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20.10.2015

Flüchtlinge im Enzkreis - Teil 11: Die Sache mit den Spenden

Viele Tausend Menschen suchen zurzeit Zuflucht in Deutschland. Woher kommen diese Menschen, wo und wie werden sie untergebracht, dürfen sie arbeiten und wenn ja, ab wann? Antworten auf diese und zahlreiche weitere Fragen gibt eine Artikelserie, die im Mitteilungsblatt erscheint.

Geldleistungen für den täglichen Bedarf

Die Menschen, die im Enzkreis untergebracht sind, erhalten bei ihrem Einzug eine Grundausstattung. Dazu gehören zum Beispiel Kochtöpfe, Geschirr, Besteck und Bettwäsche. In der Unterkunft stehen Bett, Matratze und Schrank bereit, außerdem zur gemeinschaftlichen Nutzung Waschmaschine, Trockner sowie eine funktionsfähige Küche.

Für den Lebensunterhalt und die persönlichen Bedürfnisse bekommen die Flüchtlinge Geldleistungen: Eine alleinstehende Person erhält derzeit monatlich insgesamt 359 Euro, ein Ehepaar mit zwei kleinen Kindern 1.080 Euro. Die Beträge liegen etwas unterhalb dessen, was ein Hartz IV-Empfänger erhält, da die Grundausstattung sowie die Bereitstellung von Elektro-Großgeräten berücksichtigt wird. Von dem Geld müssen außer den Kosten für die Unterkunft alle Ausgaben finanziert werden – von den Nahrungsmitteln über Schuhe, Kleidung und Hygieneartikeln bis zu Freizeitaktivitäten oder Handy-Gebühren.

Umgekehrt sollen die Flüchtlinge dieses Geld auch für ihren eigenen Bedarf ausgeben: Nur so besteht die Möglichkeit, sich an die Lebensverhältnisse (und Preise) in Deutschland zu gewöhnen, sich mit den kleinen (und größeren) Sparmöglichkeiten vertraut zu machen und letztlich ein normales, selbständiges Leben zu führen.

Sachspenden können zu Unfrieden führen

Gespendete Dinge wie Kleidung, Schuhe oder Haushaltswaren, so beobachten es Ehrenamtliche und Sozialarbeiter in den Unterkünften immer wieder, können im schlechteren Fall das Gegenteil dessen bewirken, was eigentlich beabsichtigt ist – dann nämlich, wenn sie zu Neid und Missgunst unter den Flüchtlingen führen: „Warum bekommen andere warme Mäntel geschenkt und ich nicht?“

Deshalb raten mittlerweile vor allem ehrenamtlich Engagierte, Sachspenden am besten bei den zentralen Sammelstellen abzugeben. Von dort erreichen sie die Menschen, die sie am dringendsten benötigen, und es kann zuvor geprüft werden, wer welche Dinge tatsächlich braucht. Momentan jedoch bitten die Hilfsorganisationen sogar darum, nicht weiter zu spenden, da die Flüchtlinge versorgt seien.

Wer sich über Möglichkeiten ehrenamtlichen Engagements informieren möchte: Am Mittwoch, 28. Oktober, findet um 18:30 Uhr im Landratsamt eine große Ehrenamtskonferenz statt. Weitere Informationen finden sich auf www.enzkreis.de. Informationen für Ehrenamtliche stehen außerdem auf www.willkommen-im-enzkreis.de.

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