»Europäische Energie- und Klimaschutzkommune« - Landrat Röckinger erhält European Energy Award in Gold aus Händen von Umweltminister Untersteller

Nachricht vom 07.02.2013
eea Untersteller und Röckinger
Stolz nimmt Landrat Karl Röckinger (rechts) aus den Händen von Umweltminister Franz Untersteller den European Energy Award in Gold entgegen.

„Europäische Energie- und Klimaschutzkommune“ – mit diesem Titel darf sich der Enzkreis als Preisträger des „European Energy Award“ (eea) in Gold seit Dienstagabend schmücken. Nachdem der Kreis bereits Ende vergangenen Jahres in Brüssel als einer der ersten Kreise in Europa mit dem „European Energy Award“ in Gold ausgezeichnet worden war, konnte Landrat Karl Röckinger diese Auszeichnung nun auch bei der baden-württembergischen Preisverleihung in Ravensburg aus den Händen von Umweltminister Franz Untersteller entgegen nehmen. Als zweite Enzkreisgemeinde nach Wiernsheim wurde auch die Gemeinde Engelsbrand ausgezeichnet.

„Wir sind sehr stolz auf diese höchste Anerkennung auf europäischer Ebene, die es für Klimaschutzaktivitäten und Energiepolitik gibt, und sehen sie auch als Belohnung für unsere verstärkten Anstrengungen in den vergangenen Jahren. Insoweit kommt es also sicher nicht von ungefähr, dass wir aus dem Stand Gold erzielen konnten und den Sprung ganz nach vorne geschafft haben“, berichtet Röckinger.

Das Lenkungsteam unter Federführung von Umweltdezernent Karl-Heinz Zeller und der Klimaschutzbeauftragten Edith Marqués Berger habe in rekordverdächtiger Zeit hervorragende Arbeit geleistet. Ohne ein starkes, motiviertes Team sei das nicht zu machen, bedankte sich Röckinger bei der feierlichen Auszeichnungsveranstaltung im Schwörsaal des Waaghauses in Ravensburg bei seinen Mitarbeitern.

„Punkten konnten wir vor allem mit unseren zahlreichen innovativen Projekten zur Vermeidung, Verminderung und zum Ausgleich von Treibhausgasemissionen“, berichtet Edith Marqués Berger. „Wir möchten hier im Enzkreis unseren Beitrag zur Energiewende leisten und viele motivieren mitzumachen, jeder Beitrag zählt. Ein großes Vorbild für uns ist die Region Oberschwaben.“ 15 der 20 diesjährigen Preisträger kommen von dort und aus dem Allgäu, was wohl der ausgezeichneten Arbeit der dortigen Energieagentur zuzuschreiben ist. Über 40 Gemeinden haben sich dort bereits auf den Weg zur „Energie- und Klimakommune“ gemacht.

eea L und Lenkungsteam
So sehen Sieger aus: Die Lenkungsgruppe des Enzkreises um Landrat Karl Röckinger (Zweiter von links), Umweltdezernent Karl-Heinz Zeller (Fünfter von links) und die Klimaschutzbeauftragte Edith Marqués Berger (Vierte von rechts).

Für Umweltdezernent Zeller ist das Ende der Fahnenstange deshalb noch lange nicht erreicht. „Ob Deutschland die Energiewende schafft, ist wichtiger als die oft langatmigen Diskussionen bei internationalen Klimakonferenzen. Alle schauen darauf, ob wir als Industrieland die Kehrtwende hinbekommen.“

Zeller sieht auch im Enzkreis noch Verbesserungspotential. An der Motivation der Enzkreis-Gemeinden, sich am eea zu beteiligen, müsse beispielsweise noch gearbeitet werden. Wiernsheim , das schon vor längerer Zeit ebenfalls mit dem Energy Award in Gold ausgezeichnet worden ist, und Engelsbrand nun als silberner Preisträger sind da Vorbilder. Auch der Bereich „ Erneuerbare Energien“ ist laut Zeller im gesamten Kreis noch ausbaufähig. „Hier müssen wir uns auch regional stärker engagieren, um unseren Beitrag zu den Klimazielen des Landes leisten zu können. Die Zeit drängt, der Klimawandel ist da.“ Im Landratsamt sei etwa eine Task force eingerichtet worden, um anstehende Genehmigungsverfahren schnell und unbürokratisch abzuwickeln.

„Nach dem eea ist vor dem eea“, fasst Röckinger zusammen. Nun würden wieder die Ärmel hochgekrempelt; die Anforderungen stiegen, bald gehe es in die nächste Zertifizierungsrunde. Schließlich habe sich der Enzkreis das ehrgeizige Ziel gesteckt, den Kohlendioxid-Ausstoß bis zum Jahr 2020 um 25 Prozent zu senken; bis 2050 möchte der Kreis sogar klimaneutral sein. „Es gibt also noch viel zu tun. Wir hoffen auf viele Mitstreiter bei den Gemeinden, Gewerbebetrieben und letztendlich in jedem Haushalt. Aber im Moment tun wir erst einmal eines: Uns „ausgezeichnet“ fühlen.“