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Das Bus & Bahn Team

Mit Bus & Bahn ins Hohenloher Land

von Dieter Zaudtke, Bus & Bahn Team - Stand: April 2014

 

Im Rahmen des Veranstaltungskalenders „Enzkreis erleben“ startete das Bus & Bahn Team eine ÖPNV-Schnuppertour ins Hohenloher Land. Der weit über den Enzkreis hinaus führende Ausflug sollte demonstrieren, dass auch scheinbar komplizierte Bahnfahrten gut durchführbar sind.

So trafen sich 22 Reiselustige, betreut von Edmund Bauer und Dieter Zaudtke, in der Bahnhofshalle des Pforzheimer Hauptbahnhofs. Nach einigen einführenden Worten startete die Reise mit der Stadtbahn nach Mühlacker. Dort wartete bereits die Stadtbahn in Richtung Bretten, der Kurs wurde wegen Fahrzeugmangel der Albtal-Verkehrsgesellschaft mit einem Dieseltriebwagen gefahren. Kurz nach der Ausfahrt stoppte die Fahrt, ein Güterzug setzte zur Überholung an. Ist nun etwa unser geplanter Anschluss in Bretten gefährdet? Der Triebfahrzeugführer beruhigte, er hole die Verspätung wieder auf und so kamen wir in Bretten pünktlich an. Unterwegs wurde kurz das Prinzip des Integralen Taktfahrplans (ITF) erläutert, dessen Funktion in Bretten besonders eindrucksvoll zu erleben ist: Kurz vor der vollen Stunde fahren die Züge aus vier verschiedenen Richtungen in den Bahnhof ein. Im unmittelbar benachbarten Busbahnhof warten inzwischen die Regionalbusse. Dadurch sind Umsteigemöglichkeiten zwischen allen Linien garantiert. Kurz nach der vollen Stunde sind die Züge und Busse nach ihren Zielorten unterwegs.

Nur vier Minuten fahrplanmäßige Umsteigezeit blieb unserer Reisegruppe, die jedoch trotz Bahnsteigwechsel völlig ausreichend war. Weiter ging es mit einer Eilstadtbahn in Richtung Heilbronn. Die Fahrt durch die reizvolle Kraichgau Landschaft bot abwechslungsreiche Ausblicke, die von Dieter Zaudtke durch kurze Erläuterungen näher gebracht wurden. Wer weiß schon, dass beispielsweise Eppingen im Mittelalter eine Universitätsstadt war? Oder dass es in Schwaigern einen Zoo mit der größten Menschenaffensammlung gibt?

Nach einer recht spektakulären Querung des vor dem Heilbronner Hauptbahnhof liegenden Gleisfeldes erreichte die Eilstadtbahn den Bahnhofsvorplatz. Vor dem Bahnhofsgebäude unter einem imposanten hohen Glasdach stieg die Reisegruppe aus, um auf die 15 Minuten später fahrende Stadtbahn nach Öhringen zu warten. Einige der Mitreisenden stach sofort die architektonisch gleichartige Bauweise der Heilbronner und Pforzheimer Bahnhofsgebäude ins Auge - geplant und gebaut unter Regie des gleichen Architekten.

Auf der Weiterfahrt durchquerte die Stadtbahn die Heilbronner Stadtmitte, vorbei an der einzigartigen Kilianskirche mit der durch einen Landsknecht gekrönten Turmspitze, dem aus dem Jahre 1300 stammenden Rathaus mit der berühmten Kunstuhr zum östlichen Ortsende am Trappensee. Dort wandelte sich die Stadtbahn von einer Straßenbahn in eine Eisenbahn und fuhr auf der Schiene der Deutschen Bahn.

Vorbei an der Weinsberger „Burg Weibertreu“, ging es durch das liebliche Weinsberger Tal entlang der Weinberge im Angesicht des Schwäbischen Waldes nach Öhringen, was nach insgesamt zweieinhalbstündiger Fahrt erreicht wurde.

Hohenlohe, das Land der Burgen, Schlösser und des Weins. Jahrhundertelang regiert von Fürsten und Grafen, allesamt aus dem Geschlecht der Hohenloher. Auch Öhringen ist eine ehemalige Residenzstadt, wie Zaudtke zu berichten wusste.

