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30.01.2018

Schwere Meningokokken-Erkrankung im Kreis: Gesundheitsamt handelt schnell, um weitere Erkrankungen zu verhindern

In Wiernsheim ist ein fünfjähriges Mädchen an einer schweren Meningokokken-Infektion erkrankt. Das Kind besucht den dortigen Kindergarten Regenbogen. Um die Gefahr weiterer Erkrankungen zu minimieren, hat das Gesundheitsamt alle Eltern und Beschäftigten der Einrichtung über die präventive Behandlung der Kinder und Erzieherinnen mit einem Antibiotikum informiert. So sollen weitere Erkrankungen im engen Umfeld und bei nahen Kontaktpersonen verhindert werden.

Meningokokken sind Bakterien, die weit verbreitet sind: Nahezu jeder dritte Mensch hat sie im Nasen-Rachenraum. Allerdings führen sie nur in sehr seltenen Fällen zu einer Erkrankung. Übertragen werden sie meist als sogenannte Tröpfcheninfektion: Sie gelangen beim Sprechen, Husten oder Niesen in kleinsten Speichel-Tröpfchen in die Luft und können eingeatmet werden. Da sie außerhalb des Körpers schnell absterben, ist für eine Ansteckung normalerweise ein sehr enger Kontakt notwendig.

Meningokokken können eine eitrige Hirnhautentzündung verursachen, die sogenannte Meningitis, sehr selten auch eine Blutvergiftung. „In Deutschland kommen Meningokokken-Erkrankungen glücklicherweise ausgesprochen selten vor – es gibt jährlich nur etwa fünf Fälle auf eine Million Menschen, meist in den Wintermonaten“, sagt Facharzt Dr. Michael Junius vom Gesundheitsamt. Warum nur ganz wenige einzelne Personen erkranken und andere nicht, sei nicht bekannt.

Auf eine Meningokokken-Hirnhautentzündung können Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Lichtempfindlichkeit und eine getrübte Bewusstseinslage hindeuten. „Ein typisches Zeichen ist die schmerzhafte Nackensteifigkeit, oft kombiniert mit morgendlichem Erbrechen oder Zeichen eines Kreislaufversagens“, erklärt Fachärztin Angelika Edwards. Bei der Meningokokken-Blutvergiftung werden die Bakterien in den gesamten Körper ausgeschwemmt und dadurch die Blutgerinnung gestört. Punktförmige oder flächige Einblutungen auf der Haut und den Schleimhäuten können auf eine solche Erkrankung hindeuten.

„Bei Erkrankung auf jeden Fall zum Arzt gehen“, rät Angelika Edwards. Es sei möglich, sich gegen Meningokokken Typ C impfen zu lassen, was von der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut auch empfohlen werde. „Allerdings ist der Bakterientyp, der die akute Erkrankung bei der Fünfjährigen verursacht hat, noch nicht bekannt“, so Edwards. Eine schnelle und rasch durchgeführte Antibiotikagabe könne jedoch Schlimmeres verhindern. Dazu und zu den weiteren Fragen über die Erkrankung haben das Gesundheitsamt und der Kindergarten Regenbogen noch am Dienstag zu einem Elternabend eingeladen.

Für weitere Fragen steht das Gesundheitsamt zudem unter Tel. 07231 308-9732 oder per E-Mail an Gesundheitsamt@enzkreis.de zur Verfügung.

Erregersteckbrief Meningokokken

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