

Aufbewahrungsfrist

Die für eine eventuelle Strafvervolgung wichtigen Befunde werden vom Helios Klinikum Pforzheim an das Institut für Rechtsmedizin und Verkehrsmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg zur Aufbewahrung gegeben.

Die Aufbewahrungsfrist beträgt derzeit 1 Jahr. Nach dieser Frist werden die Proben und Befunde automatisch vernichtet.

Achtung: Darüber werden Sie nicht mehr gesondert informiert!

Anzeige bei der Polizei

Wenn Sie Opfer einer sexuellen Nötigung oder einer Vergewaltigung geworden sind und überlegen, eine Strafanzeige zu erstatten, sollten Sie wissen, dass sexuelle Nötigung (juristische Definition: sexuelle Handlungen ohne Eindringen in den Körper) und Vergewaltigung (juristische Definition: jedes Eindringen in den Körper ob oral, vaginal, anal, auch mit Gegenständen) Offizialdelikte sind. Das heißt Polizei oder Staatsanwaltschaft müssen ermitteln, sobald sie von diesen Verbrechen Kenntnis erhalten, eine unverbindliche Beratung ist nicht möglich. Sie können diese Strafanzeige später nicht mehr zurückziehen.

Die Verjährungfristen für diese Delikte betragen zwischen fünf und 20 Jahren.

Aus Sicht der Strafverfolgung ist eine zeitnahe Anzeige für die Beweisführung wichtig. Nur dann können auch Spuren an Täter(n) und Tatort gesucht und gesichert werden. Mögliche Zeugen können detaillierte Angaben machen, was mit zeitlichem Abstand zunehmend schwieriger wird. Bei einer sehr viel späteren Anzeigeerstattung, z. B. ein Jahr nach der Tat, fehlen viele Beweise oder sind nur noch unzureichend zu erbringen.

Wenn Sie eine Anzeige wegen Vergewaltigung erstatten möchten, wenden Sie sich direkt an die Kriminalpolizei. Diese nimmt die Anzeige auf und bringt Sie in ein Krankenhaus. So können zeitnah mögliche Spuren gesichert und Feststellungen für die polizeiliche Ermittlung getroffen werden.

Kriminalpolizei (D1)

(07231) 186 50 01
werktags 07:30 - 16:00 Uhr

oder außerhalb der genannten Geschäftszeiten

(07231) 32 11 Polizei in Pforzheim-Nord
(07231) 33 11
Polizei in Pforzheim-Süd
(07082) 79 12-0 Polizei in Neuenbürg
(07041) 96 93-0 Polizei in Mühlacker

Zur weiteren persönlichen Unterstützung können Sie sich an eine (Fach-) Beratungsstelle und/oder an eine erfahrene Rechtsanwältin/einen Rechtsanwalt wenden.

Auf der Homepage: www.soforthilfe-nach-vergewaltigung.de finden Sie weitergehende Informationen.



Weitere Informationen

"Medizinsche Soforthilfe nach Vergewaltigung" in Pforzheim/Enzkreis ist eine
Initiative von:

  • Ärzteschaft Pforzheim-Enzkreis
  • Gesundheitsamt Pforzheim-Enzkreis
  • Gleichstellungsbeauftragte Stadt Pforzheim
  • Gleichstellungsbeauftragte Enzkreis
  • Helios Klinikum Pforzheim
  • Lilith e. V. (Beratungsstelle für Mädchen und Jungen zum Schutz vor sexueller Gewalt)
  • pro familia Pforzheim Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Sexualberatung e. V. (Beratung für erwachsene Frauen und Männer nach sexualisierter Gewalt)
  • Weisser Ring Pforzheim-Enzkreis

Das Polizeipräsidium Karlsruhe, Referat Prävention ist als Netzwerkpartner am Projekt beteiligt.

Gefördert durch:

  • Kommunale Kriminalprävention Pforzheim
  • Verein sicheres Pforzheim/sicherer Enzkreis

Im Notfall

MSV Logo
MSV Logo
  • Zentrale Notaufnahme
    Helios Klinikum Pforzheim
    Medizinische Soforthilfe
    Vertrauliche Spurensicherung
    nach einer Vergewaltigung
    Telefon: (07231) 969-4 25 70

  • Polizei Notruf
    Telefon 110

  • Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen
    (rund um die Uhr, kostenlos, anonym)
    Telefon: 08000 116 016

Download Flyer

Seite zurück Nach oben Drucken