Die Ausflugsgruppe startete zu einem ersten Spa-ziergang durch die malerische Stadt. Erstaunen löste die auffällig intakte Einzelhandelsstruktur der nur 23.000 Einwohner zählenden Gemeinde aus. Die teils winzig krummen Gassen verführten zu der Annahme, dass der Herrgott die Häuser einfach willkürlich vom Himmel regnen ließ. Mit Erstaunen standen die Reisenden vor dem „Brandenburger Tor“, erbaut 1792, drei Jahre nach dem größeren Berliner Vorbild. Es trennte die Altstadt von der vornehmen im klassizistischen Stil für die Hofbeamten gebauten Vorstadt ab.

Die Gruppe besuchte die zwischen 1454 und 1506 erbaute Stiftskirche. Für die eigentlich recht kleine Stadt ein gewaltiger Sakralbau mit einem wunderschönen gotischen Kreuzgang. Im Hochaltar finden sich zahlreiche Grabdenkmäler der Hohenloher. In der Krypta, leider nur durch eine geschlossene Glastür zu besichtigen, befand sich der Sarkophag der Mutter des Salierkaisers Konrad des Zweiten. Sie, namens Adelheit, gilt als Stifterin der Kirche.

Bei einer Einkehr stellten Edmund Bauer und Dieter Zaudtke das Bus & Bahn Team vor und wiesen darauf hin, dass sie auch mit dieser Ausflugsfahrt nicht nur einen schönen Tag bereiten, sondern vielmehr auch die Nutzung von Bus und Bahn näher bringen möchten. Hierzu zählte auch das Tarifkonzept des Verkehrsverbundes Pforzheim-Enzkreis (VPE) und des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV). Insbesondere ging es um die Nutzung der preisgünstigsten Angebote, auch die der Deutschen Bahn. Vergleichende Beispiele zum PKW stimmten doch einige der Gäste recht nachdenklich.

Anschließend nahm Dieter Zaudtke die gesamte Gruppe zu einem weiteren Stadtspaziergang mit. Er führte unter anderem durch den Schlossgarten, vorbei am ehemaligen Hoftheater in den kleinen Zoologischen Garten. Leider befindet sich zurzeit ein großer Teil des Schlossgartens im Umbau. 2016 ist Öhringen Austragungsort der Landesgartenschau.

Nach einer Kaffeepause im Marktcafe hieß es Abschied nehmen von einer lieblichen kleinen Stadt, einer Stadt die noch eine schöne alte und heile Welt demonstriert. Mit der Stadtbahn erreichte die Gruppe den Heilbronner Bahnhofsvorplatz. Nach einigen Minuten Aufenthalt und einem gemütlichen Umstieg ging es mit einer Regionalbahn entlang des Neckars weiter nach Bietigheim-Bissingen.

Nur 14 Minuten Aufenthaltszeit dauerte es bis zur Weiterfahrt mit dem Regionalexpress in Richtung Pforzheim. Anschließend verabschiedeten Edmund Bauer und Dieter Zaudtke die Mitreisenden, verbunden mit der Botschaft, bei zukünftig geplanten Ausflügen darüber nachzudenken, ob nicht die Nutzung von Bahn oder Bus im Vergleich zum PKW eine praktischere und preiswertere Alternative ist.

Mit Bus & Bahn auf Nordschwarzwald-Rundfahrt

von Dieter Zaudtke, Bus & Bahn Team - Stand: Juli 2014

 

Im Rahmen des vom Forum 21 initiierten und im Veranstaltungskalender „Enzkreis erleben“ veröffentlichten Programms zeichnete in diesem Jahr PRO BAHN-Nordschwarzwald für die nachfolgend beschriebene Bahnrundfahrt verantwortlich. Als Reiseleiter fungierten Dieter Zaudtke, unterstützt durch Angelika Breden und Michael Bayer vom Bus & Bahn Team.

Für Naturliebhaber und auch Freunde der Eisenbahn bietet sich diese abwechslungsreiche Bahnrundreise durch den Nordschwarzwald an. Vom Pforzheimer Hauptbahnhof geht es nach Durlach mit dem Interregio-Express (IRE), von dort mit der Eilstadtbahn umsteigefrei über den Karlsruher Hauptbahnhof und Rastatt durch das wildromantische Murgtal bis nach Freudenstadt-Stadtbahnhof. Sofern möglich, sollten Sie ab Durlach in Fahrtrichtung rechts Platz nehmen.

