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24.07.2019

Wald im Klimastress: Auch Buchen können verdursten

Im Illinger Bannwald warnen seit kurzem Schilder, dass von vertrockneten Buchen Gefahren durch herabfallende Äste drohen.

Als Folge von steigenden Jahres-Temperaturen und weniger Niederschlägen sind zahlreiche Buchen erkrankt oder sogar bereits abgestorben. Von diesen Bäumen – oft handelt es sich um besonders alte und große Exemplare – geht eine Gefahr für Waldbesucher durch plötzlich herunterfallende Äste aus. Zu deren Schutz kann es aktuell zu Sperrungen von Waldteilen kommen.

„Unsere Buchen leiden durch die Dürreperioden der letzten Jahre an Hitzestress und Durst“, erklärt Forstamtsleiter Frieder Kurtz: „In den geschwächten Bäumen nisten sich schädliche Pilze, Borkenkäfer oder andere Schädlinge ein. Manche Exemplare leiden unter dem sogenannten Buchensonnenbrand, andere bekommen Buchenkrebs – ein großer Teil der abgestorbenen Bäume ist jedoch schlichtweg verdurstet.“

Kurtz berichtet, die Zahlen des aktuellen Jahres seien erschreckend: Bereits zum Ende der ersten Jahreshälfte 2019 sei vom Landesbetrieb Forst Baden-Württemberg mehr durch Dürreschäden und Insektenbefall abgestorbenes Buchenholz dokumentiert worden als im gesamten Jahr 2004, dem Folgejahr auf den Jahrhundertsommer 2003. Dabei seien 90 Prozent der abgestorbenen Buchen aus Kapazitätsgründen aktuell noch nicht aufgearbeitet worden und tauchten daher auch nicht in der Statistik auf. Besonders starke Waldschäden seien im nordöstlichen Enzkreis zu verzeichnen. Zu erkennen seien erkrankte Buchen an unvollständigem oder fehlendem Blattwerk, geschwürartig verformter oder abplatzender Rinde und an absterbenden Ästen bis hin zu ganzen Baumkronen.

„Die kranken und bereits abgestorbenen Buchen werfen plötzlich Äste ab, die zum Teil sehr groß und schwer sind“, warnt beispielsweise Revierleiter Rolf Esslinger. Viele der alten und hohen Buchen des Bannwaldes Burg bei Illingen tragen kein Laub, Rindenabplatzungen lassen sich bereits in den Kronen erkennen und erste große, herabgefallene Äste liegen auf dem Boden. „Unsere Leute arbeiten bereits am Anschlag, um die Schäden an der Fichte durch den Borkenkäfer soweit wie möglich einzudämmen. Trotzdem versuchen wir, soweit notwendig, die abgestorbenen Buchen entlang von Straßen zügig zu entfernen.“

Esslinger hat an den Wegen, die in den Bannwald führen, bereits Schilder angebracht, die auf die Gefahr durch herabstürzende Äste hinweisen. Wer den Wald besucht, tue dies eigenverantwortlich – dafür möchte der Förster ein Bewusstsein schaffen. „Aufgrund der aktuellen Gefahrensituation können auch einzelne Waldteile zeitweise gesperrt werden“, erläutert sein Chef, Frieder Kurtz. So habe das Forstamt etwa einen Kilometer des Eppinger Linienweges bei Maulbronn umgeleitet. Kurtz betont, dass dies zum Schutz der Waldbesucher geschehe, und bittet zur eigenen Sicherheit die Absperrungen einzuhalten.

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