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29.04.2016

Flüchtlinge im Enzkreis - Teil 33: Bildungsangebote - am Beispiel von Darmsbach

Spielgruppe des Kinderschutzbundes
»Mitmachen« heißt das Motto in der Spielgruppe des Kinderschutzbundes - auch für dessen Geschäftsführerin Doris Möller-Espe (rechts), Sozialdezernentin Katja Kreeb (Mitte) und Jugendamtsleiter Wolfgang Schwaab (links). Geleitet wird die Gruppe von Martina Koch vom Kinderschutzbund (Zweite von links). Mit dabei auch Andrea Simolka-Walter als Vertreterin des Bildungsbüros im Landratsamt Enzkreis (Zweite von rechts).

Viele Tausend Menschen suchen zurzeit Zuflucht in Deutschland. Woher kommen diese Menschen, wo und wie werden sie untergebracht, dürfen sie arbeiten und wenn ja, ab wann? Antworten auf diese und zahlreiche weitere Fragen gibt eine Artikelserie, die im Mitteilungsblatt erscheint.

Unter den Menschen, die in den vergangenen Monaten nach Deutschland und in den Enzkreis gekommen sind, sind auch viele Minderjährige. Sie brauchen besondere Unterstützung, um sich in ihrem neuen Leben in einem fremden Land zurechtzufinden. Der Enzkreis hat deshalb nun – zusammen mit mehreren Partnern – in der Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Lagerhalle der Firma Piepenbrock im Remchinger Ortsteil Darmsbach ein umfassendes Hilfeangebot auf die Beine gestellt, das sich vor allem an Drei- bis Zehnjährige richtet.

260 Menschen leben derzeit in der Darmsbacher Unterkunft; mehr als ein Drittel von ihnen ist unter 18 Jahre alt. Für die etwa 100 Kinder und Jugendlichen haben Jugendamt, Kinderschutzbund, das Netzwerk Asyl Remchingen und der Verein miteinanderleben intensiv an Betreuungs- und Beschulungs-Möglichkeiten gearbeitet.

„Der Bedarf ist riesig“, sagt Jugendamtsleiter Wolfgang Schwaab – und er kann von den örtlichen Kindergärten und Grundschulen kaum alleine gedeckt werden. Deshalb gibt es nun eine erweiterte Spielgruppe für die Kleinen und die „Bildungsförderung“ für die Grundschulkinder direkt in der Unterkunft. Außerdem sind zahlreiche ehrenamtliche Gruppen in allen Altersgruppen aktiv und machen Spiel- und Beschäftigungsangebote. „Wir haben dadurch nun eine breite und umfangreiche Palette zur Unterstützung und Integration“, freut sich Sozialdezernentin Katja Kreeb.

Bildungsförderung für Flüchtlinge
Bei Katharina Albrecht, Lehrkraft für die Bildungsförderung (links), und den Sprachhelferinnen Steffi Sichel (rechts) und Andrea Becht (unten) lernen die Vorschul- und Grundschulkinder in der Flüchtlingsunterkunft in Darmsbach vor allem Deutsch.

Die erweiterte Spielgruppe des Kinderschutzbundes richtet sich an die 18 Kindergartenkinder im Alter zwischen 3 und 6, die in der Unterkunft leben, und an deren Eltern. Die Kinder werden an drei Nachmittagen für jeweils drei Stunden betreut. „Sie sollen in der Gruppe eine frühe Sprach- und Entwicklungsförderung erfahren, bevor sie in Kindertageseinrichtungen aufgenommen werden“, erklärt Doris Möller-Espe, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes. Auch die Gruppenerfahrungen seien dafür eine gute Vorbereitung.

Die Bildungsförderung von miteinanderleben soll die 23 Grundschulkinder in der Unterkunft gezielt auf den Schulbesuch vorbereiten. Die Kinder sind in zwei Altersgruppen aufgeteilt; außerdem gibt es eine Gruppe für acht Kinder im Vorschulalter. Der Unterricht – jeweils eineinhalb Stunden täglich pro Gruppe – wird von der Lehrkraft Katharina Albrecht angeboten und durch ehrenamtliche Sprachförderkräfte begleitet. „Wir unterrichten vor allem Deutsch, aber auch Kultur und die Vorbereitung auf die Schule gehören dazu“, erläutert Albrecht.

Außerdem könne man schon frühzeitig erkennen, ob einzelne Kinder einen besonderen Förderbedarf haben, sagt die Pädagogin. Das Ziel der Bildungsförderung sei ein guter Übergang in die Schulen am Ort. 22 ältere Kinder sind bereits dort: Sie besuchen an der Bergschule in Remchingen-Singen sogenannte Vorbereitungsklassen.

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