Kurz nach Verlassen des Gernsbacher Bahnhofs erblicken Sie das aus dem dreizehnten Jahrhundert stammende Schloss Eberstein, es beherbergt heute ein Hotel. Ab hier verringert sich die Fahrgeschwindigkeit des Zuges, die Murgtalbahn verwandelt sich in eine Gebirgsbahn. Über teils abenteuerliche Brückenkonstruktionen, durch etlichen Tunnel und Felseinschnitte windet sich die Bahn aufwärts, gewährt reizvolle Ausblicke. Mehrmals wird die Murg überquert, Erstaunen lösen die riesigen Felsbrocken im Flussbett aus. Mit Glück lässt sich in Forbach ein Blick auf die jahrhundertealte gedeckte Holzbrücke erhaschen.

Der erste Abschnitt der Murgtalbahn zwischen Rastatt und Gernsbach wurde inzwischen über 140 Jahre alt. Der abschnittsweise Weiterbau bis nach Freudenstadt dauerte, bedingt durch die schwierige Topographie und politische Querelen der damals selbstständigen Länder Baden und Württemberg, nahezu 60 Jahre. Der Abschnitt Klosterreichenbach – Freudenstadt weist eine Steigung von bis zu fünf Prozent auf und lies sich in den ersten Betriebsjahren nur mit Hilfe einer Zahnstange überwinden.

Nur wenige Schritte sind es vom Freudenstädter Stadtbahnhof zum quadratisch angelegten Marktplatz. Er ist das Herzstück der Stadt, seine Kan-tenlänge beträgt 216 Meter, es soll der größte Marktplatz Deutschlands sein. Umrahmt wird er durch Arkaden, in denen sich Läden und originelle Wirtschaften befinden. In einer Ecke befindet sich die berühmte Winkelkirche.

Der Renaissancebau beherbergt einen romanischen Taufstein und ein ebenfalls jahrhundertealtes mit Tierornamenten verziertes hölzernes Lesepult, welches von vier Evangelisten getragen wird.

Die Rückfahrt startet ebenfalls am Stadtbahnhof. Diese ist über eine Steilstrecke mit dem Freudenstädter Hauptbahnhof verbunden und musste in der Anfangszeit ebenfalls mit Zahnradlokomotiven befahren werden. Es empfiehlt sich, in den Triebwagen ganz vorne Platz zu nehmen. Stündlich ist die Rückfahrt möglich, entweder mit einem problemlosen Umstieg im Hauptbahnhof oder auch umsteigefrei bis nach Hochdorf.
Auch dieser Streckenabschnitt bietet einige Überraschungen: So die Überquerung von drei bis zu 300 Meter langen und maximal 50 Meter hohen Viadukten, der Blick auf das alte Städtchen Dornstetten, die Weite der Gäulandschaft und im Hin-tergrund auf die Ausläufer der schwäbischen Alb.

In Hochdorf angekommen besteht nach 19 Minuten Wartezeit Anschluss an die „Kulturbahn“. Über Nagold, Calw, Bad Liebenzell fährt der Triebwagen nach Pforzheim Hauptbahnhof. Die einstündige Fahrt gewährt durch die im Vergleich zur Straße höhere Lage der Strecke ganz andere und weiträumigere Ausblicke.




Fahrtbeispiel (täglich)

Ab Pforzheim Hbf. 9:30 Uhr IRE
An Durlach 9:46 Uhr
Ab Durlach 10:04 Uhr mit der Eilstadtbahn S31-S32
An Freudenstadt-Stadtbahnhof 11:29 Uhr


Rückfahrt ab Freudenstadt-Stadtbahnhof stündlich zur Minute 02 (bis 18:02 Uhr).

In jeder 2. Stunde in Freudenstadt-Hbf. Umstieg in Regionalexpress (RE)
Richtung Stuttgart.

Beispiel:

Ab Freudenstadt-Stadtbahnhof 15:02 Uhr S41
An Freudenstadt-Hbf 15:07 Uhr
Ab Freudenstadt-Hbf 15:19 Uhr RE
An Hochdorf 15:45 Uhr
Ab Hochdorf 16:04 Uhr Regionalbahn
An Pforzheim Hbf 17:05 Uhr



Fahrkarten:

RegioX für eine Person 16,70 €
RegioX plus für bis zu 5 Personen 27,00 €

RegioX und RegioX plus sind Tagesfahrkarten und gelten ab Entwertung (Lösezeitpunkt) bis 3 Uhr des Folgetages.

Ein Vorverkauf ist am Fahrkartenautomaten mög-lich.

Mit Bus & Bahn zum Wandern auf die Ravensburg

von Michael Bayer, Bus & Bahn Tam - Stand: September 2014

 

Im Rahmen des vom Landratsamt Enzkreis heraus gegebenen Veranstaltungskalenders „Enzkreis erleben“ organisierte das Bus & Bahn Team am 24.09.2014 eine Wandertour auf die Ravensburg.

