Erfolgreiche Mission »go for gold«: Enzkreis wird in Brüssel als einer der ersten Landkreise in Europa mit dem European Energy Award in Gold ausgezeichnet

Nachricht vom 28.11.2012
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Erfolgreiche Mission »go for gold«: Als erster Landkreis wurde der Enzkreis in Brüssel mit dem European Energy Award in Gold ausgezeichnet. Das Bild zeigt EU-Kommissar Günther Oettinger (links) bei der Preisübergabe an Landrat Karl Röckinger.

2010 hatte Landrat Karl Röckinger das Motto „go for gold“ ausgegeben – zwischenzeitlich hat der Enzkreis nicht nur die Ziellinie überquert, sondern befindet sich unter den energiepolitischen Spitzenreitern in Europa: Nach einer rekordverdächtig kurzen Vorbereitungszeit von nur eineinhalb Jahren konnte er zusammen mit je einem Kreis aus Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg als erster Landkreis in Europa auf Anhieb beim Klimaschutz-Wettbewerb „European Energy Award“ (kurz: eea) die „Goldmedaille“ erringen. Der Preis wurde am Montagabend von EU-Energiekommissar Günther Oettinger in der Vertretung des Landes Nordrhein-Westfalen in Brüssel überreicht.

Neben dem Kreischef waren auch Umweltdezernent Karl-Heinz Zeller sowie die Klimaschutzbeauftragte des Enzkreises, Edith Marqués Berger, der Einladung nach Brüssel gefolgt. Die außerordentliche Bedeutung dieser Auszeichnung unterstrich auch die Tatsache, dass Vertreter der Kreistagsfraktionen - Frank Kreeb (FWV), Kurt Ebel (CDU), Hans Vester (SPD), Evelyn Teschner-Klug (Grüne) und Karlheinz Oehler (FDP) - an dem Festakt teilnahmen.

Neben dem Enzkreis wurden dort noch 24 weitere europäische Kommunen aus Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet, darunter aus Baden-Württemberg der Landkreis und die Stadt Ravensburg, Bad Schussenried sowie die Stadt Friedrichshafen.

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So sehen Sieger aus: Neben dem Enzkreis wurden in Brüssel noch 24 weitere europäische Kommunen aus Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet, darunter aus Baden-Württemberg der Landkreis und die Stadt Ravensburg sowie die Stadt Friedrichshafen.

„Wir sind sehr stolz auf diese höchste Anerkennung auf europäischer Ebene, die es für Klimaschutzaktivitäten und Energiepolitik gibt, und sehen sie auch als Belohnung für unsere verstärkten Anstrengungen in den vergangenen Jahren. Insoweit kommt es also sicher nicht von ungefähr, dass wir aus dem Stand Gold erzielen konnten und den Sprung ganz nach vorne geschafft haben“, berichtet Röckinger. „Unser Lenkungsteam unter Federführung von Umweltdezernent Karl-Heinz Zeller und der Klimaschutzbeauftragten hat hervorragende Arbeit geleistet. Alle haben an einem Strang gezogen, um dieses große Ziel zu erreichen."

Die Verleihung des European Energy Award erfolgt normalerweise in einem zweistufigen Verfahren. Im ersten Schritt wird das Ergebnis in einem nationalen Verfahren festgestellt und bei 50 Prozent der zu erreichenden Punkte der „European Energy Award“ verliehen. Liegt das Ergebnis bei 75 Prozent oder besser, kann ein internationales Verfahren durchlaufen werden, um den „European Energy Award in Gold“ zu erhalten.

Dank der Unterstützung von Umweltminister Franz Untersteller und der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg konnte sich der Enzkreis im Laufe dieses Sommers gleich zweimal auditieren lassen. Das Lenkungsteam arbeitete in den vergangenen Monaten deshalb auf Hochtouren.

Endlich war es dann soweit: Zwei Auditoren kamen nach Pforzheim, um den Enzkreis in allen energiepolitischen und klimarelevanten Fragen auf Herz und Nieren zu prüfen - und kamen, sehr zur Freude des Lenkungsteams und der Hausspitze, letzten Endes zu dem Ergebnis, dass dem Kreis Gold-Status gebührt. Dabei wurden die Aktivitäten des Enzkreises bei der Entwicklungsplanung und Raumordnung, bei den Gebäude und Anlagen, bei der Ver- und Entsorgung, bei Mobilität, interner Organisation sowie bei der Kommunikation und Kooperation genau unter die Lupe genommen.

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Freuen sich über die hohe Auszeichnung: (von rechts nach links) Klimaschutzbeauftragte Edith Marqués Berger, Kreisrätin Evelyne Teschner-Klug, Landrat Karl Röckinger, Umweltdezernent Karl-Heinz Zeller, EU-Energiekommissar Günther Oettinger, die Kreisräte Kurt Ebel und Frank Kreeb, ein Vertreter des eea-Komitees sowie die Kreisräte Karlheinz Oehler und Hans Vester.

„Punkten konnten wir vor allem mit unseren zahlreichen Projekten zur Vermeidung, Verminderung und zum Ausgleich von Kohlendioxid-Emissionen“, erläutert Edith Marqués Berger. Der Enzkreis setzt zudem auf mobile Energieberatung, veröffentlicht eine Abfall- und Klimazeitung, hat ein pädagogisches Konzept entwickelt. Eine „task force“ sorgt für schnelle Genehmigungsverfahren für erneuerbare Energien, der Kreis ist außerdem in die E-Mobilität eingestiegen, geht überregionale Kooperationen mit Kommunen, Firmen und Energieversorgern und unterhält eine Klimapartnerschaft mit einem Distrikt in Tansania – um nur Beispiele zu nennen.

„Wir haben durch den eea ein sehr gutes Instrument zur kontinuierlichen Verbesserung im Klimaschutz, eine Ist-Analyse, klare Ziele und einen umfangreichen Maßnahmenkatalog für die kommenden Jahre“ fasst Karl-Heinz Zeller zusammen. Landrat Röckinger sieht das genauso, allerdings sei das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht: „Die hohe Auszeichnung zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Sie verpflichtet aber auch dazu, sich ständig zu verbessern. Als Kreisverwaltung haben wir uns das ehrgeizige Klimaziel gesteckt, den Kohlendioxid-Ausstoß bis zum Jahr 2020 um 25 Prozent zu senken. Bis 2050 möchten wir Klimaneutralität erreichen. Es gibt also noch viel zu tun."