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20.10.2016

Flüchtlinge im Enzkreis - Teil 42: Neues Angebot für die Beschäftigung von Flüchtlingen

Viele Tausend Menschen suchen Zuflucht in Deutschland. Woher kommen diese Menschen, wo und wie werden sie untergebracht, dürfen sie arbeiten und wenn ja, ab wann? Antworten auf diese und zahlreiche weitere Fragen gibt eine Artikelserie, die in loser Folge im Mitteilungsblatt erscheint. Alle bisherigen Artikel der Serie finden sich im Internet unter www.enzkreis.de/Flüchtlinge.

Fördern und Fordern

Im August ist das neue Integrationsgesetz in Kraft getreten, dessen Grundgedanke der Satz „Fördern und Fordern" ist. Unter anderem eröffnet das Gesetz mehr Möglichkeiten, zusätzliche Arbeitsgelegenheiten für Asylbewerber zu schaffen. Diese sogenannten Flüchtlings-Integrations-Maßnahmen (FIM) richten sich vor allem an Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive.

Diese Menschen sollen durch niedrigschwellige Arbeitsangebote an den deutschen Arbeitsmarkt herangeführt werden. Das trägt dazu bei, die Wartezeit während des laufenden Asylverfahrens sinnvoll zu überbrücken – und wirkt so auch gegen die Langeweile des Alltags in Sammel- oder Gemeinschaftsunterkünften. Ein gewünschter positiver Nebeneffekt ist zudem das Vermitteln berufsbezogener Sprachkenntnisse.

Es handelt sich grundsätzlich um Tätigkeiten, die dem Kriterium der Zusätzlichkeit unterliegen und somit nicht in den allgemeinen Arbeitsmarkt eingreifen. Mit anderen Worten: Eine FIM darf keine regulären Arbeitsplätze ersetzen. Der Enzkreis setzt dieses Arbeitsmarktprogramm in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und den Trägern Q-Prints&Service (für den südwestlichen Enzkreis) und Miteinanderleben e. V. (für den nordöstlichen Enzkreis) um. In einem ersten Schritt richtet der Enzkreis 120 Plätze ein. Die Arbeitsgelegenheiten können unter anderem bei Enzkreis-Kommunen und bei gemeinnützigen Institutionen wie Sport-, Kultur-, Musik- und Fördervereinen angesiedelt werden.

Kombination von Arbeit und Sprachkurs

Das besondere im Enzkreis: die Arbeitsgelegenheiten werden durch einen Sprachkurs ergänzt, der vom jeweiligen Träger durchgeführt und vom Landratsamt bezuschusst wird. Dadurch erhalten die Teilnehmer nicht nur einen ersten Einblick in die deutsche Arbeitswelt, sondern haben darüber hinaus die Möglichkeit, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Somit leisten die Maßnahmen einen wichtigen ersten Schritt zur Integration in die Gesellschaft und in den deutschen Arbeitsmarkt.

Die Teilnahme an einer FIM ist auf sechs Monate angelegt. Die Teilnehmer erhalten eine sogenannte Mehraufwands-Entschädigung von derzeit 80 Cent pro Stunde. Am Ende sollen die Teilnehmer eine Einschätzung ihrer beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten erhalten, die für ihre weitere berufliche Entwicklung hilfreich sein kann. Das Programm gilt nicht für Asylbewerber aus sicheren Herkunftsstaaten sowie für Menschen, die zur Ausreise verpflichtet sind. Wenn Asylbewerber die Arbeitsgelegenheiten ohne wichtigen Grund ablehnen oder abbrechen, können ihre Leistungen gekürzt werden.

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