Michael Bayer und Klaus Kopitz konnten eine größere Gruppe in der Bahnhofshalle des Pforzheimer Hauptbahnhof begrüßen. Nach einigen einführenden Worten fuhren die Teilnehmenden mit dem Bus 733 nach Bretten und von dort mit dem Bus 144 weiter nach Kürnbach. Dort stieß auch Marliese Sattler vom Bus & Bahn Team dazu.

Das "Schwarzrieslingdorf" Kürnbach war früher zu zwei Dritteln hessisch und zu einem Drittel erst württembergisch, dann badisch. So konnte die Gruppe bei einem kurzen Dorf-Rundgang die hessische und badische Kelter anschauen und sich im Rathaus mit Informationsmaterial versorgen.

Dann ging es bei kühlem, aber schönem Herbstwetter hinauf in die Weinberge, am Kriegerdenkmal konnte verschnauft und der Blick auf Kürnbach genossen werden. Kurz nach dem höchsten Punkt kam das Ziel in Sicht: die Ravensburg zeigte sich auf dem nächsten Hügel.

Nach dem Abstieg ins Tal und einem schweißtreibenden Aufstieg war dann nach insgesamt eineinhalb Stunden Gehzeit die Burg erreicht. Im Burgrestaurant wurden die Wanderer schon erwartet und genossen das zuvor telefonisch bestellte Mittagessen.

Unter alten Kastanien im Burghof beantworteten Marliese Sattler und Klaus Kopitz anschließend Fragen der Teilnehmenden und gaben Informationen zu Tarifen und Fahrkarten von VPE und KVV sowie zum Metropol- und zum Kulturbahn-Ticket. Die mitgebrachten Tarif-Broschüren und Liniennetzpläne wurden dankbar angenommen.

Zum Schluß bestiegen einige Mutige, die sich durch den steilen Aufgang nicht abschrecken ließen, den Bergfried. Es bot sich ein schöner weiter Ausblick nach Westen zu den Vogesen und Pfälzer Bergen und nach Norden zur Burg Steinsberg und zum Odenwald.

Der Abstieg von der Burg führte die Gruppe in einer knappen Stunde nach Sulzfeld, einem weiteren Weinort. Über den neuen Marktplatz ging es zur evangelischen Kirche, wo die Gruppe die Grabplatten der Patronatsherren von Göler studierte.

Dann kamen wir zum Brunnen am Markplatz, der Bronzereliefs zu wichtigen Daten der Sulzfelder Geschichte enthält. Einige Beispiele:

  • 1220 Bau der Ravensburg
  • 1790 Erlaß einer Gipsordnung durch die Grungherrschaft - Abbau und Verarbeitung des Gipskeupers (Düngemittel) war damals ein wichtiger Gewerbezweig
  • 1979 Anschluß von Sulzfeld an die Kraichgaubahn

Dann ging es zum Bahnhof, der nach einer wechselvollen Geschichte im Jahr 2013 als „Bürgerbahnhof“ eingeweiht wurde. Er wurde von einer Bürger-Genossenschaft gekauft, mit viel Eigeninitiative umgebaut und saniert. Er beherbergt jetzt eine Lehrküche, die Vinothek der Sulzfelder Winzer und Räume für Veranstaltungen und Feste. Dass es außen am Bürgerbahnhof auch eine permanent zugängliche öffentliche Toilette gibt, wurde dankbar angenommen.

Hinfahrt mit dem Bus, Rückfahrt mit dem Zug: zunächst mit der S 4 nach Bretten, dann mit dem Regionalexpress nach Mühlacker, und von dort mit der S 5 nach Pforzheim. Alle Anschlüsse klappten. Im Zug nach Pforzheim verabschiedeten Bayer und Kopitz die Gruppe. Man war sich einig, dass es eine schöne Wanderung mit viel Information zum Bus- und Bahnfahren war. Zwei Teilnehmer hatten den Wunsch geäußert, die Tour mit ihrer jeweiligen eigenen Gruppe zu wiederholen. Sie erhielten vom Bus & Bahn Team eine E-Mail mit detaillierter Tour-Beschreibung.

Mit Bus & Bahn zur Ölmühle Illingen

von Michael Bayer, Bus & Bahn Team - Stand: Oktober 2014

 

Im Rahmen des vom Landratsamt Enzkreis heraus gegebenen Veranstaltungskalenders „Enzkreis erleben“ organisierte das Bus & Bahn Team am 07.10.2014 eine Wandertour mit Besichtigung der historischen Ölmühle Illingen.

