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13.07.2015

Flüchtlinge im Enzkreis - Teil 1: Warum kommen so viele Flüchtlinge? Was bedeutet »Asyl«?

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Viele Tausend Menschen suchen zurzeit Zuflucht in Deutschland. Woher kommen diese Menschen, wo, wie und von wem werden sie untergebracht, dürfen sie arbeiten und wenn ja, ab wann? Antworten auf diese und zahlreiche weitere Fragen gibt eine Artikelserie, die in den kommenden Wochen im Mitteilungsblatt erscheinen wird.

Warum kommen so viele Menschen nach Deutschland?

Deutschland ist ein sicheres Land und ein Land, dem es wirtschaftlich vergleichsweise gut geht. Beides lässt sich derzeit nicht von vielen Regionen in der Welt sagen. Nicht einmal im gemeinsamen Europa gibt es viele Länder, in denen zum Beispiel die Arbeitslosigkeit so niedrig ist wie bei uns. Deshalb erleben wir, dass Menschen aus anderen EU-Staaten zu uns kommen, insbesondere aus Südosteuropa, weil sie Arbeit suchen, die sie zuhause nicht finden können.

Vor allem aber sind es Menschen aus Arabien, aus Staaten in Afrika und Südost-Asien, die vor Unruhen und Bürgerkriegen oder vor staatlicher Unterdrückung und Verfolgung aus ihrem Heimatland fliehen. Da die Zahl der Konflikte und Brennpunkte in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist, hat auch die Zahl der Menschen, die auf der Flucht sind, dramatisch zugenommen: Derzeit sind es weltweit knapp 60 Millionen. Allein im Jahr 2014 wurden fast 14 Millionen Menschen zur Flucht getrieben – viermal so viele wie noch 2010.

Die meisten Menschen suchen in ihrem Nachbarland Zuflucht, weil sie nicht die Mittel haben, um größere Strecken zu überwinden, oder weil sie hoffen, bald in ihre Heimat zurückkehren zu können. Oft fliehen sie in Gegenden, in denen die Bedingungen schlecht sind, in denen Armut oder Hunger herrschen. Nur ein geringer Teil der Flüchtlinge kommt nach Deutschland: Etwa 200.000 Asylanträge wurden im vergangenen Jahr gestellt; für 2015 rechnet man jedoch mit einer deutlich höheren Zahl.

Was ist das Asylrecht?

Das Recht auf Asyl ist eines der Grundrechte, die im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland festgeschrieben sind. Es soll sicherstellen, dass Menschen, die in ihrem Heimatland aufgrund ihrer Weltanschauung verfolgt werden, in Deutschland Schutz vor dieser Bedrohung finden können.

Jeder Antrag auf Asyl durchläuft ein Anerkennungsverfahren, bei dem geprüft wird, ob er begründet ist, ob also dem Asylbewerber tatsächlich in seinem Heimatland Gefahr droht. Kommt die zuständige Behörde, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (kurz: BAMF), zum Ergebnis, dass dies nicht der Fall ist, kann der Asylbewerber in sein Herkunftsland zurückgeschickt („abgeschoben“) werden.

In welchen Fällen Flüchtlinge dennoch in Deutschland bleiben können, weil sie „geduldet“ werden, und wie das Amt einen Asylantrag bearbeitet, erfahren Sie im übernächsten Artikel. Im nächsten Mitteilungsblatt lesen Sie, wie viele Flüchtlinge im Enzkreis aufgenommen und wie sie verteilt werden.

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