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Projekt Behördendeutsch a. D.

Seit Frühsommer 2008 arbeiten wir daran, die schriftliche Kommunikation mit Bürgern zu verbessern. Mit dem Projekt „Behördendeutsch a. D.“ sollen Briefe, Bescheide, Merkblätter – kurz: alle, Texte, die wir für Bürgerinnen und Bürger verfassen – so (um)formuliert werden, dass sie verständlich sind und ein typischer Behördenstil vermieden wird.

Quer durch alle Ämter verlassen immer wieder Schreiben, Bescheide und so weiter das Landratsamt, die für den "Durchschnittsbürger" nicht oder nur schwer zu verstehen sind, weil:

  • Fachausdrücke verwendet, aber nicht erklärt werden,
  • (vermeintlich?) juristisch notwendige Floskeln oder Begriffe verwendet werden,
  • in typischer Behördensprache formuliert wird,
  • Sätze verschachtelt und unübersichtlich aufgebaut sind.
Denn wenn Bürgerinnen und Bürger Schreiben auf Anhieb verstehen, müssen sie nicht (oder viel seltener) nachfragen. Ein guter Text lässt keine Fragen offen. Ärger durch Missverständnisse wird vermieden, insgesamt kann entspannter miteinander umgegangen werden. Das steigert

  • die Effizienz der Arbeit,
  • die Zufriedenheit und Akzeptanz bei den Kundinnen und Kunden,
  • die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Der Enzkreis setzt mit einer verständlichen Schriftsprache an der Schnittstelle zwischen Bürger und Behörde sein Leitbild ("kompetent und bürgernah", "lernende Organisation") um.

Sprache ist Ausdruck des Denkens. Das Bemühen um eine angemessene Sprache ist ein immerwährender Prozess, da sowohl Sprache als auch das Denken einem Wandel unterliegen. Wir betrachten daher unser Projekt "Behördendeutsch a. D." als eine Daueraufgabe, die uns fortlaufend begleiten wird.

Unterstützen Sie uns dabei und schicken Sie uns Ihre Anregungen und Vorschläge!

Beteiligte

Seit 2005 arbeitet an der Germanistischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum ein interdisziplinäres Projektteam aus Germanisten, Juristen, Verwaltungsfachleuten und IT-Spezialisten am Projekt IDEMA (Internet-Dienst für eine moderne Amtssprache).

Der Enzkreis hat sich IDEMA (als bundesweit 21. Verwaltung und als erster Landkreis in Baden-Württemberg) im März 2008 angeschlossen und kann so dessen Leistungen nutzen. Hierzu gehören beispielsweise die Unterstützung bei Formulierungen und die Nutzung eines Online-Wörterbuches. Dieses bietet verständliche Erklärungen oder Alternativen für Fachbegriffe und circa 100 Mustertexte.

Durch seine Teilnahme leistet der Enzkreis nebenbei einen wertvollen Beitrag zur Grundlagenforschung im Bereich der Bürger-Verwaltungs-Kommunikation.

Parallel wurde hausintern ein Projektteam gebildet, dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Bereichen angehören. Nach einer eintägigen Schulung (Schreibwerkstatt) überarbeitet das Team selbst Texte, um diese verständlicher zu machen.
             
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