Michael Bayer und Klaus-Dieter Kopitz konnten eine größere Gruppe in der Bahnhofshalle des Pforzheimer Hauptbahnhof begrüßen. Nach einigen einführenden Worten fuhren die Teilnehmenden mit der Stadtbahn nach Mühlacker. In der folgenden halben Stunde gab es dort am Fahrkartenautomat Informationen zu Tarifen und Fahrkarten von VPE und KVV sowie zum Metropol- und zum Kulturbahn-Ticket. Viele Fragen der Teilnehmenden konnten beantwortet werden, die mitgebrachten Tarifbroschüren und Liniennetzpläne wurden dankbar angenommen.

Dann ging es mit dem Bus 707 nach Mühlhausen. Vorbei am Schloss (1656 erbaut, 1961 bis 1996 Tagungshaus des Christlichen Jugenddorfvereins, jetzt wieder privat) wanderte die Gruppe bei durchwachsenem Herbstwetter hinauf in die Weinberge der Enzschleife.

Tief unter den Felsen und Weinterrassen konnten wir das - zwischen den beiden Teilen der Fluss-Schleife gebaute - Wasserkraftwerk erkennen. Auf der Höhe angekommen erreichten wir auf einem schmalen Pfad den "Enztalblick". Dann ging es aufwärts zum höchsten Punkt (Schmiechberge 325 Meter), wo die Gruppe am Waldrand eine kurze Rast einlegte.

Der Weg führte weiter auf der Kuppe entlang zum "Lug" (Orientierungstafel des Schwäbische-Alb-Vereins Vaihingen) mit Blick zum Vaihinger Schloss und vom Derdinger Horn bis zur Heuchelberger Warte.

Nach einem kleinen Abstecher zum Steinbruch (Blick von oben in den riesigen Steinbruch und ins Enztal) ging es abwärts vorbei an einer "Krugstatt" (zum Absetzen von Lasten) und nach knapp zwei Stunden Gehzeit erreichten wir Illingen, genau mit dem einsetzenden Regen. Es war Zeit zum Einkehren. Wegen der Größe der Gruppe verteilten wir uns auf verschiedene Cafés und Bistros. Danach schauten sich einige noch den alten Stadtkern an (Cyriakus-Kirche und alte Posthalterei mit Kelter).

Höhepunkt des Tages war die Besichtigung der historischen Ölmühle (www.oelmuehle-illingen.de). Wir wurden vom Inhaber Jürgen Krauth und seiner Mutter herzlich empfangen. Zunächst hielt Frau Krauth einen sehr interessanten Vortrag über alte und neue Ölpflanzen und Methoden der Ölgewinnung, über die Geschichte der Familie Krauth und der Mühle. Wir erfuhren, dass die Mühle 1924 von Mühlhausen (Flusskraftwerk) nach Ilingen (Bahnhofsnähe) umgezogen wurde , dass sie in den 60-er Jahren stillgelegt und 2001 nach einem 40-jährigen Dornröschenschlaf von Herrn Krauth Senior „wieder erweckt“ wurde - ursprünglich nur, um dem Nachwuchs zu zeigen, wie sie früher funktioniert hat.

Herr Krauth erklärte uns, wie daraus langsam ein Geschäft wurde, weil man hier und nur hier seine eigenen Nüsse zu Öl verarbeiten lassen kann (13 kg Nusskerne geben 8-9 Liter Öl). Wir das genau funktioniert, bekamen wir in einem Film erklärt, der für die „Sendung mit der Maus“ gedreht wurde (https://www.youtube.com/watch?v=PY0J-0q1dn0). Zusätzlich zur Lohnpressung hat die Mühle inzwischen ein zweites Standbein: ein Biobauer aus der Umgebung liefert Lein und Mohn, der dann in der Mühle zu Öl verarbeitet wird.

Mit Bus & Bahn zum Bruchsaler Schloss

von Dieter Zaudtke, Bus & Bahn Team - Stand: Mai 2016

 

Auch 2016 ist das Bus&Bahn-Team mit mehreren Ausflugstouren im vom Forum 21 des Enzkreises herausgegebenen Veranstaltungskalenders „Enzkreis erleben“ vertreten. Die Fahrten mit Bus und Bahn sollen die Vorzüge des Öffentlichen Nahverkehrs demonstrieren und vor allem die bei vielen Zeitgenossen vorhandenen Ängste vor dem „Unbekannten Wesen Bahn“ abbauen.

