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23.07.2015

Flüchtlinge im Enzkreis - Teil 3: Wie werden die Flüchtlinge untergebracht?

Viele Tausend Menschen suchen zurzeit Zuflucht in Deutschland. Woher kommen diese Menschen, wo und wie werden sie untergebracht, dürfen sie arbeiten und wenn ja, ab wann? Antworten auf diese und zahlreiche weitere Fragen gibt eine Artikelserie, die im Mitteilungsblatt erscheint.

4,5 m² Deutschland

Menschen, die als Flüchtlinge nach Deutschland kommen, werden zunächst in zentralen Einrichtungen untergebracht und danach auf die Stadt- und Landkreise verteilt. Diese sind dafür verantwortlich, für die Menschen ein Dach über dem Kopf zu organisieren.

Stadtkreise wie Pforzheim sind hier leicht im Vorteil, da ihnen meist zahlreiche Gebäude und Grundstücke gehören. Der Enzkreis besitzt dagegen lediglich das Landratsamt sowie die Sonder- und Berufsschulen. Deshalb ist die Kreisverwaltung auf die Zusammenarbeit mit den Gemeinden angewiesen, um Plätze für die Unterbringung schaffen zu können. Aktuell entstehen zum Beispiel Wohnheime in Illingen und in Ötisheim, die gemeinsam mit diesen Kommunen geplant und gebaut werden.

Jedem Flüchtling stehen derzeit 4,5 Quadratmeter Wohn- und Schlafraum zu. Umgerechnet bedeutet dies, dass zum Beispiel in einer durchschnittlichen Dreizimmer-Wohnung bis zu drei vierköpfige Familien untergebracht werden können. Ab Januar soll sich der Mindestplatz auf 7 Quadratmeter erhöhen.

Die meisten Flüchtlinge sind im Enzkreis in dezentralen Gemeinschafts-Unterkünften untergebracht. Bewährt hat sich eine Größe von 30 bis 60 Plätzen. Der Grund: Je kleiner die Einheiten sind, desto höher ist der Aufwand für die Betreuung der Unterkünfte und deren Bewohner, weil Heimleiter, Hausmeister und Sozialarbeiter wertvolle Zeit verlieren, wenn sie zwischen vielen Standorten pendeln müssen. Umgekehrt steigen die Auflagen des Brandschutzes zum Beispiel für Fluchtwege mit der Zahl der Menschen, die auf engem Raum zusammen leben. Auch die Schaffung ausreichender sanitärer Anlagen und Kochgelegenheiten wird schwieriger. Zudem nimmt das Risiko von Spannungen zwischen den Bewohnern zu, die oft aus verschiedenen Ländern und Kulturkreisen stammen.

Ausnahme: Notunterkünfte

Wer selbst einmal ein „Häusle“ gebaut hat, weiß: Alles dauert länger als gedacht. Selbst wenn fertige Wohncontainer aufgestellt werden, müssen zuvor die notwendigen Leitungen für Strom, Wasser und Abwasser gelegt und das Grundstück gerichtet werden. Zudem setzt das Baurecht an vielen Standorten enge Grenzen, beispielsweise im Außenbereich oder in Gewerbegebieten.

Deshalb hat sich der Enzkreis entschlossen, drei Notunterkünfte einzurichten: Bereits seit Anfang des Jahres sind Flüchtlinge in der alten Turnhalle in Bauschlott untergebracht. Aktuell werden die Halle des TSV Wimsheim und die Sporthalle beim Berufsschulzentrum in Mühlacker für die Unterbringung von Flüchtlingen umgerüstet. Wie der Name sagt, handelt es sich hierbei um Plätze für den Notfall: Dann, wenn keine anderen Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Sobald dies der Fall ist, können die Menschen in besser geeignete Quartiere umziehen.

Nach der Sommerpause wird die Artikelserie fortgesetzt. Dann geht es unter anderem um das Asylverfahren und das ehrenamtliche Engagement bei der Betreuung der Flüchtlinge.

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