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Der Enzkreis möchte »Bio-Musterregion« werden. Bei der Ideenschmiede für die Bewerbung wirkten unter Federführung von Dezernentin Dr. Hilde Neidhardt (Bildmitte, mit schwarzem Jackett) zahlreiche Fachleute mit.

Bessere Vermarktung, stärkere Vernetzung und deutlich mehr Bio-Produkte in Regalen und auf den Tischen in der Region – das sind die Ziele einer Bewerbung des Enzkreises um den Titel „Bio-Musterregion“ und die damit verbundenen Finanzmittel; der Kreistag hatte Anfang November grünes Licht dafür gegeben. Bei dem vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg ausgeschriebenen Wettbewerb kann in jedem der vier Regierungsbezirke im Land eine Region zum Zug kommen.

„Wir möchten bei den Menschen in der Region das Bewusstsein für ökologischen Landbau weiter stärken und die Chance nutzen, die steigende Nachfrage nach ökologisch erzeugten Lebensmitteln künftig noch mehr aus regionaler Erzeugung zu decken,“ umreißt Dr. Hilde Neidhardt, Dezernentin für Landwirtschaft, Forsten und öffentliche Ordnung, die Ziele der Bewerbung. Falls der Enzkreis den Zuschlag erhalten sollte, würde das Land für drei Jahre zu 75 Prozent die Stelle eines so genannten „Regionalmanagers“ finanzieren; die restlichen 25 Prozent der Kosten würde der Enzkreis tragen. Dieser Regionalmanager würde dann vom Landratsamt aus die verschiedensten Prozesse in Gang setzen und die Aktionen mit den zahlreichen Kooperationspartnern in der Region bündeln und koordinieren.

Dabei ist die Ausgangslage für eine Bio-Musterregion laut Jürgen Krepp, Leiter des Landwirtschaftsamtes, im Enzkreis sehr günstig: Der Anteil der Biofläche an der Gesamtfläche und der Anteil der Bio-Betriebe seien hier bezogen auf ganz Baden-Württemberg überdurchschnittlich. Ein Großteil der Biobauern habe sich bereits zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen und kooperiere teilweise untereinander. Zudem berge die hohe Kaufkraft der Verbraucher im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim ein großes Entwicklungspotential für eine verstärkte Vermarktung regionaler Bio-Erzeugnisse.

„Mit der Herausgabe eines regionalen Einkaufsführers mit über 120 gelisteten Betrieben, der Beteiligung an der landesweiten „Gläsernen Produktion“ oder der Kampagne regio-bio-fair haben wir in der Vergangenheit bereits einiges auf den Weg gebracht“, berichtet Neidhardt. Nun gehe es darum, das Vorhandene neu zu beleben und das große Potential, das die Vermarktung regionaler Bio-Produkte – sei es bei den Landwirten, Müllern, Bäckern, Metzgern oder Käsereien – immer noch berge, weiter zu erschließen. „Dafür haben wir uns eine Menge neuer Aktivitäten einfallen lassen und sie in ein umfassendes Konzept gegossen.“

Bei einer „Ideenschmiede“ kamen Fachleute aus dem ökologischem Anbau, der Verarbeitung und dem Vertrieb, aber auch aus Politik, Gastronomie, Naturschutz, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft zu dem Schluss, dass beispielsweise die Abstimmung unter den Bio-Produzenten verbessert werden, die sozialen Medien stärker genutzt, Produktbündelungen vorgenommen, vermehrt erneuerbare Energien eingesetzt, Streuobst besser vermarktet oder mehr Bildungsangebote für Schulen und Kindergärten gemacht werden sollten.

„Wenn wir mit unserem Konzept gewinnen, könnten sich landwirtschaftliche Betriebe, mittelständische Unternehmen oder andere Wirtschafts- und Sozialpartner noch mehr einbringen und besser am Markt positionieren. Davon würden die gesamte Wertschöpfungskette und die Beschäftigung in der Region profitieren“, ist sich Landrat Karl Röckinger sicher. „So gesehen ist die Bewerbung um den Titel Biomusterregion auch ein weiterer Baustein unserer Nachhaltigkeitsstrategie im Rahmen der Agenda 2030.“

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