So traf sich eine recht überschaubare Anzahl Mitreisender am 28. April 2016 in der Mittagszeit in der Bahnhofshalle des Pforzheimer Hauptbahnhofs. Nach einigen einführenden Worten des Reiseleiters Dieter Zaudtke startete die Gruppe mit dem Regionalexpress nach Durlach. Von dort ging es nach einem fünfminütigen Umstieg mit der Stadtbahn weiter bis zum Ziel Haltestelle Bruchsal-Schlossgarten, welches nach insgesamt 40 Minuten Reisezeit erreicht wurde. Bei heiteren, teils sonnigen Wetter bummelten die Reisenden durch den Bruchsaler Schlossgarten und kehrten zunächst in das recht jugendlich getrimmte Café-Restaurant „wunderbar eulenspiegel“ ein. Frischer Bruchsaler Spargel oder alternativ auch Kaffee und Torte standen auf dem Programm.

Ein paar Gehminuten zurück zum Schloss: Die Geschichte des Schlosses führt in das Jahr 1720 zurück. Damals entschied sich der Fürstbischof von Speyer seine Residenz nach Bruchsal zu verlegen. Zahlreiche Architekten und Baumeister wurden mit der Anlage betraut, so u. a. auch der geniale Baltasar Neumann, dem das sagenhaft schöne Treppenhaus im Schlossinneren zu verdanken ist. Ursprünglich bestand die Schlossanlage aus 50 einzelnen Gebäuden. Ja die damals arme Kirche leistete sich für ihre Führungskräfte wahrlich „recht bescheidene“ Unterkünfte.

1945 sank das Schlossensemble in Schutt und Asche und wurde 1975 wieder eröffnet. Mit einem gewissen Erstaunen besichtigte die Gruppe die frei zugänglich prachtvollen Räumlichkeiten.

Höhepunkt war jedoch eine Führung durch das im Schloss befindliche Deutsche Musikautomaten Museum. Zumal es dort nicht nur tolle Instrumente, teils auch Skurriles zu sehen, sondern vielmehr auch „etliches auf die Ohren“ gab. Begeisterung rief beispielsweise der Flügel von Konrad Adenauer hervor, der durch eine Papierrolle gesteuert seine Tasten bewegte und hervorragende Klänge hervorbrachte.

Dann die kleineren für den Hausgebrauch geeigneten, aber auch großen Musikautomaten mit ihren pneumatisch gesteuerten Vielfalt von Instrumenten. Ein wahrer Höhepunkt war ein großer Konzertautomat, der mit mehreren Violinen bestückt, die von einem rotierenden Geigenbogen bespielt wurden. Am Ende der über einstündigen Führung gab es viel Applaus für die charmante Führerin, die nicht nur die Technik der Geräte hervorragend zu erklären verstand, sondern auch manch nette passende Geschichtchen zu Gehör brachte. 

Die Rückfahrt nach Pforzheim gestaltete Dieter Zaudtke etwas komplizierter mit mehreren Umsteigevorgängen, nicht zuletzt um den Mitreisenden die Sorgen vor Umsteigevorgängen zu nehmen. So ging es zunächst von der Haltestelle „Schlossgarten“ zum Bahnhof Bruchsal, dort Umstieg in die Stadtbahn bis nach Bretten. Zur vollen Stunde konnte dort der Taktknoten beobachtet werden. Weiter ging es mit der S9 nach Mühlacker, nach einigen Minuten Wartezeit mit der S5 nach Pforzheim.

Alle Reiseteilnehmer waren sich darin einig, dass die Ausflugstour nach Bruchsal nicht nur Schönes und Interessantes zu sehen und zu hören bot, sondern auch Erkenntnisse zu einem gut funktionierenden Bahnverkehr mit passenden Zuganschlüssen demonstrierte.

Mit Bus & Bahn in die Residenzstadt Öhringen

von Dieter Zaudtke, Bus & Bahn Team - Stand: Mai 2016

Wegen der großen Resonanz in den vergangenen Jahren bot das Bus&Bahn-Team auch 2016 eine Fahrt in die reizvolle Residenzstadt Öhringen an. In der Vergangenheit öfters bereits näher beschrieben, deshalb hier nur eine kurze Schilderung des Fahrtablaufes. Vielleicht finden sich einige Nachahmer.

Am 12. Mai trafen sich die Fahrtteilnehmer im Pforzheimer Hauptbahnhof und startete unter der Reiseleitung von Dieter Zaudtke um 9:13 Uhr mit der S-Bahn in Richtung Bietigheim-Bissingen. Nach Ankunft 9:51 Uhr auf Gleis 3, erfolgte die Weiterreise mit der Regionalbahn von Gleis 10 pünktlich 10:03 Uhr. Reizvoll wie immer die Fahrt durch das Neckartal. 10:29 Uhr Ankunft im Heilbronner Hauptbahnhof auf Gleis 3. Wegen der nachfolgend etwas knapp erscheinenden Umstiegszeit zur Stadtbahn auf dem Bahnhofsvorplatz empfiehlt es sich bereits in Bietigheim-Bissingen etwa in der Mitte des Zuges einzusteigen, damit in Heilbronn der Ausstieg in der Nähe der Treppe zur Unterführung erfolgt. 10:36 Uhr erfolgte die Weiterfahrt mit der Stadtbahn, zunächst quer durch das Heilbronner Stadtzentrum und dann weiter durch die liebliche Landschaft des Hohenloher Landes. Ankunft in Öhringen 11:17 Uhr.

Nach einem gemeinsamen Stadtspaziergang, mit einer Besichtigung der imposanten gotischen Stiftskirche, der alten aus dem Jahre 1591 stammenden Hofapotheke und überhaupt des urwüchsig alten Stadtbildes ging es natürlich auch durch das Brandenburger Tor hindurch. Ja es ist tatsächlich eine verkleinerte Nachbildung des Berliner Originals, 1792 auf Veranlassung des damaligen Hohenloher Fürstenhauses erbaut.

Nach einer Einkehr zum Mittagessen teilte sich die Gruppe. Die eine Hälfte nutzte die Gelegenheit zu einem Besuch der diesjährigen Landesgartenschau, die anderen bevorzugten eine weitere Erkundung des Städtchens.

Die Rückfahrt startete 17:38 Uhr mit der Stadtbahn in Richtung Heilbronn. Ankunft 18:20 Uhr, weiter 18:27 Uhr mit einem Regionalexpress nach Bietigheim-Bissingen. Ankunft 18:57 Uhr und weiter 18:08 Uhr mit der Stadtbahn nach Pforzheim (Ankunft 19:44 Uhr).

Zaudtke gab unterwegs und auch während des gemeinsamen Mittagessen etliche Informationen zum Fahren mit Bus und Bahn. Die Teilnehmer zeigten sich erstaunt über das nahtlose Passen der Anschlüsse. Zaudtke wies auch darauf hin, dass die Verbindung zwei Mal in der Stunde besteht und außerdem es auch möglich ist, über Bretten – Eppingen nach Heilbronn zu reisen.

Zu der beschriebenen Fahrtroute empfiehlt sich das MetropolTagesTicket, aber Achtung von Montag bis Freitag erst ab 9 Uhr gültig. Es kostet für die erste Person 20,- €, für jede weitere 5, € bis zu maximal gesamt 5 Personen.

Bus & Bahn-Tour: Innenstadt der Residenzstadt Öhringen
Bus & Bahn-Tour: Innenstadt der Residenzstadt Öhringen

Mit Bus & Bahn zur Hohenwart

von Dieter Zaudtke, Bus & Bahn Team - Stand: Juni 2016

„Warum in die Ferne schweifen, wo das Gute liegt so nah“, dachten sich die aktiven Macher vom Bus & Bahn-Team und boten im Rahmen des Veranstaltungskalenders „enzkreis erleben“ eine Ausflugstour mit dem Stadtbus an.

Am 14. Juni 16 war es so weit, die Reisegruppe traf sich kurz nach 14 Uhr am Pforzheimer Zentralen Omnibusbahnhof. Leider goss es in Strömen, so dass sich einige der angemeldeten Personen gleich wieder verabschiedeten. Die kleine Gruppe der Tapferen fuhren, begleitet von Klaus Kopitz und Dieter Zaudtke mit der Buslinie 742 über Huchenfeld bis zur Endhaltestelle des Pforzheimer Stadtverkehr „Hohenwart-Schellbronnerstraße“. Ab dort verkehrt die Linie 742 weiter als Regionalbus nach Neuhausen und Hamberg.

Ab der genannten Haltestelle führt ein ebener Weg zunächst die Straße „Am Wiesenrain“ entlang, geradeaus weiter über einen Wiesenpfad zu einem befestigten Weg der bergan begangen wurde. Die nächste Wegkreuzung rechts abbiegend und nochmals rechts haltend erreichte die Gruppe nach einer guten viertel Stunde den Aussichtsturm „Hohe Warte“. Heftiger Regen setzte ein, niemand verspürte Lust den Turm zu besteigen. Weiter ging es am Turm vorbei über einen Trampelpfad durch niedriges Gehölz zu einem Wiesenweg. Die tagelange feuchte Witterung verwandelte die Wegstrecke in eine rutschige und sehr nasse Angelegenheit. Bei den ersten Häusern von Hohenwart wurde wieder fester Boden erreicht und die Gruppe steuerte das „Heilig Kreuz“- Wallfahrtskirchlein an. Die Tür war offen und die Wanderer, froh im Trockenen zu sein, spendeten mehrere Kerzen. Manch einer mag dabei gedacht haben, vielleicht hilft es gegen den Regen.

Zaudtke wusste einiges über den Ort und die Kapelle zu berichten: Das kleine Örtchen trat bereits im frühen 12. Jahrhundert in das Licht der Geschichte. Der Ortsname rührt von einem Beobachtungsposten der „Hohen Wart“ her. 1972 erfolgte die Eingemeindung in die Stadt Pforzheim.

Ein wahrhaft verborgenes Kleinod ist die „Heilig-Kreuz“ Kirche, erbaut und geweiht 1490. Im 18. Jahrhundert erweitert und barockisiert, erlangte die Kirche seit dem Spätmittelalter Bedeutung als Ziel zu einer lokalen Wallfahrt zum Gnadenbild des kreuztragenden Christus, das dem Besucher bis heute im Alltarraum empfängt.

Die kleine Schrankorgel auf der Empore hat ebenfalls eine besondere Geschichte: Erbaut im Jahre 1734 stand sie zunächst im Heidelberger Jesuitenseminar. Gerüchte besagen, dass ihr ersten Standplatz sich in der Pforzheimer Schlosskirche befand. Möglicherweise kam sie tatsächlich von Heidelberg über Pforzheim nach Hohenwart. Die Orgel, noch heute genutzt, zählt zu den ältesten Orgeln in Baden-Württemberg.

Die Gruppe verließ die Kirche und der Himmel verschloss fortan tatsächlich seine Schleusen. Haben die gestifteten brennenden Kerzen doch geholfen? Bisher betrug die Wegstrecke etwa 2 km zum Ziel in Huchenfeld sollten noch 4 km hinzukommen. Aus der Kirche heraustretend rechts haltend zur Hauptstraße, diese entlang bis zur kleinen Evangelischen Kirche und kurz danach links abbiegend der „Alten Huchenfelder Straße“ folgend gelangten die Wanderer zum südlichen Ortseingang von Huchenfeld. Vor den Hochhäusern links abbiegend die Straße „Am Schönblick“ entlang und nur kurz danach rechts in die Straße „Im Blumengarten“. Nach wenigen Schritten war die Haltestelle der Linie 4 erreicht. Der z. Z. sehr unzuverlässige Betrieb der vom Stadtverkehr Pforzheim betriebenen Linien veranlasste die Gruppe lieber auf die in unmittelbarer Nähe an der Hauptstraße liegende Haltestelle der Linie 741-742 anzusteuern. Leider fiel ein Bus der Linie 741-742 aus, so dass die Wandergruppe eine halbe Stunde auf den nächsten Kurs warten durfte.

Trotz nicht gerade idealer Witterungsbedingungen und das Malheur mit dem ausfallenden Bus gefiel die Tour und zeigte gleichzeitig, dass auch innerhalb der Pforzheimer Gemarkung mit dem Bus in Verbindung mit kleineren Wanderungen sich interessante Ziele erreichen lassen.

Daten:

Buslinie 741-742 verkehrt im Taktverkehr, Mo. bis Fr. halbstündlich, Sa. und So stündlich.

Linie 4 verkehrt Mo. bis Fr. mindestens halbstündlich, Sa. teils halbstündlich, sonst wie auch So. stündlich. Es genügen Einzelfahrscheine für das Stadtgebiet Pforzheim, bzw. ein Tagesticket (Einzelperson 5,50 €) oder auch die Netz 9-Karte.

Bus & Bahn-Tour: Kapelle "Heilig Kreuz" (Hohenwart)
Bus & Bahn-Tour: Kapelle "Heilig Kreuz" (Hohenwart)
Bus&Bahn Team in der Kapelle "Heilig Kreuz" (Hohenwart)
Bus&Bahn Team in der Kapelle "Heilig Kreuz" (Hohenwart)

 

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